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Hosting & Cloud

Hetzner
im Test.

Hetzner Online ist ein deutsches Hosting-Unternehmen aus Gunzenhausen in Bayern, das seit 1997 eigene Rechenzentren betreibt und vom Cloud-Server über Dedicated Hardware bis zum S3-Speicher alles selbst vermietet. Für Unternehmen mit Datenschutzauflagen zählt vor allem die Eigentümerstruktur, denn hinter der GmbH steht kein US-Konzern, und die europäischen Standorte sind nach ISO 27001:2022 und BSI C5 Typ 2 geprüft.

4,0 von 5

Stand 3. August 2026

Preismodell Kostenpflichtig, Cloud-Server ab 5,49 €/Monat | GEX44 GPU 232,30 €/Monat plus 114 € Einrichtung | GEX131 GPU ab 1.197,30 €/Monat | Serverbörse ab 59 €/Monat
Betriebsort Cloud
DSGVO ohne weitere Auflagen einsetzbar
Quelloffen nein

Eine ganze Grafikkarte für KI-Anwendungen zu mieten, war in Europa lange an Rahmenverträge und Mindestlaufzeiten geknüpft. Hetzner vermietet sie stundenweise aus Rechenzentren in Falkenstein, Nürnberg und Helsinki, jede Karte fest einem Server zugeordnet. Teurer geworden ist das trotzdem. Das Unternehmen hat die Preise 2026 zweimal angehoben, und wer mit Zahlen aus dem Vorjahr kalkuliert, liegt heute deutlich daneben.

Wichtigste Funktionen

  • Hetzner Cloud: Cost-Optimized (CX auf Intel oder AMD, CAX auf Ampere-ARM) zielt auf Test- und Entwicklungsumgebungen, Regular Performance (CPX) läuft auf geteilten AMD-Kernen, General Purpose (CCX) auf dedizierten vCPUs für Produktivsysteme. Hetzner rechnet stündlich ab und deckelt die Summe beim Monatspreis, eine Mindestlaufzeit gibt es nicht. Firewalls und private Netze kosten nichts extra, Load Balancer, Volumes und Snapshots stehen getrennt auf der Rechnung.
  • GPU-Server für KI: Der GEX44 kombiniert eine NVIDIA RTX 4000 SFF Ada Generation mit 20 GB GDDR6, einen Intel Core i5-13500 und 64 GB RAM und kommt auf 306,8 TFLOPS Tensor-Leistung, genug für Inferenz mit mittelgroßen offenen Modellen. Der GEX131 stellt eine RTX PRO 6000 Blackwell Max-Q mit 96 GB GDDR7 ECC neben einen Xeon Gold 5412U und 256 GB DDR5 ECC und erreicht 3.511 TFLOPS, damit trainierst du auch große Modelle. Beide Server stehen ausschließlich in europäischen Rechenzentren und sind stundenweise buchbar.
  • Object Storage: Der S3-kompatible Speicher steht in Falkenstein, Nürnberg und Helsinki und nimmt Modellgewichte, Trainingsdaten und Sicherungen auf. Er arbeitet mit den üblichen Werkzeugen wie boto3, rclone oder mc zusammen, eingehender Datenverkehr und die S3-Aufrufe selbst kosten nichts. Bis zu 100 Buckets mit je 100 TB sind möglich.
  • Serverbörse: Hier sinkt der Mietpreis älterer Dedicated Server so lange, bis jemand zugreift. Anfang August 2026 standen dort über 120 Server ab 59 Euro im Monat ohne Einrichtungsgebühr, ein Teil davon mit Grafikkarte. Bei Dauerlast und knappem Budget ist das deutlich billiger als ein Cloud-Server gleicher Größe.
  • API und Infrastruktur als Code: Hetzner stellt eine REST-API, die Kommandozeile hcloud und einen offiziellen Terraform-Provider bereit, dazu kommen Community-Projekte wie hetzner-k3s für Kubernetes-Cluster. Damit beschreibst du eure Server in Konfigurationsdateien und baust sie jederzeit identisch wieder auf.
  • DDoS-Abwehr im Netz: Seit März 2026 filtert Hetzner Angriffe mit Nokia Deepfield Defender bereits an den Übergabepunkten zum Internet, bevor der Datenverkehr die gebuchten Server erreicht. Der Schutz greift auch für GPU-Server und Rechencluster und läuft ohne selbst gesetzte Schwellenwerte.

Preise und Tarife

Die erste Preisrunde zum 1. April traf Cloud- und Dedicated-Server auf breiter Front, die zweite zum 15. Juni kam zusammen mit einer Neuordnung der Produktnamen und schlug bei den stärkeren Reihen hart durch. Der CCX13 mit 2 dedizierten vCPUs, 8 GB RAM und 80 GB SSD stieg von 15,99 auf 42,99 Euro im Monat, der CPX22 von 7,99 auf 19,49 Euro. Bestandsverträge bleiben unberührt, die neuen Preise gelten für Neubestellungen und für das Umstellen bestehender Instanzen.

Der günstigste Cloud-Server ist der CX23 mit 2 vCPUs, 4 GB RAM und 40 GB SSD für 5,49 Euro im Monat, der ARM-Server CAX11 mit gleicher Ausstattung kostet 5,99 Euro. Diese Reihe läuft bewusst auf älteren Hardware-Generationen und ist deshalb knapp, Anfang August 2026 war sie ausverkauft. Sofort verfügbar ist der CPX12 mit 1 AMD-Kern, 2 GB RAM und 40 GB SSD für 11,49 Euro. Eine IPv4-Adresse kostet 0,50 Euro im Monat extra, 20 TB Datenverkehr sind je Server enthalten, jedes weitere Terabyte 1 Euro.

Der GPU-Server GEX44 liegt bei 232,30 Euro im Monat plus 114 Euro einmaliger Einrichtung, stundenweise bei 0,3723 Euro. Der GEX131 beginnt bei 1.197,30 Euro im Monat plus 599 Euro Einrichtung und kostet 1,9188 Euro je Stunde. Object Storage kostet 6,49 Euro im Monat, darin enthalten sind 1 TB Speicher und 1 TB ausgehender Datenverkehr, jedes weitere Terabyte Speicher 6,26 Euro und jedes weitere Terabyte Datenverkehr 1 Euro. Über die Serverbörse geht es ab 59 Euro im Monat ohne Einrichtungsgebühr los. Seit Juni 2026 vermietet Hetzner mit der DX-Reihe außerdem Dell-Hardware ab 704 Euro im Monat plus 349 Euro Einrichtung.

Alle genannten Beträge sind Nettopreise. Auf der Rechnung kommen für deutsche Kunden noch 19 % Umsatzsteuer dazu.

Für wen ist Hetzner geeignet?

  • Entwickler und DevOps-Teams: Wer mit Linux, Docker und Kommandozeile umgehen kann, bekommt hier viel Rechenleistung für wenig Geld. REST-API, hcloud und der Terraform-Provider decken den Weg von der Bestellung bis zum Wiederaufbau nach einem Ausfall ab.
  • KI-Projekte mit Datenschutzauflagen: Du mietest GPU-Server in deutschen und finnischen Rechenzentren, S3-Speicher für die Modellgewichte und normale Cloud-Server für die Anwendung davor. Hetzner ist eine deutsche GmbH, den Auftragsverarbeitungsvertrag kannst du vor der Bestellung lesen.
  • Agenturen und Freelancer mit mehreren Kundenprojekten: Auf einem CPX32 mit 4 AMD-Kernen, 8 GB RAM und 160 GB SSD für 35,49 Euro im Monat laufen Docker, n8n, Open WebUI und Paperless-ngx nebeneinander. Mehr Leistung gibt es auf der Serverbörse günstiger als in der Cloud.

DSGVO und Datenschutz

Hinter dem Angebot steht die Hetzner Online GmbH in Gunzenhausen, eine deutsche Gesellschaft ohne US-Mutterkonzern. Die europäischen Rechenzentren liegen in Falkenstein, Nürnberg und Helsinki, dazu kommen Standorte in Ashburn und Hillsboro in den USA sowie in Singapur, die eigene Tochtergesellschaften führen. Für personenbezogene Daten aus Deutschland wählst du die europäischen Standorte, Object Storage und GPU-Server gibt es ohnehin nur dort.

Den Auftragsverarbeitungsvertrag stellt Hetzner öffentlich als PDF bereit, den Hauptteil in der Fassung vom 10. Februar 2025 und die Anlage mit den technischen und organisatorischen Maßnahmen in der Fassung vom 16. Februar 2026. §3 legt fest, dass die Verarbeitung ausschließlich in der EU oder im EWR stattfindet und jede Verlagerung in ein Drittland vorab die Zustimmung des Auftraggebers braucht. Anlage 3 nennt die zugelassenen Subunternehmer mit Namen und Anschrift, darunter die Töchter in den USA und in Singapur. Die Maßnahmen prüft der TÜV Rheinland extern, das Protokoll liegt für Kunden mit unterzeichnetem Vertrag im Kundenkonto.

Bei den Nachweisen steht Hetzner besser da, als der Preis vermuten lässt. Das Informationssicherheits-Managementsystem ist nach ISO/IEC 27001:2022 zertifiziert, und zwar für alle Hosting-Dienste und Rechenzentren in Nürnberg, Falkenstein und Helsinki. Für die Cloud-Dienste kommt ein Testat nach BSI C5 Typ 2 hinzu, außerdem stuft das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik Hetzner als Betreiber kritischer Anlagen ein und prüft nach §8a BSIG. SOC 2 fehlt, das begründet Hetzner damit, dass ISO 27001 international breiter anerkannt sei. Eigene KI-Dienste betreibt das Unternehmen nicht, es gibt also auch kein Modell, in das eure Daten einfließen könnten.

Damit passen bei Hetzner Firmensitz, Eigentümerstruktur und Serverstandort zusammen, und die Belege dafür liegen ohne Vertriebsgespräch auf dem Tisch. Wer die Standorte in den USA oder in Singapur nutzen möchte, klärt das vorher mit der eigenen Datenschutzbeauftragten. Den Strom beziehen die Rechenzentren aus Wasserkraft, in Deutschland seit 2008 und in Finnland seit der Eröffnung 2018, geprüft nach der EU-Umweltnorm EMAS.

Alternativen zu Hetzner

  • Mittwald: Managed Hosting aus Espelkamp mit Agentur-Werkzeugen, White-Label-Kundencenter und einem eigenen KI-Angebot auf deutscher Hardware. Mittwald ist deutlich teurer als Hetzner und übernimmt dafür Wartung und Updates.
  • Infomaniak AI Services: Statt eines eigenen GPU-Servers bekommst du dort eine fertige, OpenAI-kompatible Schnittstelle zu offenen Modellen aus Genf und Zürich, abgerechnet nach Verbrauch. Du gibst die Kontrolle über die Hardware ab und musst dafür kein Modell selbst betreiben.
  • Netcup: Der Anbieter aus Nürnberg liegt in ähnlicher Preisklasse und vermietet seit 2026 auch vGPU-Server. Dort teilst du dir eine H200 und bekommst 7 oder 14 GB Grafikspeicher zugewiesen, bei Hetzner mietest du die ganze Karte.

Wofür Hetzner taugt

  • Deutsche GmbH ohne US-Mutterkonzern, eigene Rechenzentren in Falkenstein, Nürnberg und Helsinki
  • ISO 27001:2022 für alle Hosting-Dienste, BSI C5 Typ 2 für die Cloud, Prüfung nach §8a BSIG
  • GPU-Server mit fest zugeordneter Karte, GEX44 mit 20 GB VRAM und GEX131 mit 96 GB VRAM
  • 20 TB Datenverkehr je Cloud-Server enthalten, jedes weitere Terabyte kostet 1 Euro
  • REST-API, hcloud-Kommandozeile und offizieller Terraform-Provider
  • Auftragsverarbeitungsvertrag öffentlich als PDF, ohne Vertriebsgespräch einsehbar

Wo es hakt

  • Zwei Preisrunden 2026, bei den Reihen mit dedizierten vCPUs mehr als eine Verdopplung
  • Die günstige CX- und ARM-Reihe war Anfang August 2026 nicht bestellbar
  • Keine verwalteten Datenbank- oder Kubernetes-Dienste, Betrieb und Wartung bleiben bei dir
  • Managed Server nur in Nürnberg und ohne Agentur-Werkzeuge wie bei Mittwald
  • Kein eigenes CDN und kein SOC 2, Hetzner setzt bewusst allein auf ISO 27001

Wofür es eingesetzt wird

KI-Modelle auf GPU-Servern hosten (Inferenz und Training) · VPS für selbst gehostete Tools (n8n, Nextcloud, Open WebUI) · S3-kompatibles Object Storage für Modellgewichte und Datensätze · DSGVO-konformes Cloud-Hosting als AWS- und Azure-Alternative · Günstige Dedicated Server über die Serverbörse mieten