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Coding & Dev

Lovable
im Test.

Lovable (ehemals GPT Engineer) verwandelt Textbeschreibungen in lauffähige Webanwendungen. Neue Projekte entstehen seit Mai 2026 auf TanStack Start mit serverseitigem Rendering, damit Suchmaschinen und Link-Vorschauen die Seiten lesen können. Das eingebaute Backend Lovable Cloud bringt Datenbank, Anmeldung, Dateispeicher und Serverfunktionen mit, ohne dass du einen zweiten Dienst einrichtest.

3,5 von 5

Stand 4. August 2026

Preismodell Freemium, Gratis-Tarif mit 5 Bau-Credits täglich; Pro ab rund 21,50 Euro (25 USD)/Monat für 100 Credits; Business ab rund 43 Euro (50 USD)/Monat
Betriebsort Cloud
DSGVO im Einzelfall zu prüfen
Quelloffen nein

Du beschreibst im Chat, was deine Anwendung können soll, und Lovable baut daraus eine Webanwendung mit Oberfläche, Datenbank, Anmeldung und einer öffentlichen Adresse. Am Ende steht echter Quelltext. Du kannst ihn herunterladen oder in ein GitHub- oder GitLab-Repository spiegeln, das dir gehört, und dort mit einem Entwicklungsteam weiterarbeiten. Anders als bei Baukästen, deren Ergebnis an die Plattform gebunden bleibt, führst du ein Lovable-Projekt später auch ohne Lovable weiter.

Wichtigste Funktionen

  • Bauen im Chat: Im Chat sagst du, welche Seiten es geben soll und was dort passieren muss, Lovable übersetzt das in Oberflächen-Komponenten, Datenbankschemas und Serverfunktionen. Für Änderungen gilt dasselbe, du sagst, was anders werden soll, und Lovable zieht die Anwendung nach.
  • Vorschau-Werkzeugleiste: Seit dem 10.06.2026 ersetzt eine Werkzeugleiste in der Vorschau den früheren Visual-Edit-Modus. Du klickst Elemente an und hängst sie als Bezug an den Chat, änderst Texte an Ort und Stelle, zeichnest Anmerkungen auf die Seite oder heftest einen Kommentar an ein Element.
  • Eingebautes Backend (Lovable Cloud): Datenbank, Benutzeranmeldung, Dateispeicher, Serverfunktionen und geplante Hintergrundaufgaben richtet Lovable automatisch ein, technisch auf der quelloffenen Supabase-Grundlage. Beim Anlegen eines Projekts wählst du die Region, in der diese Daten liegen, Europa steht zur Wahl.
  • Abgleich mit GitHub und GitLab: Jede Änderung landet als Commit in einem Repository, das dir gehört, und Commits aus diesem Repository kommen zurück ins Lovable-Projekt. Das funktioniert auch mit GitHub Enterprise Server und einer selbst betriebenen GitLab-Instanz. Den Quelltext herunterladen können nur zahlende Kunden.
  • Verbindung zu Geschäftssystemen: Über fertige Anschlüsse spricht die erzeugte Anwendung mit Diensten wie Lexware, sevdesk, WooCommerce, Shopify, Pipedrive oder PostHog, ohne dass du die Schnittstellen selbst programmierst. Die für deutsche Buchhaltungs- und Shop-Umgebungen passenden Anschlüsse kamen im Juni und Juli 2026 dazu.
  • KI-Funktionen in der fertigen Anwendung: Chatbots, Zusammenfassungen, Übersetzung, Sprachausgabe und Spracherkennung bindest du ohne eigene Zugangsschlüssel ein, die Aufrufe laufen über Lovable an die Modellanbieter. Seit dem 22.07.2026 antwortet dabei standardmäßig Gemini 3.6 Flash.

Preise und Tarife

Lovable rechnet in Credits. Seit dem 18.06.2026 zahlt ein einziges Guthaben das Bauen im Chat, den Betrieb der veröffentlichten Anwendung und die KI-Aufrufe, die diese Anwendung selbst auslöst. Vorher liefen Cloud und KI über getrennte Dollar-Konten. Ältere Erfahrungsberichte im Netz rechnen deshalb anders.

Im Standardmodus richtet sich der Verbrauch nach dem Aufwand, im Planungsmodus kostet jede Nachricht 1 Credit. Die Preisseite nennt als Beispiele 0,50 Credits für das Umfärben eines Knopfes, 1,20 für das Einbauen von Registrierung und Anmeldung und 1,70 für eine Landingpage mit 3 erzeugten Bildern und 5 Abschnitten. Der Gratis-Tarif gibt 5 Bau-Credits pro Tag, gedeckelt auf 30 im Kalendermonat, dazu monatlich 20 Cloud-Credits und 4 Credits für KI-Funktionen.

Pro beginnt bei rund 21,50 Euro pro Monat (25 USD) für 100 Credits und reicht in 11 Stufen bis rund 1.935 Euro (2.250 USD) für 10.000 Credits. Business startet bei rund 43 Euro (50 USD) für dieselben 100 Credits und ergänzt Rollenrechte, die Anmeldung über das Firmenkonto (Single Sign-on), ein Sicherheits-Center und den Auftragsverarbeitungsvertrag. Wer jährlich zahlt, spart rund 17 %, bei Pro sind das 215 Euro (250 USD) für 12 Monate. Monatliche Plan-Credits verfallen 2 Monate nach der Gutschrift, gekauftes Guthaben wird nicht erstattet.

Ein Arbeitsbereich nimmt beliebig viele Mitglieder auf, die sich dasselbe Guthaben teilen, der Preis hängt allein an den enthaltenen Credits. Verantwortliche können je Mitglied ein Monatslimit setzen, damit eine Person das Guthaben nicht allein aufbraucht. Für ein Team mit 6 Leuten kostet der Zugang damit genauso viel wie für eine Person, spürbar wird der Unterschied nur am schnelleren Verbrauch. Lovable weist seine Tarife ohne Steuern aus, die Umsatzsteuer kommt auf der Rechnung also noch dazu.

Für wen ist Lovable geeignet?

  • Gründerteams vor der ersten Finanzierungsrunde: Für Nutzerinterviews und Investorengespräche brauchst du eine bedienbare Version. Lovable liefert sie in Stunden, samt Anmeldung und Datenbank, und der Quelltext bleibt erhalten, wenn später ein Entwicklungsteam übernimmt.
  • Fachabteilungen mit kleinen internen Werkzeugen: Ein Urlaubsplaner, eine Schadensmeldung oder eine Materialabfrage landen in der IT-Warteschlange ganz unten. Mit den Anschlüssen an Lexware, sevdesk oder WooCommerce hängt so ein Werkzeug auch an den Systemen, die im Unternehmen ohnehin laufen.
  • Entwicklerinnen und Entwickler, die das Gerüst nicht von Hand tippen wollen: Wer den erzeugten Stand ohnehin nacharbeitet, spart über den Abgleich mit dem eigenen Repository den Umweg durch die Weboberfläche und bleibt im eigenen Editor. Ältere Projekte auf dem React-Vite-Gerüst stellst du seit dem 28.07.2026 ohne Neuanlage auf TanStack Start um.

DSGVO und Datenschutz

Lovable wurde in Stockholm gegründet, und die Datenschutzerklärung nennt eine schwedische Adresse als EU-Vertretung. Vertragspartner ist trotzdem die US-Gesellschaft Lovable Labs Incorporated in Boston, für die Nutzungsbedingungen gilt das Recht des Bundesstaats Delaware. Der Auftragsverarbeitungsvertrag steht öffentlich unter lovable.dev/data-processing-agreement und schließt die EU-Standardvertragsklauseln ein, gilt nach seinem eigenen Vorspann aber nur für Kunden im Business- oder Unternehmenstarif. Im Gratis- und im Pro-Tarif fehlt damit die Grundlage, die Artikel 28 DSGVO für die Verarbeitung personenbezogener Daten durch einen Dienstleister verlangt.

Für jedes Projekt wählst du die Region des eingebauten Backends. Voreingestellt ist die Region, die der anlegenden Person am nächsten liegt, Europa steht daneben zur Wahl. Eine verbindliche Vorgabe für den gesamten Arbeitsbereich setzt du erst ab dem Business-Tarif, länderscharfe Regionen wie Deutschland gibt es nur im Unternehmenstarif auf Anfrage. Die Daten selbst liegen laut Datenschutzerklärung auf Supabase-Infrastruktur, die veröffentlichte Oberfläche wird unabhängig davon weltweit ausgeliefert.

Widersprüchlich sind die Angaben zum Training. Die Sicherheitsseite sagt, Eingaben, Quelltext und Arbeitsbereichsdaten würden nicht für das Training eigener Modelle genutzt. Die Dokumentation schreibt dagegen, Kundendaten dürften für Modelltraining und andere geschäftliche Zwecke verwendet werden, solange sie niemanden identifizieren, und verweist auf einen Schalter zum Abwählen. Den gibt es in jedem Tarif für die eigenen Daten, für den gesamten Arbeitsbereich erst ab Business.

Die KI-Funktionen der erzeugten Anwendung laufen über Lovable an OpenAI, Google Gemini und Modelle über OpenRouter, also an US-Anbieter. Die rohen Eingaben speichert Lovable dabei nach eigener Aussage nicht.

Auf der Habenseite stehen ISO 27001:2022 und SOC 2 Type 2, beide seit August 2025, dazu eingebaute Sicherheitsprüfungen für Quelltext, Datenbankregeln und Abhängigkeiten. Für ein grünes Datenschutz-Urteil reicht das nicht. Ein Auftragsverarbeitungsvertrag erst ab 43 Euro im Monat, ein US-Vertragspartner unter Delaware-Recht, widersprüchliche Aussagen zum Training und eine EU-Region, die du je Projekt aktiv wählen musst, ergeben zusammen keine belegte DSGVO-Konformität.

Für Prototypen ohne echte Personendaten reicht Lovable. Sobald Kundendaten, Beschäftigtendaten oder Mandantendaten im Spiel sind, brauchst du mindestens den Business-Tarif mit Auftragsverarbeitungsvertrag, abgewähltem Training und fest gesetzter Europa-Region, und auch dann bleibt die Verarbeitung durch die US-Gesellschaft eine Frage für eure Datenschutzbeauftragte.

Alternativen zu Lovable

  • bolt.new: Verfolgt denselben Ansatz mit anderem Unterbau. Bolt Cloud bringt Datenbank, Anmeldung und Hosting ebenfalls mit, abgerechnet wird nach Tokens statt nach Credits, und der Unternehmenstarif läuft im eigenen AWS- oder Azure-Mandanten.
  • v0: Kommt von Vercel und ist stärker auf Oberflächen-Bausteine zugeschnitten. Passt besser, wenn du einzelne React-Komponenten erzeugen und in ein bestehendes Projekt einsetzen willst, statt eine ganze Anwendung zu bauen.
  • Replit: Replit ist eine vollwertige Entwicklungsumgebung im Browser mit KI-Agent. Freier in der Technologiewahl und inzwischen auch für iOS- und Android-Apps, dafür weniger auf den Einstieg ohne Programmierkenntnisse ausgerichtet.

Wofür Lovable taugt

  • In wenigen Minuten von der Beschreibung im Chat zur ersten lauffähigen Fassung
  • Keine lokale Installation und kein technisches Vorwissen nötig
  • Abgleich mit GitHub und GitLab in beide Richtungen, auch im Gratis-Tarif
  • Eingebautes Backend mit Datenbank, Anmeldung, Dateispeicher und Serverfunktionen
  • ISO 27001:2022 und SOC 2 Type 2 zertifiziert, Serverstandort Europa wählbar

Wo es hakt

  • Auf React und die von Lovable gesetzte Technik festgelegt, keine freie Technologiewahl
  • Credits zahlen seit Juni 2026 auch Betrieb und KI-Aufrufe der fertigen Anwendung, die Kosten schwanken mit der Nutzung
  • Auftragsverarbeitungsvertrag erst ab dem Business-Tarif
  • Die Plattform läuft nicht auf dem eigenen Server, Vertragspartner sitzt in den USA unter Delaware-Recht

Wofür es eingesetzt wird

Erste lauffähige Produktversion ohne Programmierkenntnisse · Prototypen bauen · Landingpages · Interne Werkzeuge