Automatisierung
Activepieces
im Test.
Der Kern von Activepieces steht unter der MIT-Lizenz, die Enterprise-Module unter einer kommerziellen Lizenz. Der visuelle Baukasten für Abläufe verbindet 756 Geschäftsanwendungen von Google Workspace bis Slack, und dieselben Integrationen stehen zugleich als MCP-Server für Claude, Cursor oder Windsurf zur Verfügung. Die Docker-Installation dauert wenige Minuten, fehlende Integrationen entstehen per TypeScript-SDK.
Stand 3. August 2026
| Preismodell | Freemium, Community Edition kostenlos (MIT). In der Cloud Free mit Tageskontingent an Credits, Plus rund 14 Euro (16 USD)/Monat und Team rund 143 Euro (166 USD)/Monat bei jährlicher Zahlung, Ultimate auf Anfrage |
|---|---|
| Betriebsort | beides möglich |
| DSGVO | ohne weitere Auflagen einsetzbar |
| Quelloffen | ja, MIT (Kern), Enterprise-Module kommerziell |
Zapier rechnet jeden einzelnen Schritt als eigene Einheit ab, und die Rechnung wächst mit der Länge des Ablaufs. Activepieces hat sein Tarifmodell auf Credits umgestellt und zählt gröber. Ein Durchlauf kostet 1 Credit, unabhängig von der Zahl der Schritte. Zusätzlich kosten allein KI-Aufrufe, je nach Modellklasse 2-20 Credits und mit eigenem API-Schlüssel 1 Credit. Auf dem eigenen Server fällt die Abrechnung ganz weg. Das Projekt läuft seit Dezember 2022 und steht bei über 23.000 Sternen auf GitHub.
Wichtigste Funktionen
- Visueller Baukasten für Abläufe: Du baust Abläufe mit der Maus, ohne Code schreiben zu müssen. Trigger, Bedingungen, Schleifen und Aktionen reihst du aneinander, und wo die vorhandenen Integrationen nicht reichen, schiebst du einen eigenen Code-Schritt dazwischen.
- 756 Integrationen: Von Google Workspace und Slack über CRM-Systeme bis hin zu Datenbanken sind die gängigen Geschäftsanwendungen direkt angebunden, rund 60 % davon aus der Community. Fehlt eine, erreichst du jede REST-Schnittstelle über die HTTP-Integration oder einen Webhook.
- KI-Agenten mit Rückfrage: Ein Agent bekommt eine Aufgabe und Zugriff auf ausgewählte Integrationen und arbeitet sie selbständig ab. Braucht ein Fall ein menschliches Urteil, hält er an. Die Freigabe kommt von dir. Activepieces protokolliert jeden Durchlauf mit Ein- und Ausgabe je Schritt, damit verfolgst du einen Fehler bis zur verursachenden Stelle zurück.
- MCP-Server für alle Integrationen: Du verbindest deine Integrationen einmal in Activepieces, holst dir eine Server-Adresse und trägst sie in Claude, Cursor oder Windsurf ein. Danach liest der KI-Assistent selbst Mails, legt Termine an oder ändert einen CRM-Eintrag. Eine eigene Anbindung je Integration entfällt.
- Pausierende Abläufe: Seit April 2026 hält ein Ablauf mitten im Durchlauf an und macht später weiter. Den Anstoß dazu gibt entweder ein Rückruf an eine eigene Webhook-Adresse oder ein fester Zeitpunkt. Der Zwischenstand übersteht Neustarts und Aktualisierungen der Installation. Das macht Freigabeschleifen und Wartezeiten von Tagen praktikabel, ohne dass einer der Arbeitsprozesse (Worker) die ganze Zeit belegt bleibt.
- Betrieb auf dem eigenen Server per Docker: Zum Ausprobieren genügt ein einzelner Container mit eingebauter Datenbank. Wer dauerhaft damit arbeitet, nimmt Docker Compose mit PostgreSQL und Redis oder das Helm-Paket für Kubernetes. Seit Juni 2026 leitet Activepieces die Größe der Installation aus einem einzigen Wert ab, der Zahl der gleichzeitig laufenden Abläufe. Als Faustregel gilt ein Ablauf je Worker, 0,5 vCPU (ein halber Rechenkern) und 1 GB RAM pro Worker sowie ein App-Server auf 10 Worker.
Preise und Tarife
Die Community Edition ist kostenlos und kennt keine Obergrenze bei Durchläufen, Nutzern oder Abläufen. Du zahlst nur deinen eigenen Server. Activepieces benennt selbst, was in dieser Fassung fehlt, nämlich KI-Agenten und Chat, getrennte Projekte, den API-Zugang und die gesamte Verwaltungsebene mit Single Sign-on, Rollen, Audit-Logs, Passwort-Tresoren und Git-Abgleich. Für den Betrieb dieser Enterprise-Module auf eigener Hardware brauchst du eine Lizenz.
In der Cloud rechnet Activepieces in Credits ab. Ein Durchlauf und eine Agenten-Aktion kosten je 1 Credit, KI-Schritte je nach Modellklasse 2, 10 oder 20 Credits und mit eigenem API-Schlüssel 1 Credit. Der Free-Plan bekommt täglich ein frisches Kontingent und stoppt weitere Durchläufe bis zum nächsten Tag, wenn es aufgebraucht ist.
Plus kostet rund 14 Euro (16 USD) pro Monat bei jährlicher Zahlung oder rund 17 Euro (20 USD) bei monatlicher Zahlung und deckt bis zu 5 Nutzer ab. Team liegt bei rund 143 Euro (166 USD) pro Monat bei jährlicher Zahlung oder rund 172 Euro (200 USD) bei monatlicher Zahlung, enthält 25 Nutzer und kostet danach rund 21,50 Euro (25 USD) je weiterem Nutzer. Dafür kommen Single Sign-on, Rollen und E-Mail-Support dazu. Wer sein Kontingent überzieht, zahlt rund 0,006 Euro (0,007 USD) je Credit, also rund 6 Euro für 1.000 zusätzliche Credits.
Ultimate verhandelt Activepieces individuell und gibt ein Jahreskontingent statt eines Monatskontingents, dazu Git-Abgleich mit Releases, SCIM für das automatische Anlegen und Sperren von Benutzerkonten aus dem Verzeichnisdienst, Audit-Logs und eigene Rollenmodelle. Für die Einbettung in ein eigenes Produkt ruft Activepieces ab rund 31.000 Euro (36.000 USD) im Jahr auf.
Jeder dieser Tarife läuft wahlweise in der Cloud von Activepieces oder auf deinen eigenen Servern.
Für wen ist Activepieces geeignet?
- IT-Abteilungen, die ihre Abläufe im eigenen Rechenzentrum betreiben: Die MIT-Lizenz erlaubt uneingeschränkten kommerziellen Einsatz, und Docker, Docker Compose und Helm decken vom Testaufbau bis zum Kubernetes-Cluster alles ab. Sobald mehrere Abteilungen mitarbeiten sollen, brauchst du zusätzlich eine Lizenz für die Verwaltungsebene.
- Teams, die ihre KI-Assistenten an Fachanwendungen anbinden wollen: Über den MCP-Server erreicht Claude oder Cursor die 756 Integrationen, ohne dass du für jede davon eine eigene Schnittstelle programmierst. Die Zugangsdaten liegen dabei in Activepieces und nicht im Assistenten.
- Firmen mit langen Abläufen, die bei Zapier oder Make an die Kostengrenze stoßen: Wer Abläufe mit 15 oder 20 Schritten sehr häufig laufen lässt, zahlt bei schrittweiser Abrechnung für jeden Durchlauf 15 oder 20 Einheiten. Bei Activepieces bleibt es pro Durchlauf bei 1 Credit, und auf dem eigenen Server entfällt die Mengenrechnung vollständig.
DSGVO und Datenschutz
Activepieces Inc. sitzt in den USA. Für die Cloud nennt der Anbieter in seiner Betriebsdokumentation eine wählbare EU-Datenregion, DSGVO-Konformität und eine SOC-2-Type-II-Prüfung, bei der ein externer Prüfer die Sicherheitsprozesse über einen längeren Zeitraum kontrolliert. Lass dir das vor einem Vertragsschluss im Trust Center zeigen und im Auftragsverarbeitungsvertrag schriftlich bestätigen, denn die Datenschutzerklärung beschreibt weiterhin eine Übermittlung in die USA und führt Google Analytics, Intercom, Mixpanel und Stripe als eingebundene Dienste. Am Rechtsraum ändert eine EU-Region ohnehin nichts, denn US-Behörden können sich über den CLOUD Act auch an einen US-Anbieter mit europäischen Rechenzentren wenden.
Auf dem eigenen Server bleibt die gesamte Verarbeitung auf deinen eigenen Servern, und du legst selbst fest, welches KI-Modell ein Ablauf anspricht, bis hin zu einem lokal betriebenen Modell. Seit April 2026 bringt Activepieces dafür einen eingebauten Netzwerkschutz mit, der Abläufe daran hindert, interne Adressen anzusprechen, die nicht ausdrücklich freigegeben sind. Für Behörden, Kanzleien und alle mit strengen Auflagen zur Auftragsverarbeitung ist die selbst betriebene Fassung deshalb die realistische Wahl, auch wenn sie den Betrieb von Datenbank, Redis und Updates ins eigene Team holt.
Alternativen zu Activepieces
- n8n: Aus Berlin, mit über 500 Integrationen und Code-Schritten in JavaScript und Python. Die Fair-Code-Lizenz schränkt die kommerzielle Nutzung als eigener Dienst ein, der Activepieces-Kern unter MIT nicht.
- Make: Über 3.000 Integrationen und eine ausgereifte Bedienoberfläche für verzweigte Abläufe, aber ohne Betrieb auf dem eigenen Server und damit nur als Cloud-Dienst nutzbar.
- Zapier: Die größte Sammlung mit über 8.000 Integrationen. Zapier rechnet allerdings je Schritt ab und wird bei langen, häufig laufenden Abläufen deutlich teurer.
Wofür Activepieces taugt
- MIT-Lizenz für den Kern, auf dem eigenen Server keine Obergrenze für Durchläufe, Nutzer und Abläufe
- 756 Integrationen, davon rund 60 % aus der Community beigesteuert
- Alle Integrationen zugleich als MCP-Server für Claude, Cursor und Windsurf
- Ein Durchlauf kostet 1 Credit, unabhängig von der Zahl der Schritte
Wo es hakt
- Community Edition ohne KI-Agenten, Chat, Projekte und API-Zugang
- Firmensitz USA, damit greift der CLOUD Act auch bei gewählter EU-Region
- Credit-Verbrauch von KI-Schritten schwer im Voraus zu kalkulieren
Wofür es eingesetzt wird
Geschäftsprozesse automatisieren · Geschäftsanwendungen verbinden · KI-Agenten mit Freigabeschritt bauen · Zapier oder Make ablösen