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Bild & Video

ComfyUI
im Test.

ComfyUI ist ein node-basierter Ablauf-Editor für KI-Bildgenerierung mit über 123.000 GitHub-Sternen. Du verbindest Modelle, Sampler, LoRAs und Kontrollsignale visuell zu Pipelines, ohne Code schreiben zu müssen. Das Programm unterstützt Bild-, Video-, Audio- und 3D-Modelle von SD 1.x bis Flux 2, Qwen Image und Wan 2.2.

4,0 von 5

Stand 3. August 2026

Zum Anbieter
Preismodell Freemium, Lokal kostenlos und Open Source / Comfy Cloud ab 17,20 Euro pro Monat
Betriebsort beides möglich
DSGVO im Einzelfall zu prüfen
Quelloffen ja, GPL-3.0

Gängige KI-Bildtools verstecken die technischen Details hinter einfachen Oberflächen, ComfyUI legt jeden Verarbeitungsschritt als Node offen. Du ziehst die Verbindungen selbst, tauschst Modelle aus und kommst an Parameter, die andere Werkzeuge gar nicht zugänglich machen. Das kostet am Anfang Einarbeitung. Seit März 2026 gibst du einen fertigen Ablauf über den App Mode aber als schlichtes Formular weiter, sodass Kollegen den Node-Graphen nie zu Gesicht bekommen.

Wichtigste Funktionen

  • Node-basierte Abläufe: Jeder Verarbeitungsschritt (Modell laden, samplen, dekodieren, speichern) ist ein eigener Node. Du baust Abläufe visuell auf, speicherst und teilst sie und führst sie in Batches aus. Bei einem erneuten Lauf rechnet ComfyUI nur die Teile neu, die sich geändert haben.
  • Breite Modell-Unterstützung: Für Bilder laufen SD 1.x bis SD 3.5, SDXL, Stable Cascade, Flux, Flux 2, Qwen Image, Hunyuan Image 2.1 und Z Image. Zum Bearbeiten vorhandener Bilder gibt es Flux Kontext, Qwen Image Edit und Omnigen 2, für Video Wan 2.1 und 2.2, Hunyuan Video 1.5, LTX-Video und Mochi, dazu Stable Audio und ACE Step für Ton sowie Hunyuan3D 2.0 für 3D-Objekte. Comfy Org sagt für neue offene Modelle Unterstützung am Erscheinungstag zu.
  • App Mode und App Builder: Seit dem 10. März 2026 verwandelst du jeden Ablauf mit einem Klick in eine schlichte Oberfläche. Im App Builder legst du fest, welche Eingaben und Ausgaben sichtbar bleiben, der Rest des Graphen ist verborgen und unveränderlich. Eine Marketingabteilung kann so einen fertigen Bild-Ablauf nutzen, ohne je einen Node anzufassen. Das funktioniert lokal genauso wie in der Cloud.
  • LoRAs, Embeddings und ControlNet: Eigene Feintuning-Modelle und Kontrollsignale (Pose, Depth, Canny) baust du direkt in den Ablauf ein, ohne externe Werkzeuge.
  • Speichersparende Ausführung: ComfyUI verschiebt Modellteile dynamisch zwischen Grafikkarte und Arbeitsspeicher und bringt große Modelle nach Projektangabe so auch auf Karten mit 1 GB Grafikspeicher zum Laufen, wenn auch langsam. Die hauseigene Kernbibliothek comfy-kitchen rechnet seit Sommer 2026 zusätzlich mit gröber aufgelösten Zahlenformaten (FP8, int8, int4) und senkt damit Speicherbedarf und Rechenzeit.
  • Custom Nodes und Partner-Nodes: Mehr als 60.000 von der Community gebaute Erweiterungs-Nodes decken Hochskalierung, IP-Adapter und Inpainting ab, also das nachträgliche Ersetzen einzelner Bildbereiche. Der ComfyUI-Manager prüft neue Nodes auf Sicherheit und erkennt Konflikte zwischen Erweiterungen. Daneben sprechen Partner-Nodes kommerzielle Modelle von Google, OpenAI, Ideogram, MiniMax oder ByteDance über die Comfy-API an. Sie sind freiwillig und brauchen ein Comfy-Konto mit Guthaben, mit dem Startparameter --disable-api-nodes schaltest du sie vollständig ab.

Preise und Tarife

ComfyUI ist auf der eigenen Hardware kostenlos und Open Source unter GPL-3.0. Mit der Finanzierungsrunde vom 24. April 2026 (30 Mio. USD bei 500 Mio. USD Bewertung, angeführt von Craft Ventures) hat Comfy Org ausdrücklich zugesagt, dass die lokale Version offen bleibt. Kosten entstehen lokal nur durch Hardware. Eine Nvidia-Karte ist der bequemste Weg, AMD läuft unter Linux über ROCm und experimentell auch unter Windows, Intel-Arc-Karten laufen nativ, und auf Macs mit M-Series-Chip rechnet ComfyUI über Apple Metal.

Wer keine passende Grafikkarte hat, kann seit 2026 den offiziellen Dienst Comfy Cloud mieten. Der Standard-Tarif kostet 17,20 Euro pro Monat (20 USD) und enthält 4.200 Credits. Das reicht nach Anbieterangabe für rund 380 Videos von 5 Sekunden nach der Wan-2.2-Vorlage. Creator liegt bei 30,10 Euro (35 USD) mit 7.400 Credits und erlaubt eigene LoRAs, Pro bei 86 Euro (100 USD) mit 21.100 Credits und einer Stunde maximaler Laufzeit je Ablauf, Team bei 602 Euro (700 USD) mit gemeinsamem Guthaben und Rollenrechten.

Bei jährlicher Zahlung sinkt der Preis um 20 %. Comfy rechnet nur die tatsächlich laufende GPU-Zeit ab, das Bauen eines Ablaufs kostet nichts. Aus demselben Guthaben ziehen auch die Partner-Nodes, selbst wenn du lokal arbeitest. Comfy nennt die Tarifpreise ohne Umsatzsteuer.

Für wen ist ComfyUI geeignet?

  • Agenturen und Kreativteams mit Serienproduktion: Wer 200 Produktvarianten in einem Durchlauf rendert, eigene LoRAs für einen Kundenstil trainiert oder mehrere Modelle in einer Pipeline kombiniert, findet hier Möglichkeiten, die kein Cloud-Werkzeug hat. Über den App Mode arbeiten anschließend auch Kollegen ohne Node-Kenntnisse mit dem fertigen Ablauf.
  • Unternehmen mit vertraulichem Bildmaterial: Ein Produktfoto vor dem Marktstart, eine Personenaufnahme oder Kundenmaterial unter Geheimhaltungsvereinbarung bearbeitest du lokal, ohne Konto und ohne Internetverbindung.
  • Entwickler und Forschende: ComfyUI hat API-Endpunkte für die Einbindung in bestehende Produktionsketten und genug technische Tiefe, um neue Modell-Architekturen zu testen, bevor sie in ein Produkt wandern.

DSGVO und Datenschutz

Lokal installiert arbeitet ComfyUI vollständig offline. Der Kern lädt von sich aus nichts nach, und Bilder, Prompts und Modelle bleiben auf deiner Hardware.

Die Desktop-App kann anonyme Nutzungsdaten senden, fragt dafür aber beim ersten Start um Zustimmung, die jederzeit widerrufbar ist. Sie erfasst Gerätekennung, Betriebssystem, Programmversion, Absturzberichte und die Namen installierter Erweiterungs-Nodes, ausdrücklich nicht Abläufe, Prompts, erzeugte Dateien oder Modellgewichte. Betreiber ist die Comfy Organization Inc. in San Francisco, die den Transfer in die USA auf Standardvertragsklauseln stützt und Auskunft, Löschung und Widerruf der Einwilligung zusagt.

Die Partner-Nodes und Comfy Cloud schicken Prompts, Bilder und weitere Eingaben an den jeweiligen Anbieter. Für die Cloud gibt Comfy an, Prompts, Abläufe und Ergebnisse so lange zu speichern, wie es für Betrieb, Auswertung und Verbesserung des Dienstes nötig ist. Ein europäischer Serverstandort ist in der Dokumentation nicht ausgewiesen.

Für Kundenmaterial, Personenaufnahmen oder unveröffentlichte Produktbilder ist deshalb der lokale Betrieb die richtige Wahl, am besten mit dem Startparameter --disable-api-nodes. Comfy Cloud und die Partner-Nodes brauchen vorher dieselbe Prüfung wie jeder andere US-Dienst, einschließlich Auftragsverarbeitungsvertrag.

Die GPL-3.0-Lizenz erlaubt den privaten und kommerziellen Einsatz, verpflichtet aber zur Offenlegung von Quellcodeänderungen, wenn du ComfyUI selbst weitergibst.

Alternativen zu ComfyUI

  • FLUX: Das Modell von Black Forest Labs aus Freiburg läuft in ComfyUI am häufigsten. FLUX.2 gibt es als offenes Modell für den lokalen Einsatz und als API-Variante. Für reine Bildgenerierung ohne Ablauf-Editor ist das der schnellere Weg.
  • Ideogram: Der Bildgenerator setzt Text im Bild am zuverlässigsten und liegt seit Version 4.0 als Open-Weight-Modell vor. In ComfyUI ist er zugleich als Partner-Node ansprechbar. Die Bedienung ist deutlich einfacher, dafür fehlt die Kontrolle über einzelne Verarbeitungsschritte.
  • Recraft: Das reine Cloud-Werkzeug für Designarbeit hält den Stil über mehrere Bilder hinweg und exportiert echtes SVG. Für Icons und Vektorgrafik ist es die praktischere Wahl, lokal betreiben kannst du es nicht.

Was ComfyUI gut kann

  • Jeder Schritt der Generierung liegt als Node offen und ist einzeln einstellbar
  • Unterstützt Bild, Video, Audio und 3D in einer Oberfläche
  • Über 123.000 GitHub-Sterne und mehr als 60.000 Erweiterungs-Nodes aus der Community
  • App Mode macht aus einem Ablauf eine Formular-Oberfläche für Kollegen ohne Node-Kenntnisse
  • Läuft vollständig offline, der Kern lädt von sich aus nichts nach

Wo es hakt

  • Steile Lernkurve, die Node-Verbindungen erschließen sich Einsteigern nicht von selbst
  • Aktuelle Bild- und Videomodelle brauchen eine leistungsfähige GPU, kleinere Karten arbeiten nur mit Auslagerung und entsprechend langsam
  • Modell-Downloads und Ordnerstruktur erfordern technisches Grundverständnis
  • Partner-Nodes zu kommerziellen Modellen laufen nur mit Comfy-Konto und Guthaben, die Eingaben gehen dabei an Dritte

Wofür es eingesetzt wird

Automatisierte Bild-Batch-Verarbeitung · ControlNet-Abläufe mit Pose- und Depth-Kontrolle · Video-Generierung mit Wan 2.2 oder Hunyuan Video · Abläufe als einfache App an Kollegen weitergeben · Kombination mehrerer Modelle in einer Pipeline