KI-Hardware
NVIDIA RTX Spark Notebooks
im Test.
RTX Spark ist NVIDIAs erster eigener Chip für Windows-Notebooks: Ein Arm-Prozessor und eine Blackwell-Grafik teilen sich bis zu 128 GB Arbeitsspeicher, davon lassen sich laut ComputerBase bis zu 96 GB als Grafikspeicher nutzen. Damit laufen unter Windows Modelle der 120-Milliarden-Klasse mit CUDA, auch unterwegs ohne Internet. Die Geräte sind seit dem 16. Oktober 2026 im deutschen Handel, mit 128 GB kosten sie rund 6.700 Euro.
| Preismodell | Kostenpflichtig, Im Handel ab 2.899 Euro mit 24 GB, ASUS ProArt P16 mit 64 GB 4.299 Euro, mit 128 GB 6.699 Euro (Stand 15.10.2026) |
|---|---|
| Betriebsort | auf eigener Hardware |
| DSGVO | ohne weitere Auflagen einsetzbar |
| Quelloffen | nein |
Für lokale KI auf einem Notebook zählt, wie viel Speicher die Grafik nutzen kann. Windows-Notebooks mit eigener Grafikkarte haben höchstens 24 GB Grafikspeicher. Mehr gab es unter Windows bisher mit AMDs Ryzen AI Max, etwa im HP ZBook Ultra G1a mit bis zu 128 GB gemeinsamem Speicher, allerdings ohne CUDA. Mit RTX Spark bringt NVIDIA den Aufbau des DGX Spark in Windows-Notebooks: Prozessor und Grafik greifen auf denselben Arbeitsspeicher zu. NVIDIA hat die Plattform im Juni 2026 auf der Computex vorgestellt, die ersten Geräte sind seit dem 16. Oktober 2026 in Deutschland im Handel.
Wichtigste Funktionen
- N1X-Chip mit Blackwell-Grafik: Der Chip kombiniert einen Arm-Prozessor mit 18 oder 20 Kernen und eine Blackwell-Grafik mit 5.120 oder 6.144 CUDA-Kernen. Er wird bei TSMC in 3 nm gefertigt und nimmt im Notebook 45 bis 80 W auf. Die Angaben stammen aus dem Test von ComputerBase vom 15.10.2026.
- Bis zu 128 GB gemeinsamer Speicher: Die Geräte gibt es mit 24 bis 128 GB LPDDR5X. In der Variante mit 128 GB lassen sich laut ComputerBase bis zu 96 GB als Grafikspeicher zuweisen, StorageReview hat mit einer Aufteilung von 64 zu 64 GB getestet. Das reicht für quantisierte Modelle der 120-Milliarden-Klasse, deren Gewichte in 4 Bit statt in voller Genauigkeit gespeichert sind. Im Einstiegsmodell mit 24 GB sind ab Werk nur 8 GB für die Grafik reserviert.
- Bis 300 GB/s Speicherbandbreite: Die Bandbreite bestimmt vor allem, wie schnell ein geladenes Modell antwortet. RTX Spark liegt mit bis 300 GB/s auf dem Niveau des DGX Spark (273 GB/s) und des Mac mini M5 Pro (307 GB/s). Das MacBook Pro M5 Max erreicht 614 GB/s. StorageReview hat im Surface Laptop Ultra mit 128 GB im Speichertest STREAM 122 GB/s gemessen. Dieser Wert ist mit den Herstellerangaben der anderen Geräte nicht direkt vergleichbar.
- CUDA unter Windows: llama.cpp und Ollama laufen als native Arm-Programme mit CUDA. StorageReview hat auf dem Surface Laptop Ultra das Modell Qwen3.6-35B-A3B mit 58 bis 89 Tokens je Sekunde betrieben, als Grundlage für einen Coding-Agenten mit 64.000 Tokens Kontext.
- NPU nur für Windows-Funktionen: Der Chip hat zusätzlich eine NPU mit 55 TOPS. Sie ist laut ComputerBase den Copilot+-Funktionen von Microsoft vorbehalten, andere Programme können sie nicht nutzen. Für lokale Sprachmodelle zählen Grafik und Speicher.
Preise und Tarife
Die Preise stammen aus dem Test von ComputerBase vom 15.10.2026. Der Einstieg ist das Microsoft Surface Laptop Ultra mit 24 GB und 512 GB SSD für 2.899 Euro, mit 32 GB und 1 TB kostet es 3.299 Euro. Das ASUS ProArt P16 kostet mit 24 GB 2.999 Euro, mit 64 GB und 1 TB 4.299 Euro. Mit 128 GB führt Cyberport das ProArt P16 für 6.699 Euro. Geräte von Dell, HP, Lenovo und MSI sind angekündigt. Wer große Modelle nutzen will, sollte gleich 128 GB wählen, denn der Speicher ist verlötet und lässt sich später nicht erweitern.
Für wen sind RTX-Spark-Notebooks geeignet?
- Firmen, die mit Windows arbeiten: Wer Fachanwendungen, Verwaltung und Gerätepflege auf Windows ausgerichtet hat, bekommt lokale KI mit großem Speicher, ohne einen Mac einzuführen. Vor dem Kauf solltest du prüfen, ob die eigenen Fachprogramme unter Windows on Arm laufen.
- Beratungen und Kanzleien, die beim Kunden arbeiten: Verträge, Gutachten oder Personalunterlagen lassen sich unterwegs mit einem Sprachmodell bearbeiten. Das Modell liegt auf der SSD und antwortet auch ohne Netz.
- Entwicklungsteams mit CUDA-Software: Programme für NVIDIA-Hardware lassen sich auf dem Notebook unter Windows entwickeln und testen. Bei der Speicherbandbreite liegt das Gerät aber deutlich unter einer RTX 5090 im Arbeitsplatzrechner.
Nicht geeignet sind die Geräte, wenn mehrere Leute gleichzeitig dasselbe Modell nutzen sollen. Dafür gehört das Modell auf einen Server im eigenen Netz.
DSGVO und Datenschutz
Ein Notebook ist kein Dienst, es gibt keinen Serverstandort zu prüfen und keinen Auftragsverarbeitungsvertrag zu schließen. Solange ein Modell lokal geladen ist, findet die Verarbeitung auf dem Gerät statt. Windows 11 überträgt Diagnosedaten an Microsoft. Copilot und andere KI-Funktionen von Windows arbeiten nicht durchgängig lokal und sind getrennt zu bewerten oder abzuschalten. Bei einem mobilen Gerät ist Verlust oder Diebstahl das größere Risiko. Wer vertrauliche Unterlagen darauf verarbeitet, sollte BitLocker aktivieren und den Umgang mit dem Gerät in die eigenen technischen und organisatorischen Maßnahmen aufnehmen.
Alternativen zu RTX-Spark-Notebooks
- Apple MacBook Pro M5 Max: Ebenfalls 128 GB gemeinsamer Speicher, dazu die doppelte Bandbreite von 614 GB/s. Mit 128 GB kostet es ab 7.659 Euro und läuft nur mit macOS, ohne CUDA.
- NVIDIA DGX Spark: Derselbe Aufbau als Desktop-Gerät mit 128 GB und Linux. Er passt, wenn das Modell fest auf dem Schreibtisch oder im Netz für mehrere Arbeitsplätze laufen soll.
- NVIDIA RTX 5090: 32 GB Grafikspeicher mit 1.792 GB/s im Arbeitsplatzrechner. Modelle bis rund 35 Mrd. Parameter antworten darauf deutlich schneller, größere passen nicht hinein.
Was NVIDIA RTX Spark Notebooks gut kann
- Bis zu 128 GB gemeinsamer Speicher, davon bis zu 96 GB als Grafikspeicher nutzbar
- CUDA unter Windows, llama.cpp und Ollama laufen nativ auf Arm
- Windows-Notebook für Firmen, die kein macOS einsetzen wollen
- Mobil einsetzbar, das Modell antwortet auch ohne Internetverbindung
- Geräte von mehreren Herstellern angekündigt, darunter Microsoft, ASUS, Dell, HP, Lenovo und MSI
Wo es hakt
- Bis 300 GB/s Speicherbandbreite, halb so viel wie beim MacBook Pro M5 Max
- Windows on Arm: Einzelne Programme laufen nicht oder nur über Emulation
- Im Einstiegsmodell mit 24 GB sind nur 8 GB als Grafikspeicher reserviert
- Erste Generation, bei StorageReview schalteten sich 2 Geräte in einem Rechentest mit Last auf allen Prozessorkernen ab
- Arbeitsspeicher ist verlötet und beim Kauf endgültig festgelegt
Wofür es eingesetzt wird
Lokale Sprachmodelle unter Windows betreiben · Vertrauliche Unterlagen beim Kunden vor Ort ohne Internet bearbeiten · Agenten und RAG-Anwendungen gegen ein lokales Modell testen · CUDA-Software auf einem mobilen Gerät entwickeln