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Hosting & Cloud

Melious
im Test.

Melious ist eine Vermittlungsschicht über 12 europäische Anbieter für Modellbetrieb, darunter Scaleway, OVHcloud, IONOS, TensorX und Verda. Anwendungen sprechen einen Endpunkt an, Melious verteilt die Anfrage nach Preis, Geschwindigkeit, CO2-Ausstoß oder einer ausgewogenen Mischung und wechselt bei Ausfall eines Anbieters selbständig zum nächsten.

3,5 von 5

Stand 20. Oktober 2026

Zum Anbieter
Preismodell Kostenpflichtig, Nutzungsbasiert pro Token ab 0,04 Euro pro Million Token Eingabe, ohne Grundgebühr und Mindestabnahme
Betriebsort Cloud
DSGVO im Einzelfall zu prüfen
Quelloffen nein

Wer sich für einen europäischen KI-Hoster entscheidet, übernimmt dessen Modellauswahl und Preisliste gleich mit. Fällt der Anbieter aus oder nimmt er ein Modell vom Netz, steht die eigene Anwendung. Melious aus Saarbrücken legt eine Vermittlungsschicht darüber, die dieselbe Anfrage an verschiedene europäische Anbieter weiterreichen kann.

Wichtigste Funktionen

  • Ein Endpunkt für 12 Anbieter: Melious vermittelt laut Unterauftragsverarbeiterliste an Berget AI, Infercom, Inceptron, Nebius, Regolo, Scaleway, TensorX, Verda, AKI.IO, IONOS, OVHcloud und weber.cloud. Du schließt dafür einen Vertrag ab und bekommst eine Rechnung. Seit August 2026 lässt Melious nach eigener Angabe einzelne Modelle bei Verda in Helsinki laufen, zum Start GLM 5.2 und DeepSeek V4 Flash 0731. Seit dem 13.10.2026 ist Melious außerdem als Anbieter im Gateway Requesty eingebunden.
  • Routing nach Kriterium: An die Modell-Kennung wird ein Modus angehängt, wahlweise balanced, speed, price, eco oder batch. Melious wählt daraufhin den Anbieter, der beim gewählten Kriterium passt, ohne dass du die Anbieter einzeln vergleichen musst.
  • Automatisches Ausweichen: Wenn ein Anbieter nicht antwortet, geht die Anfrage an den nächsten Anbieter mit demselben Modell. Das erhöht die Verfügbarkeit gegenüber einem einzelnen Hoster, macht den Rechenort im Standardbetrieb aber variabel.
  • Zwei kompatible Schnittstellen: Melious spricht die OpenAI- und die Anthropic-Schnittstelle. Anwendungen, die gegen eine der beiden Schnittstellen gebaut sind, wechseln über die Basis-URL. Werkzeuge wie LangChain funktionieren ebenfalls.
  • Umweltdaten je Antwort: Auf Wunsch liefert jede Antwort Energieverbrauch, CO2-Ausstoß, Wasserverbrauch, den Effizienzwert des Rechenzentrums und das Land der Verarbeitung mit. Für Unternehmen mit Nachhaltigkeitsberichterstattung ersetzt das grobe Schätzungen durch Werte aus der konkreten Anfrage.
  • Mehr als Textmodelle: Neben Chat und Streaming gibt es Funktionsaufrufe, Bildverstehen, JSON-Ausgabe, Stapelverarbeitung, Embeddings, Bildgenerierung und Spracherkennung. Eine Chat-Oberfläche gibt es ebenfalls für alle, die kein eigenes Programm bauen wollen.

Preise und Tarife

Melious rechnet pro Token ab, ohne Grundgebühr, Verpflichtung oder Mindestabnahme. Der Katalog führt 47 Modelle, darunter 29 Sprachmodelle. Das günstigste Sprachmodell, GPT-OSS 20B, kostet 0,04 Euro pro Million Token Eingabe und 0,16 Euro Ausgabe. Kimi K3 liegt bei 2,85 Euro Eingabe und 14,25 Euro Ausgabe, GLM 5.3 bei 1,00 und 3,00 Euro. DeepSeek V4 Pro hat Melious aus dem Katalog genommen. Embedding-Modelle kosten 0,01-0,03 Euro pro Million Token, Bildgenerierung 0,008-0,015 Euro pro Bild, Spracherkennung 0,001-0,009 Euro pro Minute. Für Programmierwerkzeuge gibt es seit August 2026 zusätzlich Abos mit festem Monatspreis, nur für Unternehmen. Sie kosten derzeit 49 bis 999 Euro im Monat und enthalten GLM 5.3, GLM 5.3 Flash und DeepSeek V4.1 Flash in der Fassung 1017, im größten Abo DeepSeek V4 Flash 0731. Die genannten Preise sind Nettobeträge, bei deutscher Rechnungsstellung kommt die Umsatzsteuer dazu.

Für wen ist Melious geeignet?

  • Entwicklerteams, die europäische Anbieter vergleichen: Wer verschiedene Anbieter und Modelle testen will, ohne jedes Mal einen Vertrag zu schließen und die Anbindung neu zu bauen, bekommt über Melious einen gemeinsamen Zugang.
  • Anwendungen mit Verfügbarkeitsanspruch: Wenn ein KI-Dienst im Tagesgeschäft hängt, etwa in der Auftragserfassung oder im Kundendienst, federt das Ausweichen auf einen zweiten Anbieter Ausfälle ab. Bei einem einzelnen Hoster gibt es diese Möglichkeit nicht.
  • Unternehmen mit Nachhaltigkeitsberichterstattung: Die Umweltdaten je Anfrage können aufsummiert und in die eigene Berichterstattung übernommen werden. Das ersetzt Schätzungen zum Verbrauch der KI-Nutzung.

DSGVO und Datenschutz

Melious AI GmbH sitzt im Starterzentrum der Universität des Saarlandes in Saarbrücken. Der Auftragsverarbeitungsvertrag vom 03.10.2026 ist öffentlich einsehbar und nennt eine Verarbeitung grundsätzlich innerhalb der EU oder des Europäischen Wirtschaftsraums. Die Unterauftragsverarbeiterliste vom 23.07.2026 nennt 12 Anbieter für Modellbetrieb mit Sitz in Deutschland, Frankreich, Irland, Luxemburg, Finnland, Italien, Schweden und den Niederlanden. Für Plattform-Infrastruktur nennt Melious IONOS mit Region Frankfurt und OVHcloud.

Für das grüne DSGVO-Abzeichen reicht das trotzdem nicht. Die Verarbeitung findet beim jeweils angesteuerten Anbieter statt. Der Nutzen von Melious liegt gerade in der Weiterleitung zwischen Anbietern. Melious zeigt das Land der Verarbeitung auf Wunsch in der Antwort, garantiert in den öffentlichen Unterlagen aber keinen festen Rechenort je Modell für den Standardbetrieb. Für DSGVO-sensible Anwendungen passt Melious nur, wenn du das Routing vertraglich oder technisch auf geprüfte Anbieter und Länder beschränkst.

Alternativen zu Melious

  • Scaleway: Französischer Anbieter mit eigenem Rechenzentrum bei Paris und abgeschlossener ISO-27001-Zertifizierung. Die richtige Wahl, wenn der Verarbeitungsort eindeutig feststehen soll.
  • TensorX: Irische Inferenz-Plattform mit aktuellen Open-Weight-Modellen zu niedrigen Preisen. Ähnlich jung wie Melious, aber mit eigener Plattform statt Vermittlung über 12 Anbieter.
  • IONOS AI Model Hub: Deutscher Hoster mit Rechenzentrum in Deutschland und BSI C5. Passt, wenn der Serverstandort ausdrücklich Deutschland sein muss.

Was Melious gut kann

  • Ein Endpunkt für 12 europäische Anbieter für Modellbetrieb
  • OpenAI- und Anthropic-kompatibel, Umstieg über die Basis-URL
  • Automatisches Ausweichen auf einen anderen Anbieter bei Ausfall
  • Jede Antwort enthält auf Wunsch Energie-, CO2- und Wasserverbrauch

Wo es hakt

  • Sehr junges Unternehmen aus dem Starterzentrum der Universität des Saarlandes
  • Ein Zertifikat wie ISO 27001 nennt Melious nicht
  • Der Rechenort hängt vom gewählten Modell und Routing ab

Wofür es eingesetzt wird

Open-Weight-Modelle über eine Schnittstelle nutzen · Ausfallsicherheit über mehrere EU-Anbieter · Anbieterwechsel ohne Codeänderung · CO2-Verbrauch je Anfrage ausweisen