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KI-Agenten

OpenHuman
im Test.

OpenHuman von TinyHumans AI ist ein persönlicher KI-Assistent mit einem Kern in Rust, den du als Desktop-App, im Browser, im Terminal oder als Dienst auf einem Server betreibst. Er zieht Mails, Termine und Dokumente aus angebundenen Diensten in ein Gedächtnis, das ab Werk auf dem eigenen Rechner liegt. Aufgaben erledigt er mit einem Modell deiner Wahl, vom Cloud-Anbieter bis zum lokalen Modell.

3,5 von 5

Stand 2. Oktober 2026

Zum Anbieter
Preismodell Freemium, Software kostenlos (GPL-3.0), TinyHumans-Konto für die Cloud-Dienste ab rund 17 Euro pro Monat oder Guthaben ab rund 4,30 Euro
Betriebsort beides möglich
DSGVO im Einzelfall zu prüfen
Quelloffen ja, GPL-3.0

Die meisten KI-Assistenten vergessen nach dem Gespräch, was sie gelesen haben. OpenHuman baut dagegen ein Gedächtnis auf, das sich alle 20 Minuten aus den angebundenen Diensten nachfüllt. Das Projekt ist seit Mitte Mai 2026 öffentlich und lag am 02.10.2026 bei über 40.000 GitHub-Sternen. Nach eigener Angabe steht es in einer frühen Beta. Die Version 0.64.10 erschien am 30.09.2026.

Wichtigste Funktionen

  • Was aus Mail, Kalender, Chat oder Dokumenten hereinkommt, zerlegt OpenHuman in kleine Stücke, bewertet sie und verdichtet sie zu Zusammenfassungen je Quelle, je Person und je Tag. Der Agent liest zuerst die Zusammenfassung und geht nur dort ins Detail, wo er etwas findet. Ab Werk liegt dieses Gedächtnis auf deinem Rechner und erscheint zusätzlich als Ordner mit Markdown-Dateien, den du in Obsidian öffnest.
  • Im laufenden Betrieb schaltest du auf eine andere Gedächtnis-Engine um. Zur Wahl stehen CortexDB bei TinyHumans sowie Mem0, Cognee, Supermemory und AgentMemory auf einem eigenen Server. Vorhandene Erinnerungen kopiert OpenHuman auf Wunsch mit.
  • Über 100 Dienste wie Gmail, Notion, Slack, GitHub und Microsoft Teams bindest du mit einer Anmeldung an. Dazu kommen 15 Nachrichtenkanäle, darunter E-Mail direkt über IMAP und SMTP.
  • Als Modell dient die verwaltete Anbindung von TinyHumans oder einer von 26 Cloud-Anbietern mit eigenem Schlüssel, etwa Mistral, OpenAI und Anthropic. Lokale Modelle laufen über Ollama, LM Studio, MLX oder einen anderen OpenAI-kompatiblen Server. Auch Claude Code lässt sich als Modellweg einhängen.
  • Der Privacy Mode local_only wird im Programmkern durchgesetzt und nicht per Anweisung an das Modell. Er lehnt jeden Cloud-Anbieter schon beim Aufbau der Verbindung ab und sperrt Netzwerkwerkzeuge, Websuche, Anbindungen und Texteinbettungen aus der Cloud. Erlaubt bleiben nur lokale Modelle. Die Spracheingabe ist die dokumentierte Ausnahme, weil OpenHuman keine lokale Spracherkennung mitbringt.
  • Was der Agent selbst tun darf, legst du in 3 Stufen fest: nur lesen, beaufsichtigt oder selbständig.
  • OpenHuman nimmt an Meetings in Google Meet, Zoom, Microsoft Teams und Webex teil, spricht dort und schreibt live mit.
  • Derselbe Kern läuft als Desktop-App für macOS, Windows und Linux, als Oberfläche im Browser, als Terminal-Programm und als Dienst ohne Oberfläche auf einem Server. Für Linux gibt es fertige Pakete für x64 und ARM64, dazu liegt ein Dockerfile im Repository.

Preise und Tarife

OpenHuman selbst steht unter der GPL-3.0 und kostet nichts. Mit einem lokalen Modell fallen keine Gebühren an. Mit eigenen Schlüsseln zahlst du direkt beim jeweiligen Anbieter. Für die verwalteten Dienste brauchst du ein Konto bei TinyHumans: Modellzugang, Websuche, Texteinbettungen, Sprache, Mediengenerierung und die Anbindungen der Dienste. TinyHumans führt die Preise in US-Dollar, hier zum Kurs 0,86 umgerechnet. Basic kostet 17,20 Euro im Monat (20 USD) und enthält Guthaben von rund 18 Euro (21 USD) sowie 1 GB Speicher. Pro kostet 172 Euro im Monat (200 USD) mit rund 181 Euro Guthaben (210 USD) und 100 GB Speicher. Enterprise mit Betrieb im eigenen Rechenzentrum bietet TinyHumans individuell an. Ohne Abo lädst du Guthaben ab 4,30 Euro (5 USD) auf und zahlst dieselben Preise je Aufruf. Bezahltes Guthaben erstattet TinyHumans nicht, auch nicht anteilig. Alle Beträge verstehen sich netto zuzüglich Umsatzsteuer.

Für wen ist OpenHuman geeignet?

Selbstständige und Geschäftsführer kleiner Firmen, die viel über Mail, Kalender und Chat abwickeln, bekommen mit OpenHuman einen Assistenten, der diese Kanäle im Blick behält und auf Nachfrage zusammenfasst. Weil das Gedächtnis aus allen angebundenen Diensten gespeist wird, beantwortet er auch Fragen, deren Antwort über mehrere Quellen verteilt ist.

Technisch interessierte Anwender, die lokale KI im Alltag ausprobieren wollen, betreiben OpenHuman auf einem Mac mit Apple Silicon oder einem Linux-Rechner mit einem Modell aus Ollama oder LM Studio. Mit eingeschaltetem Privacy Mode bleibt jede Anfrage auf dem Gerät. Die Anbindungen an Online-Dienste und die Websuche entfallen dann allerdings.

DSGVO und Datenschutz

Ab Werk liegt das Gedächtnis auf deinem Rechner. Was darüber hinaus nach außen geht, hängt von der Einrichtung ab. Die Desktop-App meldet sich mit einem TinyHumans-Konto an. Anmeldung, Sitzung und Abrechnung laufen auch im Privacy Mode weiter über TinyHumans, nach Angabe des Herstellers ohne Inhalte. Die Anbindungen an Gmail, Notion und die übrigen Dienste laufen über TinyHumans und den Integrationsdienst Composio. Die verwaltete Spracherkennung läuft ebenfalls über TinyHumans.

Die Datenschutzerklärung von TinyHumans vom 02.02.2026 schließt aus, dass persönliche Daten für Werbung oder für das Training öffentlich geteilter oder fremder Modelle verwendet werden. Sie nennt aber weder einen Firmensitz noch Serverstandorte noch die Dienstleister für Infrastruktur und Modellbetrieb. Einen Auftragsverarbeitungsvertrag weist TinyHumans nicht aus.

Für Firmendaten kommt OpenHuman deshalb nur im Privacy Mode mit einem lokalen Modell infrage. Auch dann bleibt zu klären, ob Firmenpost in das persönliche Gedächtnis einer einzelnen Person gehört und wie ihr dort Löschpflichten erfüllt.

Alternativen zu OpenHuman

  • Hermes Agent ist ebenfalls ein persönlicher Agent auf eigener Hardware und steht unter MIT statt GPL-3.0. Er leitet aus erledigten Aufgaben eigene Skills ab und ist über Telegram, Signal oder E-Mail erreichbar.
  • OpenClaw verbindet sich mit über 30 Chat-Diensten wie WhatsApp, Telegram und Signal und läuft unter MIT auf eigener Hardware. Zu dem Projekt sind mehrere Sicherheitsvorfälle dokumentiert.
  • Letta legt das Gedächtnis eines Agenten in versionierten Markdown-Dateien ab und läuft lokal, auf eigenem Server oder in der Cloud. Es richtet sich eher an Entwickler, die Agenten mit dauerhaftem Gedächtnis bauen.

Was OpenHuman gut kann

  • Privacy Mode sperrt im Programmkern jeden Cloud-Aufruf und lässt nur lokale Modelle über Ollama, LM Studio oder MLX zu
  • Gedächtnis liegt ab Werk auf dem eigenen Rechner und lässt sich als Obsidian-Ordner lesen
  • Über 100 Dienste per Anmeldung angebunden, dazu 15 Nachrichtenkanäle einschließlich E-Mail über IMAP und SMTP
  • Läuft auf macOS, Windows und Linux, als Dienst ohne Oberfläche auch auf Linux-Servern mit ARM64

Wo es hakt

  • Frühe Beta, der Hersteller kündigt selbst Ecken und Kanten an
  • Anbindungen, Websuche, Spracherkennung und das verwaltete Gedächtnis laufen über ein Konto bei TinyHumans
  • Die Datenschutzerklärung nennt weder Firmensitz noch Serverstandort noch Dienstleister

Wofür es eingesetzt wird

Persönlichen KI-Assistenten mit dauerhaftem Gedächtnis betreiben · Mails, Termine und Dokumente aus über 100 Diensten zusammenführen · An Online-Meetings teilnehmen und mitschreiben lassen · Mit lokalen Modellen ohne Cloud arbeiten