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OVHcloud AI Endpoints
im Test.
OVHcloud ist ein französischer Cloud-Anbieter mit 46 eigenen Rechenzentren und 1,6 Millionen Kunden. Die AI Endpoints stellen 20 Modelle mit offenen Gewichten über eine OpenAI-kompatible Schnittstelle bereit, die Rechenarbeit läuft im Rechenzentrum Gravelines. Der Preis richtet sich nach den verbrauchten Token, ohne Mindestabnahme und ohne Vertragslaufzeit. Rohleistung gibt es im selben Konto als GPU-Instanz.
| Preismodell | Kostenpflichtig, AI Endpoints ab 0,04 € pro Mio. Token, dauerhaft freier Zugang mit 2 Anfragen pro Minute, GPU-Instanzen mit H100 ab 2,80 € pro Stunde |
|---|---|
| Betriebsort | Cloud |
| DSGVO | ohne weitere Auflagen einsetzbar |
| Quelloffen | nein |
Zwei französische Anbieter kommen in die engere Wahl, wenn eine KI-Schnittstelle nachweisbar in Europa rechnen soll. OVHcloud ist der größere davon, ein börsennotierter Konzern aus Roubaix, der seine Server selbst baut und in eigenen Rechenzentren betreibt. Die Inferenz der AI Endpoints läuft an genau einem Ort, im nordfranzösischen Gravelines, und diesen Ort kannst du nicht wechseln.
Wichtigste Funktionen
- OpenAI-kompatible API: Bestehender Code mit der OpenAI-Bibliothek läuft nach dem Tausch von Adresse und Schlüssel weiter. Der Wechsel von einem US-Dienst kostet keinen Umbau der Anwendung.
- 20 Modelle mit offenen Gewichten: Im Katalog stehen gpt-oss-20b und gpt-oss-120b für Aufgaben mit Zwischenschritten, Qwen3.8-27B, Qwen3.6-27B und das große Qwen3.5-397B-A17B mit 262.000 Token Kontext und Bildverständnis, das kleine Qwen3.5-9B, dazu Meta-Llama-3.3-70B und Qwen2.5-VL-72B. Für die Suche stehen Qwen3-Embedding-8B, bge-m3 und bge-multilingual-gemma2 bereit. Proprietäre Modelle wie GPT-5 oder Claude gibt es hier nicht.
- Sprache, Bilder und Moderation: Whisper transkribiert Audio, 4 Riva-Stimmen sprechen Text ein, darunter eine deutsche. Stable Diffusion XL erzeugt Bilder, 2 Qwen3Guard-Modelle prüfen Ein- und Ausgaben auf unerwünschte Inhalte.
- Batch-Schnittstelle für Massenläufe: Bis zu 50.000 Zeilen je Auftrag laufen im Hintergrund durch, das Ergebnis liegt nach spätestens 24 Stunden vor. Die Produktseite nennt dafür die Hälfte des Basispreises, die Seite des Testlabors dagegen eine kostenfreie Beta-Phase. Für die Klassifizierung ganzer Dokumentenbestände oder das Aufbereiten einer Wissensbasis für die Suche ist das der günstige Weg.
- GPU-Instanzen zum Selbstbetrieb: Für konstante Last oder ein eigenes Modell buchst du im selben Konto Instanzen mit H200, H100, L40S, L4 oder älteren Karten wie der V100S. Gravelines hat die größte Auswahl, die H200 steht zusätzlich in Paris.
- Freier Zugang ohne Anmeldung: Der Testbereich (Playground) auf der Katalogseite beantwortet 2 Anfragen pro Minute je IP-Adresse und Modell, ganz ohne Schlüssel. Mit Schlüssel sind es 400 Anfragen pro Minute je Projekt und Modell.
Preise und Tarife
OVHcloud rechnet pro Million Token ab. gpt-oss-20b liegt bei 0,04 Euro für die Eingabe und 0,15 Euro für die Ausgabe, gpt-oss-120b bei 0,08 und 0,40 Euro. Qwen3.5-9B kostet 0,10 und 0,15 Euro, Qwen3.8-27B und Qwen3.6-27B je 0,40 und 2,70 Euro, Qwen3.5-397B-A17B 0,60 und 3,60 Euro, Meta-Llama-3.3-70B einheitlich 0,67 Euro in beide Richtungen.
Embeddings, also die für die Suche berechneten Zahlenwerte eines Textes, beginnen bei 0,01 Euro pro Million Token. Whisper rechnet nach Sekunden ab, die schnelle Fassung mit 0,00001278 Euro je Sekunde. Sprachausgabe, Bildgenerierung und die beiden Moderationsmodelle kosten nichts, der anonyme Zugang mit 2 Anfragen pro Minute bleibt dauerhaft frei. Für das erste Public-Cloud-Projekt gibt es 200 Euro Guthaben, gültig für 1 Monat.
Für den Selbstbetrieb zählt der Stundenpreis je GPU, unabhängig von der Tokenzahl. Eine H100 mit 80 GB startet bei 2,80 Euro pro Stunde, eine L40S bei 1,40 Euro. OVHcloud zählt sekundengenau ab einer Mindestdauer von 1 Minute, und eine angehaltene Instanz kostet weiter, solange sie nicht gelöscht ist.
Die H200-Instanz mit 8 Karten kostet rund 42 Euro pro Stunde. Der Selbstbetrieb rechnet sich bei gleichmäßig hoher Auslastung oder wenn ein nachtrainiertes Modell laufen soll.
Alle genannten Beträge sind Nettopreise, die Umsatzsteuer kommt hinzu. Die deutsche Preisliste zeigt in der Voreinstellung den Bruttowert mit 19 %. Die Zahlen dort sehen deshalb zunächst höher aus als hier.
Für wen ist OVHcloud geeignet?
- Unternehmen mit strenger Datenschutzprüfung: Wer der eigenen Datenschutzbeauftragten belegen muss, wo OVHcloud rechnet und mit wem der Vertrag zustande kommt, bekommt hier einen deutschen Vertragspartner, einen frei abrufbaren Auftragsverarbeitungsvertrag und ein benanntes Rechenzentrum in Frankreich.
- Teams, die von OpenAI wegwollen: Die kompatible Schnittstelle macht die Umstellung bestehender Anwendungen einfach. In n8n oder AnythingLLM trägst du nur eine neue Adresse und einen neuen Schlüssel ein.
- Projekte mit großen Stapelläufen: Ein ganzer Dokumentenbestand, der klassifiziert oder für die Suche aufbereitet werden soll, läuft über die Batch-Schnittstelle. Die Produktseite nennt dafür die Hälfte des Basispreises. Die Wartezeit von bis zu 24 Stunden nimmst du dafür in Kauf.
DSGVO und Datenschutz
Für deutsche Kunden ist die OVH GmbH in Köln der Vertragspartner, eine Tochter der französischen OVH Groupe SA ohne US-Muttergesellschaft. Den Auftragsverarbeitungsvertrag lädst du ohne Anmeldung herunter, die deutsche Fassung stammt vom 17.10.2025 und steht auf ovhcloud.com unter den Vertragsbedingungen.
Daneben liegt eine Liste der Unterauftragsverarbeiter vom 16.10.2025. Sie führt auch Konzerngesellschaften in Kanada, Großbritannien, Indien, Australien und Singapur auf, die für Betrieb und Wartung eingreifen können. Für solche Zugriffe gelten die von der EU-Kommission vorgegebenen Standardvertragsklauseln nach Artikel 44 ff. DSGVO.
Die Inferenz selbst läuft ausschließlich in Gravelines. Das steht in der Produktdokumentation vom 03.02.2026, und die Verfügbarkeitstabelle nach Regionen bestätigt es, dort hat AI Endpoints allein unter Frankreich einen Haken. OVHcloud sichert zu, übermittelte Inhalte weder zum Training der Modelle zu nutzen noch über die Abrechnung hinaus aufzubewahren.
Die zugrunde liegende Public-Cloud-Plattform ist nach ISO 27001, 27017, 27018 und 27701 zertifiziert, für französische Gesundheitsdaten kommt die HDS-Zulassung hinzu. Die Produktseite der AI Endpoints nennt den Dienst inzwischen selbst nach ISO 27001, SOC 2 Typ II und HDS zertifiziert und sagt Zero Data Retention zu. Brauchst du den Nachweis für die eigene Dokumentation, lässt du dir den Geltungsbereich trotzdem schriftlich bestätigen, denn in den Produktlisten der Zertifikate stand AI Endpoints bisher nicht beim Namen. Die staatliche französische Sicherheitsqualifizierung SecNumCloud haben bei OVHcloud die Hosted Private Cloud und der Bare Metal Pod, nicht die AI Endpoints.
Für AI Endpoints gilt Anhang 10 der Besonderen Vertragsbedingungen für Public-Cloud-Dienste, in der deutschen Fassung vom 26.08.2026. Er sagt je Modell eine monatliche Verfügbarkeit von 99,5 % zu, ausgenommen sind Modelle im Testbetrieb. Rechenort, Rechtsträger und Vertragswerk kannst du bei OVHcloud damit einzeln nachlesen. Alle 3 liegen in Europa.
Alternativen zu OVHcloud
- Scaleway: Auch Scaleway kommt aus Frankreich und verbindet Token-API mit eigenen GPU-Servern. Die Bedienung ist etwas schlanker, das Datenschutzprofil ähnlich. Für den direkten Vergleich ist das die naheliegende zweite Adresse.
- IONOS AI Model Hub: IONOS betreibt die Server in Deutschland und hat ein BSI-C5-Testat, dazu Einbettungs- und Rerank-Modelle für Antworten aus eigenen Dokumenten.
- Hetzner: Günstiger, wenn du Modelle selbst auf GPU-Servern installieren und betreiben möchtest. Du behältst mehr Kontrolle und richtest dafür alles selbst ein.
Was OVHcloud AI Endpoints gut kann
- Inferenz ausschließlich in Gravelines, Vertragspartner für deutsche Kunden ist die OVH GmbH in Köln
- Auftragsverarbeitungsvertrag frei herunterladbar, dazu eine öffentliche Liste der Unterauftragsverarbeiter
- OVHcloud nutzt Eingaben nach eigener Zusage nicht zum Training und speichert außer den Abrechnungsdaten nichts
- Dauerhaft freier Zugang ohne Schlüssel, 200 Euro Startguthaben für das erste Public-Cloud-Projekt
- Token-API und eigene GPU-Instanzen im selben Konto, Preise in Euro ausgewiesen
Wo es hakt
- Der Katalog umfasst 20 Modelle, darunter keines von DeepSeek
- Mistral-7B-Instruct-v0.3 und Qwen3-Coder-30B sind seit dem 01.10.2026 abgeschaltet, Mistral-Nemo und Mistral-Small-3.2 folgen am 04.11.2026
- Kein Zugang zu proprietären Modellen wie GPT-5 oder Claude
- Starke inhaltliche Nähe zu Scaleway, ebenfalls ein französischer Anbieter mit Token-API und GPU
Wofür es eingesetzt wird
KI-API mit Verarbeitung in einem französischen Rechenzentrum · Migration bestehender OpenAI-Anwendungen ohne Code-Umbau · Massenverarbeitung von Dokumenten über die Batch-Schnittstelle · GPU-Instanzen für den Selbstbetrieb eigener Modelle