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Bild & Video

LTX-2
im Test.

LTX-2 von Lightricks erzeugt Video und Ton in einem einzigen Durchgang und rechnet mit herunterladbaren Gewichten auf eigener Hardware. Die aktuelle Fassung LTX-2.3 arbeitet seit dem 26.03.2026 mit 22 Mrd. Parametern. Sie beherrscht natives Hochformat und liefert Stereo-Ton mit 24 kHz. Die Gewichte stehen unter der LTX-2 Community License, die ab 8,6 Mio. Euro Konzernumsatz eine kommerzielle Lizenz verlangt.

4,0 von 5

Stand 4. August 2026

Zum Anbieter
Preismodell Freemium, Gewichte kostenlos bis 8,6 Mio. Euro Konzernumsatz (10 Mio. USD laut Lizenz), darüber kommerzielle Lizenz, gehostete API ab 0,05 Euro je Sekunde
Betriebsort auf eigener Hardware
DSGVO im Einzelfall zu prüfen
Quelloffen ja, LTX-2 Community License Agreement

Wer eine ausreichend große Grafikkarte hat, betreibt LTX-2 komplett selbst und zahlt nichts je erzeugter Videosekunde. Der Aufwand steckt in der Hardware, für die Lightricks eine RTX 5090 als Referenzkarte nennt, und in der Lizenz der Gewichte, die du vor dem ersten kommerziellen Einsatz lesen solltest. Lightricks hat das Modell am 06.01.2026 samt Code und Fachaufsatz veröffentlicht und entwickelt es weiter. Der letzte Commit im Repository stammt vom 03.08.2026, die Sternzahl liegt über 8.000.

Wichtigste Funktionen

  • Bild und Ton aus einem Modell: Ein Videostrom und ein Audiostrom laufen in derselben Architektur und tauschen dabei laufend Informationen aus. Der Fachaufsatz zur ersten Fassung beschreibt einen 14 Mrd. Parameter großen Videostrom und einen 5 Mrd. Parameter großen Audiostrom. Sprache, Lippenbewegung und Geräuschkulisse passen deshalb ohne Nachbearbeitung zusammen.
  • LTX-2.3 als aktuelle Ausbaustufe: Seit dem 26.03.2026 steht die 22 Mrd. Parameter große Fassung bereit, vorher waren es 19 Mrd. Sie bringt einen neu gebauten Bilddecoder für feinere Texturen, Stereo-Ton mit 24 kHz und natives Hochformat bis 1080x1920, das nicht mehr aus einem Querformat geschnitten wird. Die Anbindung an das Textmodell ist 4-mal größer, längere Vorgaben mit mehreren Bildelementen setzt LTX-2.3 dadurch zuverlässiger um als die Vorgängerfassung.
  • Auflösung, Bildrate und Cliplänge: Das Modell rechnet in 1080p, 1440p und 4K, wahlweise mit 24, 25, 48 oder 50 Bildern pro Sekunde. Die Cliplänge von 20 Sekunden gilt allerdings nur in 1080p, bei 1440p und 4K endet ein Durchgang nach 10 Sekunden. Längere Sequenzen entstehen, indem du mehrere Durchgänge aneinanderhängst.
  • Zwei Modellvarianten plus Upscaler: Das volle Dev-Modell trainierst du in bf16 weiter, die destillierte Fassung kommt mit 8 Schritten in der ersten und 4 Schritten in der zweiten Stufe aus und ist damit die schnellste Variante. Räumliche und zeitliche Upscaler heben Auflösung und Bildrate nachträglich an. Bei knappem Grafikspeicher verkleinerst du die Gewichte in FP8 und lagerst sie in den Arbeitsspeicher oder auf die Festplatte aus, dafür dauert die Generierung länger.
  • Vorhandenes Material bearbeiten: Retake erzeugt einen einzelnen Abschnitt eines fertigen Clips neu, ohne den Rest anzufassen. Bei einem Wechsel des Seitenverhältnisses füllt Reframe den neu entstandenen Rand und arbeitet dabei bis zu einer Länge von 60 Sekunden. Dub-It ersetzt gesprochenen Text und zieht die Lippenbewegung mit, eine HDR-Erweiterung gibt 16-Bit-EXR-Bilder für die Farbkorrektur aus.
  • LTX Desktop und eigene LoRAs: Die Desktop-Anwendung steht in Version 1.1.0 vom 23.07.2026 unter Apache-2.0, für die Modellgewichte gilt weiterhin die LTX-2 Community License. Das Programm verbindet Generierung mit einem Schnittprogramm samt XML-Austausch zu Premiere Pro, DaVinci Resolve und Final Cut Pro. Unter Windows rechnet es mit einer NVIDIA-Karte lokal, unter macOS läuft die Generierung über die API von Lightricks. Der LTX Trainer trainiert eigene LoRAs, also kleine Zusatzmodelle, auf Marken, Figuren oder Bewegungsabläufe.

Preise und Tarife

Gewichte und Code liegen ohne Freischaltung auf Hugging Face und GitHub, für die Gewichte gilt die LTX-2 Community License. Sie erlaubt die kommerzielle Nutzung kostenfrei, solange der Jahresumsatz unter rund 8,6 Mio. Euro bleibt, der Schwelle von 10 Mio. US-Dollar aus der Lizenz. Lightricks rechnet dabei die gesamte Unternehmensgruppe zusammen, also Tochtergesellschaften und verbundene Firmen unter gemeinsamer Kontrolle. Oberhalb der Schwelle verlangt Lightricks eine kommerzielle Lizenz, deren Preise das Unternehmen nicht öffentlich nennt, und behält sich bei unlizenzierter Nutzung den doppelten Lizenzbetrag als pauschalen Schadensersatz vor.

Die laufenden Kosten stecken in der Hardware. Lightricks nennt eine einzelne RTX 5090 als Referenz. Die Systemvoraussetzungen von LTX Desktop empfehlen eine NVIDIA-Karte ab 32 GB Grafikspeicher und 160 GB freien Plattenplatz, dazu kommt Gemma 3 12B, das die Texteingabe für das Modell aufbereitet.

Ohne eigene Hardware nutzt du dasselbe Modell über die gehostete API von Lightricks. LTX-2.3 Fast kostet dort 0,05 Euro je Sekunde in 1080p (0,06 USD), 0,10 Euro in 1440p und 0,21 Euro in 4K, die höherwertige Pro-Variante 0,07, 0,14 und 0,28 Euro je Sekunde. Lightricks weist diese API-Preise netto aus, die Umsatzsteuer kommt bei der Abrechnung hinzu.

Für wen ist LTX-2 geeignet?

  • Agenturen und Marketingteams unterhalb der Umsatzschwelle: Wer viele kurze Clips produziert, zahlt bei den Cloud-Diensten je Sekunde und je Versuch. Unter 8,6 Mio. Euro Konzernumsatz kostet LTX-2 nach dem Kauf der Grafikkarte nichts mehr, ein verworfener Versuch schlägt nur mit Rechenzeit zu Buche. Mit eigenen LoRAs bleibt ein Markenstil über viele Clips hinweg gleich.
  • Postproduktion mit vorhandener GPU-Ausstattung: Retake, Reframe und die HDR-Ausgabe als 16-Bit-EXR zielen auf Teams, die ohnehin mit Premiere Pro, DaVinci Resolve oder Final Cut Pro arbeiten. Der XML-Austausch von LTX Desktop bindet generierte Einstellungen in einen bestehenden Schnitt ein.
  • Entwicklungsteams, die Videogenerierung einbauen: Der Code liegt als Monorepo mit getrennten Paketen für Modellkern, Pipelines und Training vor, jede Pipeline startest du direkt von der Kommandozeile. Dazu kommen offizielle ComfyUI-Knoten, mit denen sich das Modell in bestehende Arbeitsabläufe einfügt.

DSGVO und Datenschutz

Im lokalen Betrieb gibt es keine Gegenstelle. Eingaben, Zwischenstände und fertige Clips bleiben auf der Maschine, auf der das Modell rechnet, und einen Auftragsverarbeitungsvertrag brauchst du nicht, weil niemand für dich verarbeitet.

Daneben betreibt Lightricks die LTX API und LTX Studio. Die Datenschutzerklärung der LTX-Plattform in der Fassung vom 10.05.2026 nennt die Lightricks Ltd. in Jerusalem als Verantwortlichen und nicht als Auftragsverarbeiter. Lightricks entscheidet dort also selbst über die Daten und verarbeitet sie nicht in deinem Auftrag. Eingaben, Ergebnisse sowie Gesichts- und Stimmmodelle darf das Unternehmen nach Einwilligung für das Training eigener Modelle verwenden, Übermittlungen aus dem EWR laufen über Standardvertragsklauseln.

Einen EU-Serverstandort weist Lightricks nirgends aus, ein Auftragsverarbeitungsvertrag ist öffentlich nicht einsehbar. Benannt ist nur eine Vertretung in der EU, die Lightricks GmbH c/o Mazars Tax GmbH in Frankfurt am Main. Deshalb steht die DSGVO-Ampel dieses Eintrags auf nein, obwohl der lokale Betrieb für sich genommen unproblematisch ist.

Die Community License verlangt zusätzlich, dass du Ergebnisse erkennbar als maschinell erzeugt kennzeichnest. Untersagt sind Nachbildungen realer Personen ohne deren Einwilligung, medizinische Beratung und das Auslegen von Befunden, der Einsatz in Justiz-, Strafverfolgungs- und Asylverfahren sowie militärische Anwendungen. Für lokal erzeugte Werbe- und Produktvideos ohne Personenbezug ist LTX-2 damit gut brauchbar, bei Material mit echten Gesichtern und Stimmen gehört eine rechtliche Prüfung davor.

Alternativen zu LTX-2

  • Kling 3.0: Cloud-Dienst mit sehr guter Bildqualität und ohne Anforderungen an die eigene Hardware. Du zahlst je Generierung, und die Nutzungsbedingungen erlauben Kuaishou, deine Eingaben zum Training zu verwenden.
  • Seedance 2.0: Modell von ByteDance auf vergleichbarem Qualitätsniveau, ebenfalls nur als Dienst eines Anbieters außerhalb der EU nutzbar.
  • ComfyUI: Knotenbasierte Oberfläche, in die du LTX-2 über die offiziellen Knoten von Lightricks einbindest. Die Einrichtung dauert länger, dafür kombinierst du mehrere Modelle in einem Ablauf.

Was LTX-2 gut kann

  • Bild und Ton entstehen gemeinsam im selben Modell, ein zweiter Vertonungsschritt entfällt
  • Gewichte und Code frei herunterladbar, weder Konto noch Freischaltung nötig
  • 1080p, 1440p und 4K bei 24, 25, 48 oder 50 fps, natives Hochformat bis 1080x1920
  • LTX Desktop unter Apache-2.0 bringt Generierung und Videoschnitt in eine lokale Anwendung

Wo es hakt

  • Ab 8,6 Mio. Euro Konzernumsatz (10 Mio. USD) wird eine kommerzielle Lizenz fällig
  • Die Community License schließt Medizinberatung, Justizverfahren und Militär aus und verlangt eine Kennzeichnung der Ergebnisse
  • Lokaler Betrieb braucht eine NVIDIA-Karte der 32-GB-Klasse und rund 160 GB Plattenplatz
  • Die Cliplänge von 20 Sekunden gilt nur bei 1080p, in 4K sind es 10 Sekunden

Wofür es eingesetzt wird

Text-to-Video mit synchronem Ton · Videogenerierung auf eigener Hardware · Image-to-Video · Werbe- und Social-Media-Clips im Hochformat