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Automatisierung

Make
im Test.

Make (ehemals Integromat) verbindet über 3.000 Apps in einer visuellen Szenario-Oberfläche. Verzweigungen, Filter und Fehlerbehandlung klickst du als Flussdiagramm zusammen, dazu kommen KI-Module für OpenAI, Claude und Gemini sowie eigene KI-Agenten. Das Produkt gehört seit 2020 zu Celonis, euer Vertragspartner ist die US-Gesellschaft Celonis, Inc. in New York.

4,0 von 5

Stand 4. August 2026

Preismodell Freemium, Kostenlos mit 1.000 Credits pro Monat; Core ab 10,32 Euro (12 USD)/Monat bei Jahreszahlung mit 10.000 Credits
Betriebsort Cloud
DSGVO im Einzelfall zu prüfen
Quelloffen nein

Wenn ein Auftrag ins CRM kommt, soll automatisch eine Nachricht in Slack erscheinen, in der Projektverwaltung eine Aufgabe entstehen und eine Bestätigungs-Mail hinausgehen. Genau solche mehrstufigen Abläufe baust du in Make zusammen, ohne eine Zeile Code zu schreiben.

Wichtigste Funktionen

  • Visueller Szenario-Editor: Make stellt jeden Ablauf als Flussdiagramm dar. Module verbindest du mit der Maus, Verzweigungen und Filter kommen per Klick hinzu. Du siehst auf einen Blick, wie Daten von App zu App fließen und wo sie umgeformt werden.
  • Über 3.000 App-Integrationen: Der Katalog reicht von CRM-Systemen wie HubSpot und Salesforce über Buchhaltungsprogramme bis zu Social-Media-Plattformen und listet aktuell 3.542 Apps. Für alles ohne fertiges Modul gibt es HTTP-Module, mit denen du beliebige Web-Schnittstellen (REST-APIs) anbindest.
  • Eingebaute KI-Module: Make hat eigene Module für OpenAI, Claude, Gemini und weitere Dienste. Textzusammenfassungen, Klassifikationen, Übersetzungen oder Bildanalysen baust du damit direkt in deine Szenarien ein, ohne eigenen Code für die Schnittstelle zu schreiben. Am 31.07.2026 hat Make die Credit-Kosten für die OpenAI-Modelle gesenkt und Opus 5 sowie Gemini 3.6 Flash aufgenommen.
  • KI-Agenten mit Sub-Agenten: In allen Tarifen baust du KI-Agenten, die je nach Situation selbst entscheiden, welches Szenario oder Werkzeug als Nächstes folgt. Seit dem 27.07.2026 kann ein Agent auch andere Agenten als Werkzeug einsetzen, allerdings nur eine Ebene tief. Die Funktion läuft weiterhin als Beta, wahlweise über den KI-Anbieter von Make oder über einen eigenen Modellschlüssel.
  • Fehlerbehandlung und Logik: Bedingte Pfade, Verteiler auf mehrere Zweige (in Make Router genannt), Schleifen und eigene Fehlerpfade konfigurierst du visuell. Damit baust du Szenarien, die bei einem Fehler auf einen Ausweichpfad wechseln, statt still zu scheitern.
  • Private Bereiche je Mitglied: Seit dem 17.07.2026 bekommt jedes Mitglied einer Organisation einen eigenen Bereich, in dem Modul-Einstellungen und Verbindungen für die anderen unsichtbar bleiben. Ein Administrator setzt dort ein Credit-Limit. Einsicht in Szenarionamen und Verbrauch gibt es nur im Unternehmenstarif.

Preise und Tarife

Seit dem 27.08.2025 rechnet Make in Credits statt in Operationen ab. Die Umstellung lief 1:1, und ein normaler Modulaufruf kostet weiterhin 1 Credit, unabhängig von der Datenmenge. Die KI-Funktionen rechnen dagegen nach Tokenmenge, Dateigröße oder Seitenzahl ab, und eigener JavaScript- oder Python-Code kostet 2 Credits je Sekunde Laufzeit. Damit ist der Verbrauch bei klassischen Szenarien gut planbar, bei KI-lastigen vorab kaum.

Der kostenlose Tarif enthält 1.000 Credits pro Monat, erlaubt 2 aktive Szenarien und lässt sie frühestens alle 15 Minuten laufen. Die Bezahltarife beginnen alle bei 10.000 Credits und verkürzen das Intervall auf 1 Minute, bei unbegrenzt vielen aktiven Szenarien. Bei Jahreszahlung kostet Core 10,32 Euro pro Monat (12 USD), Pro 18,06 Euro (21 USD) und Teams 32,68 Euro (38 USD). Monatlich gezahlt kostet Core 13,76 Euro, Pro 24,08 Euro und Teams 43,86 Euro, die Jahreszahlung ist auf dieser Stufe also rund 25 % günstiger.

Pro ergänzt priorisierte Ausführung, eigene Variablen und die Volltextsuche im Ausführungsprotokoll, Teams fügt Rollen und geteilte Szenario-Vorlagen hinzu. Das Credit-Volumen setzt du in jedem Bezahltarif über einen Regler bis in den Millionenbereich hoch, die Enterprise-Konditionen verhandelt Make einzeln.

Nicht verbrauchte Credits verfallen am Ende des Abrechnungszeitraums, bei monatlicher Zahlung also jeden Monat. Vorausbezahlte Credits bleiben nur bei jährlicher Zahlung über 12 Monate gültig. Make nennt alle Beträge in US-Dollar und ohne Steuer, für deutsche Geschäftskunden kommt zu den genannten Euro-Werten die Umsatzsteuer hinzu.

Für wen ist Make geeignet?

  • Kleine und mittlere Unternehmen: Wer wiederkehrende Aufgaben wie Rechnungsverarbeitung, Lead-Erfassung oder Bestellbestätigungen automatisieren will, kommt mit Make auch ohne technisches Team weit. Am visuellen Editor arbeiten auch Nicht-Entwickler ohne lange Einarbeitung.
  • Marketing- und Vertriebsteams: CRM-Automatisierungen, E-Mail-Strecken und Social-Media-Abläufe baust du ohne Code zusammen. Die KI-Module übernehmen dabei Texterstellung, Lead-Bewertung oder Zusammenfassungen eingehender Nachrichten.
  • Teams, die mit Zapier an Grenzen stoßen: Sobald ein Ablauf Router, Schleifen und eigene Fehlerpfade braucht, lässt Make mehr Logik zu und bleibt im Betrieb günstiger. Die Umstellung kostet Einarbeitung, weil Make in Szenarien und Modulen denkt statt in einfachen Auslöser-Aktion-Paaren.

DSGVO und Datenschutz

Beim Anlegen einer Organisation wählst du zwischen einem Rechenzentrum in den USA und einem in der EU. Die EU-Region liegt für normale Tarife in Irland und für Unternehmenskunden in Deutschland, betrieben auf AWS. Nach dem Anlegen steht der Rechenort dauerhaft fest.

Der Auftragsverarbeitungsvertrag liegt als PDF öffentlich im Rechtsbereich der Celonis-Webseite und gilt automatisch mit, eine gesonderte Unterschrift braucht es nicht. Öffentlich ist auch die Liste der Unterauftragsverarbeiter mit Stand vom 12.12.2025, also der Dienstleister, die Make hinzuzieht. Sie nennt AWS, MongoDB, Supabase und Cloudflare für den Betrieb, dazu OpenAI, Anthropic, Google, Groq und Microsoft für die KI-Funktionen.

Von diesen 5 KI-Anbietern ist allein Microsoft mit einem Standort in Frankreich gelistet, die anderen 4 verarbeiten in den USA, ebenso E2B, über das dein eigener JavaScript- oder Python-Code läuft. Make ist nach ISO 27001 zertifiziert und weist SOC 2 Type II und SOC 3 aus.

Make gehört seit 2020 zu Celonis. Euer Vertragspartner ist die US-Gesellschaft Celonis, Inc. mit Sitz im One World Trade Center in New York, obwohl die Entwicklung aus Prag stammt und die Celonis SE in München sitzt. Der Rahmenvertrag, den du bei der Anmeldung auf make.com annimmst, gilt nach dem Recht des Staates New York, Gerichtsstand ist ausschließlich New York. Für Kunden aus dem Europäischen Wirtschaftsraum stützt der Auftragsverarbeitungsvertrag die Übermittlung in die USA in erster Linie auf das EU-US Data Privacy Framework und erst hilfsweise auf Standardvertragsklauseln.

Die Daten in deinen Szenarien laufen ohnehin durch die angebundenen Drittdienste. Ein OpenAI- oder Google-Modul schickt sie an einen US-Anbieter, ganz gleich in welcher Region die Organisation angelegt wurde.

Für interne Abläufe ohne Personenbezug ist Make unbedenklich. Sobald Beschäftigten-, Mandanten- oder Patientendaten durch die Szenarien laufen, reicht uns der wählbare EU-Rechenort nicht aus, solange der Vertragspartner in New York sitzt und amerikanisches Recht gilt. Deshalb steht die Datenschutz-Ampel in diesem Eintrag auf nicht konform. Wer die Verarbeitung vollständig in europäischer Hand halten will, fährt mit n8n auf einem Server der eigenen Firma besser, denn Betrieb auf dem eigenen Server gibt es bei Make nicht.

Alternativen zu Make

  • n8n: n8n ist quelloffen und läuft auf dem eigenen Server. Es passt, wenn du den Betrieb selbst übernimmst und die Frage nach dem geltenden Recht gar nicht erst entstehen soll. Die Einarbeitung ist technischer als bei Make.
  • Zapier: Zapier hat mehr fertige Integrationen und einen einfacheren Einstieg, kostet aber mehr als Make und kommt bei verzweigten Abläufen früher an Grenzen.
  • Activepieces: Activepieces ist eine Open-Source-Plattform mit moderner Oberfläche, die du selbst hostest. Für einfachere Automatisierungen ist es eine kostenlose Alternative.

Wofür Make taugt

  • Über 3.000 App-Integrationen, dazu HTTP-Module für beliebige REST-APIs
  • Rechenzentrum in der EU beim Anlegen der Organisation wählbar, für normale Tarife Irland
  • Visueller Szenario-Editor für Verzweigungen, Schleifen und eigene Fehlerpfade
  • KI-Agenten in allen Tarifen, wahlweise mit eigenem Modellschlüssel

Wo es hakt

  • Nur als Cloud-Dienst nutzbar, kein offener Quellcode
  • Vertragspartner ist Celonis, Inc. in New York, es gilt das Recht des Staates New York
  • Der Rechenort ist nach dem Anlegen der Organisation unveränderlich
  • Nicht verbrauchte Credits verfallen am Ende des Abrechnungszeitraums

Wofür es eingesetzt wird

Geschäftsprozesse automatisieren · KI in bestehende Abläufe einbinden · CRM-Automatisierung · Social-Media-Planung