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Produktivität

Perplexity
im Test.

Perplexity durchsucht das Web in Echtzeit und fasst die Treffer zu einer strukturierten Antwort zusammen, mit nummerierten Quellenverweisen an jeder Aussage. Der Pro-Tarif schaltet GPT-5.4, Claude Sonnet 4.6, Gemini 3.1 Pro und Nemotron 3 Super frei, der Max-Tarif zusätzlich GPT-5.5 und Claude Opus 4.7. Dazu kommen der kostenlose KI-Browser Comet und der Agent Computer, der ganze Rechercheaufträge selbständig abarbeitet.

4,5 von 5

Stand 4. August 2026

Zum Anbieter
Preismodell Freemium, Kostenlos / Pro rund 17,20 Euro/Monat (20 USD) / Max rund 172 Euro/Monat (200 USD) / Enterprise Pro ab rund 34,40 Euro/Sitz/Monat (40 USD)
Betriebsort Cloud
DSGVO im Einzelfall zu prüfen
Quelloffen nein

Eine Google-Suche liefert eine Linkliste, aus der du dir die Antwort selbst zusammensuchst. Perplexity schreibt die Antwort und belegt jeden Satz darin mit einer nummerierten Fußnote. Brauchst du den Stand einer Gesetzesänderung oder die Preisliste eines Wettbewerbers, bist du nach einer Anfrage fertig. Fehler macht Perplexity trotzdem, nur siehst du beim Nachklicken sofort, worauf sich eine Aussage stützt.

Wichtigste Funktionen

  • Quellenbasierte Antworten: An jeder Aussage steht ein nummerierter Verweis auf die Webseite, aus der sie stammt. Du prüfst jede Zahl und jedes Zitat mit einem Klick nach, ohne der Zusammenfassung glauben zu müssen.
  • Echtzeit-Websuche und Rechercheberichte: Perplexity greift bei jeder Anfrage auf aktuelle Webinhalte zu. Der Modus Deep Research arbeitet eine Frage über mehrere Suchschritte ab und liefert einen langen, dicht belegten Bericht, etwa zu einem Wettbewerberfeld oder einer frischen Verordnung.
  • Suchmodi und Spaces: Neben der normalen Suche gibt es einen Schritt-für-Schritt-Modus, der Rechenwege und Erklärungen nachvollziehbar aufbaut. Recherchen sammelst du in Spaces, thematischen Ablagen mit eigenen Dateien, die ihr im Team teilt. Im Pro-Tarif passen bis zu 50 Dateien in einen Space.
  • Comet-Browser: Comet ist ein Chromium-Browser mit eingebautem Assistenten, der offene Seiten zusammenfasst, Formulare ausfüllt und mehrstufige Aufgaben auf einer Webseite übernimmt. Seit Oktober 2025 ist er für alle kostenlos, es gibt Fassungen für Windows, macOS, Android und iOS. Unternehmen rollen ihn über ihre Geräteverwaltung aus und legen per Richtlinie fest, welche Seiten der Assistent aufrufen darf.
  • Modellauswahl und Model Council: Im Pro-Tarif wechselst du je Anfrage zwischen GPT-5.4, Claude Sonnet 4.6, Gemini 3.1 Pro und Nemotron 3 Super. Max und Enterprise Max schalten GPT-5.5 und Claude Opus 4.7 frei, dazu das Model Council, das dieselbe Frage an 3 Modelle gleichzeitig schickt und die Antworten zu einer einzigen zusammenführt. Widersprechen sich die Modelle, markiert es die betroffenen Stellen.
  • Computer als Agent: Computer arbeitet einen Auftrag eigenständig durch und recherchiert dabei parallel. Aus den Treffern baut er Tabellen, Berichte oder Präsentationen und schickt das Ergebnis über angebundene Konten wie Gmail, Outlook, Slack oder Notion weiter. Perplexity rechnet den Einsatz über Credits ab, 100 Credits entsprechen 0,86 Euro (1 USD).

Preise und Tarife

Der Free-Tarif erlaubt praktisch unbegrenzte einfache Suchen und stark begrenzte Pro-Suchen am Tag. Dateien lädst du nur eingeschränkt hoch. Zum Ausprobieren reicht das.

Pro kostet rund 17,20 Euro pro Monat (20 USD) oder rund 172 Euro im Jahr (200 USD). Darin stecken die erweiterten Pro-Suchen, die freie Modellwahl, Bild- und Videoerzeugung sowie bis zu 50 Dateien je Space. Studierende und Lehrende an Hochschulen zahlen nach einer Prüfung über SheerID rund 8,60 Euro pro Monat (10 USD).

Max liegt bei rund 172 Euro pro Monat (200 USD) oder rund 1.720 Euro im Jahr (2.000 USD) und bringt GPT-5.5, Claude Opus 4.7, das Model Council und 10.000 Computer-Credits im Monat. Pro-Konten starten mit einmalig 4.000 Bonus-Credits, die nach 30 Tagen verfallen. Ein monatliches Guthaben gehört dort nicht dazu.

Enterprise Pro kostet rund 34,40 Euro pro Sitz und Monat (40 USD) oder rund 344 Euro im Jahr (400 USD), mit Nutzerverwaltung, Anmeldung über das Firmenkonto (SSO), gemeinsamen Spaces, Prüfprotokollen und 500 Credits im Monat. Enterprise Max kostet rund 279,50 Euro pro Sitz und Monat (325 USD) oder rund 2.795 Euro im Jahr (3.250 USD), hebt die Datei- und Recherchegrenzen deutlich an und enthält 15.000 Credits. Ab 250 Sitzen sowie für Schulen, Hochschulen, Behörden und gemeinnützige Organisationen sind Rabatte verhandelbar.

Entwickler zahlen nach Verbrauch. Das Suchmodell Sonar kostet 0,86 Euro je Million Token (1 USD) für Eingabe wie Ausgabe, dazu kommen je nach Suchtiefe 4,30 bis 10,32 Euro pro 1.000 Anfragen (5 bis 12 USD). Die frühere Sonar-Chat-Schnittstelle ist inzwischen in die Agent API übergegangen, über die auch Fremdmodelle laufen, etwa Claude Opus 5 für 4,30 Euro Eingabe und 21,50 Euro Ausgabe je Million Token (5 und 25 USD) oder das von Perplexity selbst gehostete GLM 5.2 für 1,20 und 3,78 Euro (1,40 und 4,40 USD). Alle genannten Beträge sind Nettopreise ohne Umsatzsteuer, die auf der Rechnung noch hinzukommt; Unternehmen hinterlegen bei der Einrichtung ihrer Organisation eine USt-IdNr. und rechnen im Reverse-Charge-Verfahren ab, melden die Umsatzsteuer also selbst beim eigenen Finanzamt.

Für wen ist Perplexity geeignet?

  • Wissensarbeiter mit laufendem Rechercheanteil: Wer Marktzahlen, Wettbewerbspreise oder Förderbedingungen zusammentragen muss, kommt schneller zum Ergebnis als über die klassische Suche, weil Zusammenfassung und Belege in einem Schritt entstehen.
  • Redaktionen und Marketing-Teams: Die nummerierten Verweise machen jede Faktenprüfung nachvollziehbar, und über Spaces liegt eine laufende Recherche für alle Beteiligten an einer Stelle. Bild- und Videoerzeugung sind im Pro-Tarif ohne Aufpreis dabei.
  • Unternehmen, die Comet zentral ausrollen wollen: Enterprise-Konten bringen SSO, automatische Nutzerbereitstellung über SCIM, Prüfprotokolle und Richtlinien dafür, was der Browser-Assistent auf einer Seite tun darf. Ohne Enterprise-Vertrag fehlt der Auftragsverarbeitungsvertrag, den die Verarbeitung personenbezogener Daten voraussetzt.

DSGVO und Datenschutz

Perplexity AI ist ein US-Unternehmen mit Sitz in San Francisco, und die Verarbeitung läuft auf Infrastruktur in den USA. Einen europäischen Serverstandort weist der Anbieter in seinen Unterlagen an keiner Stelle aus. Für Übermittlungen aus der EU stützt er sich auf Standardvertragsklauseln.

Im Free- und im Pro-Tarif nutzt Perplexity Suchanfragen und Rückmeldungen nach eigener Angabe, um seine Modelle zu verbessern. Abschalten kannst du das im Konto über den Schalter AI Data Usage, der ab Werk eingeschaltet ist.

Enterprise-Konten sind davon ausgenommen. Dort nutzt Perplexity keine Kundendaten für Training, hochgeladene Dateien löscht der Anbieter nach 7 Tagen, und ab Enterprise Max stellst du die Aufbewahrungsdauer selbst ein. Das Unternehmen ist nach SOC 2 Type II zertifiziert, einem geprüften Nachweis über die eigenen Sicherheitsmaßnahmen, und hat mit OpenAI und Anthropic vertraglich vereinbart, dass diese Anbieter nicht auf Perplexity-Daten trainieren (Stand 03.03.2026). Bei der Schnittstelle speichert Perplexity die Inhalte von Anfragen und Antworten nicht, nur Abrechnungsdaten wie Tokenzahl, Modell und Zeitstempel.

Betroffenenrechte wickelt Perplexity über ein Datenschutzformular ab, mit einer Frist von 30 Tagen, die der Anbieter um bis zu 2 Monate verlängern kann. Eine Löschung nach dem Recht auf Vergessenwerden betrifft immer das ganze Konto; einzelne Gesprächsverläufe, Spaces oder Dateien entfernst du selbst in der Oberfläche.

Für allgemeine Recherche ohne Personenbezug ist Perplexity unkritisch, und die Quellenangaben machen es sogar leichter, eine Aussage zu belegen. Sobald du personenbezogene Daten oder vertrauliche Unterlagen eingibst, brauchst du einen Enterprise-Vertrag samt Auftragsverarbeitungsvertrag, und auch dann arbeitet der Dienst weiter auf US-Servern. Wenn du das nicht mittragen willst, betreibst du eine quelloffene Rechercheoberfläche besser im eigenen Unternehmen.

Alternativen zu Perplexity

  • ChatGPT: Greift mit aktivierter Websuche ebenfalls auf aktuelle Inhalte zu. Die Quellenangaben sind weniger konsequent als bei Perplexity, dafür deckt ChatGPT kreative und mehrstufige Aufgaben breiter ab.
  • Gemini: Googles Assistent nutzt die Google-Suche als Grundlage und belegt seine Antworten mit Quellen. Teams, die ohnehin in Google Workspace arbeiten, haben ihn dort direkt zur Hand.
  • Perplexica: Perplexica ist die quelloffene Variante zum Selbstbetreiben. Ein Abo entfällt und die Suche läuft auf eurer eigenen Hardware, dafür kosten Einrichtung und Wartung Zeit.

Wofür Perplexity taugt

  • Nummerierte Quellenangaben an jeder Aussage, mit einem Klick nachprüfbar
  • Echtzeit-Websuche statt veraltetem Trainingswissen
  • Ein Abo für GPT-5.4, Claude Sonnet 4.6, Gemini 3.1 Pro und Nemotron 3 Super
  • Comet-Browser seit Oktober 2025 für alle kostenlos, auch ohne Abo

Wo es hakt

  • Verarbeitung auf US-Infrastruktur, kein ausgewiesener EU-Serverstandort
  • Im Free- und Pro-Tarif fließen Suchdaten in die Modellverbesserung, bis du den Schalter umlegst
  • Der Agent Computer rechnet über Credits ab, Pro-Konten bekommen dafür kein monatliches Guthaben

Wofür es eingesetzt wird

Recherche mit Quellenangaben · Faktencheck · Marktrecherche · Wettbewerbsanalyse