Produktivität
reveal.js
im Test.
reveal.js baut Präsentationen als gewöhnliche Webseite aus HTML oder Markdown, die in jedem Browser läuft. Animationen zwischen Folien, Code mit Syntaxhervorhebung, Formeln und eine Sprecheransicht sind eingebaut. Das Projekt steht unter MIT-Lizenz, der Autor betreibt mit Slides.com zusätzlich einen bezahlten Editor in der Cloud.
| Preismodell | Freemium, Framework kostenlos (MIT) / Slides.com bei jährlicher Zahlung ab 5 USD im Monat, Team 20 USD für 2 Personen |
|---|---|
| Betriebsort | beides möglich |
| DSGVO | im Einzelfall zu prüfen |
| Quelloffen | ja, MIT |
Wer einen KI-Assistenten Folien bauen lässt, bekommt mit PowerPoint eine Datei, die das Modell nur über Umwege erzeugt und kaum gezielt ändern kann. Ein Foliensatz in reveal.js ist dagegen eine HTML-Datei: Claude, ChatGPT oder ein lokales Modell schreiben ihn direkt, ändern einzelne Folien auf Zuruf. Die Versionsverwaltung Git zeigt danach genau, was sich geändert hat. Die Dokumentation auf revealjs.com stellt dafür seit Version 6 eine Fassung für Sprachmodelle bereit (llms.txt).
Wichtigste Funktionen
- Jede Folie ist ein Abschnitt im HTML oder ein Block in Markdown. Der Browser zeigt den Foliensatz ohne weitere Software an. Eine Präsentation lässt sich deshalb auf jeden Webspace legen und per Link teilen oder vom USB-Stick aus vorführen.
- Die Sprecheransicht öffnet ein zweites Fenster mit Notizen, Zeitmesser und der nächsten Folie, während das Publikum nur die aktuelle Folie sieht.
- Kommt ein Element auf zwei aufeinanderfolgenden Folien vor, animiert Auto-Animate seine Änderung, etwa wenn ein Diagramm wächst oder eine Codezeile hervorgehoben wird. Fragmente blenden Inhalte schrittweise ein.
- Code erscheint mit Syntaxhervorhebung und lässt sich zeilenweise durchgehen. Formeln schreibst du in LaTeX. Das Mathe-Plugin stellt sie dar, seit Version 6 auch mit MathJax 4.
- Als PDF druckt der Browser den Foliensatz über eine eigene Druckansicht, auf Wunsch mit Notizen. Die Scroll-Ansicht macht aus derselben Datei eine Seite, die man auf dem Telefon von oben nach unten liest.
- Version 6.0 vom März 2026 bringt ein offizielles Paket für React, liefert TypeScript-Typen mit und nutzt Vite, um das Paket zu erstellen. Bildbeschreibungen werden nun von Bildschirmlesern vorgelesen. Die aktuelle Version 6.0.2 vom September 2026 schließt eine Sicherheitslücke in der Schnittstelle für eingebettete Vorschauen.
Preise und Tarife
Das Framework ist unter der MIT-Lizenz frei und kostet auch im gewerblichen Einsatz nichts. Kosten entstehen nur durch den Webspace für die Folien und durch das Sprachmodell, falls ein KI-Assistent die Folien schreibt.
Wer lieber in einem grafischen Editor arbeitet, nimmt Slides.com vom selben Autor. Lite kostet 5 USD im Monat bei jährlicher Zahlung (7 USD bei monatlicher) und bringt unbegrenzt private Foliensätze, PDF-Export und Vorführen ohne Netz. Pro liegt bei 10 USD (14 USD monatlich) und ergänzt unbegrenzten Speicher, eigenes CSS, die Anbindung an Dropbox sowie eine Schnittstelle, über die KI-Assistenten per Model Context Protocol (MCP) auf die Foliensätze zugreifen. Team kostet 20 USD (28 USD monatlich) für 2 Personen, jede weitere 10 USD (14 USD monatlich). Der Tarif ergänzt die Anmeldung über das Firmenkonto (SSO), eigene Vorlagen und eine gemeinsame Mediathek. Die Beträge verstehen sich ohne Umsatzsteuer, die bei der Abrechnung dazukommt.
Für wen ist reveal.js geeignet?
Beraterinnen, Trainer und Agenturen, die ihre Folien von einem KI-Assistenten erzeugen lassen, bekommen mit reveal.js ein Format, das sich Folie für Folie ändern und mit eigenem Firmendesign als Vorlage wiederverwenden lässt. Die Folien eines Workshops sind dann Textdateien, die sich mit Git verwalten lassen, statt verstreuter PowerPoint-Fassungen.
Entwickler und technische Teams zeigen Code, Formeln und Live-Demos im Browser, ohne Screenshots einzufügen. Über das React-Paket bauen sie Folien direkt in eine bestehende Anwendung ein.
Organisationen, die Unterlagen nicht in eine fremde Cloud geben wollen, betreiben den ganzen Foliensatz auf dem eigenen Rechner oder Server. Sie bestimmen selbst, wo die Folien liegen. Sind auch Schriften und Bibliotheken lokal eingebunden, ist kein fremder Dienst beteiligt.
DSGVO und Datenschutz
Das Framework selbst sendet keine Daten an einen Anbieter. Die Folien liegen dort, wo du sie ablegst. Sie laufen auch ohne Internetverbindung. Für den Datenschutz zählt dann, wo du die Präsentation veröffentlichst und ob die Vorlage Schriften oder Bibliotheken aus einem fremden Netz nachlädt. Mit lokal eingebundenen Dateien bleibt alles auf dem eigenen Server.
Slides.com betreibt Slides, Inc. mit Postanschrift in New York. Die Server stehen nach der Datenschutzerklärung in den USA. Der Anbieter schreibt dort, dass er Inhalte nicht zum Training von KI-Modellen nutzt. Einen Auftragsverarbeitungsvertrag oder einen europäischen Speicherort nennt die Erklärung nicht. Für Folien mit Kunden- oder Personaldaten empfiehlt sich deshalb der Betrieb auf eigener Infrastruktur mit lokal eingebundenen Dateien, Slides.com eher für öffentliche Vorträge.
Alternativen zu reveal.js
- Gamma erzeugt einen ganzen Foliensatz samt Layout aus einer Textvorgabe in der Cloud und nimmt damit auch den ersten Layoutentwurf ab. Die Gestaltung lässt sich aber kaum an ein eigenes Firmendesign binden. Die Inhalte liegen in den USA.
- Slidev baut Folien ebenfalls aus Markdown, setzt auf Vue und ist auf Vorträge von Entwicklern zugeschnitten. Teams mit Vue-Erfahrung bauen damit eigene Folienkomponenten in einer vertrauten Umgebung.
- Marp wandelt Markdown in Folien um und exportiert auch als PowerPoint-Datei. Es kennt weniger Animationen, dafür lassen sich die Ergebnisse an Kollegen weitergeben, die nur PowerPoint nutzen.
Was reveal.js gut kann
- Folien sind Text und lassen sich mit Git versionieren und von einem KI-Assistenten schreiben
- Läuft offline und ohne Konto auf dem eigenen Rechner oder Server
- Sprecheransicht mit Notizen, Zeitmesser und Vorschau der nächsten Folie
- Animationen, Syntaxhervorhebung, Formeln und PDF-Export ab Werk
Wo es hakt
- Ohne Slides.com kein grafischer Editor, Gestaltung verlangt HTML und CSS
- Kein Export als PowerPoint-Datei, die Kollegen weiterbearbeiten könnten
- Version 6 hat Pfade für Plugins und Stile geändert, ältere Foliensätze brauchen Anpassungen
Wofür es eingesetzt wird
Foliensätze von einem KI-Assistenten als HTML erzeugen lassen · Workshop- und Schulungsfolien versionieren · Technische Vorträge mit Code und Formeln · Präsentationen auf der eigenen Webseite veröffentlichen