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Formbricks
im Test.
Formbricks (über 12.000 GitHub-Sterne) ist eine quelloffene Umfrage-Plattform der Formbricks GmbH aus Kiel, die sich als Alternative zu Typeform und Qualtrics versteht. Über einen visuellen Editor baust du Umfragen, die als Link laufen, direkt in der eigenen Web-App erscheinen oder in einer E-Mail eingebettet sind. Seit Version 5 sammelt die Plattform zusätzlich Rückmeldungen aus anderen Quellen ein und wertet sie gemeinsam mit den eigenen Umfragen aus. Betrieb auf dem eigenen Server per Docker und die Cloud in Frankfurt stehen beide zur Wahl.
Stand 3. August 2026
| Preismodell | Freemium, Community Edition selbst gehostet kostenlos / Cloud Hobby kostenlos mit 250 Antworten pro Monat / Pro ab ca. 64 €/Monat (74 USD, jährlich) / Enterprise-Lizenz auf Anfrage |
|---|---|
| Betriebsort | beides möglich |
| DSGVO | ohne weitere Auflagen einsetzbar |
| Quelloffen | ja, AGPL-3.0 |
Eine Umfrage in Formbricks startet automatisch, sobald jemand eine bestimmte Aktion abschließt, etwa eine neue Funktion ausprobiert oder ein Supportgespräch beendet. Über Attribute wie Tarif, Region oder Nutzungsverhalten grenzt du vorher ein, wer die Frage sieht. Antworten kommen so von Leuten, die den betreffenden Teil des Produkts gerade benutzt haben.
Wichtigste Funktionen
- Umfragen über mehrere Kanäle: Eine Umfrage läuft als Link zum Versenden per E-Mail oder über soziale Netzwerke, als eingebettete Umfrage in der eigenen Web-App oder direkt in einer E-Mail, in der die erste Frage schon anklickbar ist. Alle Kanäle verwaltest du in derselben Oberfläche.
- Zielgruppen und Auslöser: Jede Umfrage bekommt eine Zielgruppe aus Attributen wie Tarif, Region oder Nutzungsverhalten und einen Auslöser, also die Aktion, nach der sie erscheint. Über Quoten begrenzt du zusätzlich, wie viele Antworten je Segment eingehen.
- Alle gängigen Fragetypen: NPS, Bewertungsskalen, Multiple Choice, Matrix, offene Textfelder und Dateiupload. Verzweigte Fragebögen baust du über Logikregeln zusammen, ohne zu programmieren, und Formbricks zählt angefangene Antworten mit.
- Rückmeldungen aus anderen Quellen: Unify Feedback zieht Rückmeldungen aus CSV-Dateien, über die Schnittstelle oder aus angebundenen Werkzeugen in denselben Bestand wie die eigenen Umfragen. Offene Texte sortiert die Plattform nach Stimmung und gruppiert sie zu Themen, Diagramme und geteilte Dashboards zeigen das Ergebnis. Diese Auswertung gehört zur Enterprise Edition.
- Anschluss an KI-Assistenten: Über einen MCP-Server, eine offene Schnittstelle für KI-Assistenten, erreichen Claude Code, die Claude-Apps oder Codex die Umfragen und die Folgeschritte, also die automatischen E-Mails nach einer abgeschlossenen Antwort. Die Anmeldung läuft über den eigenen Formbricks-Login statt über einen API-Schlüssel, und die Rechte des Kontos gelten weiter. Wer im Arbeitsbereich nur lesen darf, darf auch über den Assistenten nichts ändern.
- Integrationen: Formbricks reicht Antworten an Slack, Zapier, n8n, Make.com, Google Sheets, Airtable und Notion weiter, für eigene Systeme gibt es Webhooks. Der API-Zugang ist in allen Tarifen enthalten, auch im kostenlosen.
Preise und Tarife
Die Community Edition ist kostenlos und läuft per Docker oder Helm-Chart auf eigenen Servern. Sie enthält unbegrenzt viele Umfragen und Nutzer, alle Fragetypen, verzweigte Logik, Datei-Uploads, ein eigenes Erscheinungsbild, sämtliche Integrationen, Webhooks, die SDKs und den vollen API-Zugang. Begrenzt ist nur die Zahl der Arbeitsbereiche, die Formbricks Workspaces nennt, und davon erlaubt die Community Edition genau einen.
Teams mit Rollen, Kontaktverwaltung, Quoten, Audit-Logs, Anmeldung per SAML oder OIDC und die Auswertung über Unify Feedback setzen eine Enterprise-Lizenz voraus. Einen Listenpreis nennt Formbricks dafür nicht mehr. Der Anbieter rechnet nach Antworten, Arbeitsbereichen und Funktionen ab und macht ein Angebot auf Anfrage, für einen Machbarkeitsnachweis gibt es eine kostenlose Testlizenz.
In der Formbricks Cloud deckt der kostenlose Hobby-Tarif einen Arbeitsbereich mit 250 Antworten pro Monat ab. Pro kostet bei jährlicher Zahlung ca. 64 Euro pro Monat (74 USD) und umfasst 3 Arbeitsbereiche, 2.000 Antworten pro Monat, beliebig viele Nutzer, Kontaktverwaltung, alle Integrationen, die mobilen SDKs und KI-Übersetzungen; monatlich gezahlt sind es ca. 77 Euro (89 USD).
Scale liegt bei ca. 280 Euro pro Monat (325 USD, jährlich) oder ca. 335 Euro monatlich (390 USD) und ergänzt 5 Arbeitsbereiche, 5.000 Antworten, Teams mit Rollen, Quoten, Zwei-Faktor-Anmeldung, Spam-Schutz und die gemeinsame Auswertung aller Rückmeldungen. Wer mehr Antworten braucht, kann eine nutzungsabhängige Abrechnung dazuschalten. Alle genannten Zahlen sind Nettobeträge, auf der Rechnung kommt die Umsatzsteuer noch dazu.
Für wen ist Formbricks geeignet?
- Produkt- und UX-Teams in Software-Firmen: Wer Rückmeldungen innerhalb der eigenen Anwendung einholen will, ohne die Nutzer auf eine fremde Seite zu schicken, bekommt mit den eingebetteten Umfragen und den SDKs für React, Vue, Svelte, iOS und Android eine ausgereifte Grundlage.
- Unternehmen und Behörden mit DSGVO-Anforderungen: Formbricks läuft auf dem eigenen Server, der Anbieter sitzt in Deutschland, und den Auftragsverarbeitungsvertrag könnt ihr vor der Unterschrift lesen. Das ist eine belastbare Grundlage für Befragungen mit personenbezogenen Daten.
- Teams, die Typeform oder Qualtrics ablösen wollen: Formbricks deckt den Kern beider Werkzeuge ab, zu einem deutlich niedrigeren Preis und mit der Möglichkeit, die Plattform selbst zu betreiben.
DSGVO und Datenschutz
Hinter Formbricks steht die Formbricks GmbH in Kiel. Die Cloud läuft in Frankfurt, und die Umfragedaten liegen nach Angaben des Anbieters verschlüsselt in Deutschland. Die Liste der Unterauftragnehmer steht offen in der Datenschutzerklärung.
Datenbank und E-Mail-Versand laufen über AWS in Deutschland, die Fehlerprotokolle über Sentry in Deutschland, die Produktanalyse über PostHog EU. Außerhalb der EU bleiben nur Stripe für die Zahlungsabwicklung und Chatwoot für den Support, beide ohne Zugriff auf die Antworten der Befragten. Den Auftragsverarbeitungsvertrag samt Standardvertragsklauseln kannst du vor dem Vertragsschluss vollständig lesen, ein SOC-2-Type-II-Bericht liegt vor, die ISO-27001-Zertifizierung ist nach eigener Aussage in Arbeit.
KI-Funktionen sind abgeschaltet, bis eine Organisation sie einschaltet, und nur Inhaber und Manager dürfen den Schalter umlegen. Die Übersetzung von Fragebögen und die Diagrammerstellung laufen dann über Gemini 3.5 Flash auf Google-Cloud-Servern in Deutschland, die Berechnung der Vektoren für die Themensortierung auf Formbricks-eigener Hardware in Deutschland. Zum Training von Modellen nutzt der Anbieter die erhobenen Daten nach eigener Angabe nicht. Auf dem eigenen Server schaltest du die KI-Funktionen entweder ganz ab oder betreibst sie mit einem lokalen Modell, dann bleibt die gesamte Verarbeitung auf eurer eigenen Hardware.
Die AGPL-3.0 erlaubt den freien Einsatz, verpflichtet aber dazu, eigene Änderungen unter derselben Lizenz zu veröffentlichen, sobald ihr die Software öffentlich anbietet. Für Befragungen mit personenbezogenen Daten ist Formbricks damit in beiden Betriebsarten eine Wahl, die einer Prüfung durch die Datenschutzbeauftragte standhält.
Alternativen zu Formbricks
- Typebot: Baut Formulare als Chat-Dialog statt als Fragebogen, seit September 2024 unter der Functional Source License und per Docker selbst hostbar. Bei der Vorqualifizierung von Anfragen und der Sortierung von Support-Anliegen passt Typebot besser, bei NPS- und Zufriedenheitsbefragungen mit Auswertung liegt Formbricks vorn.
- Typeform: Hat mehr fertige Vorlagen und ausgereiftere Gestaltungsmöglichkeiten, ist dafür proprietär und läuft auf US-Servern. ein Betrieb auf dem eigenen Server ist nicht vorgesehen.
- LimeSurvey: Gehört zu den ältesten quelloffenen Umfragewerkzeugen, bringt eine sehr breite Fragebogenlogik mit und ist an Hochschulen und in Behörden verbreitet. Die Oberfläche ist weniger modern als die von Formbricks.
Wofür Formbricks taugt
- Deutscher Anbieter, Cloud-Server in Frankfurt, Unterauftragnehmer und Auftragsverarbeitungsvertrag öffentlich einsehbar
- Community Edition per Docker kostenlos selbst hostbar, ohne Grenze bei Antworten und Nutzern
- Umfragen direkt in der eigenen Web-App, mit SDKs für React, Vue, Svelte, iOS und Android
- Integrationen für Slack, Zapier, n8n, Make, Google Sheets und Airtable
Wo es hakt
- Enterprise-Lizenz fürs Betrieb auf dem eigenen Server nur auf Anfrage, seit Sommer 2026 ohne öffentlichen Listenpreis
- Community Edition auf einen Arbeitsbereich begrenzt, Teams, Rollen und die zentrale Anmeldung nur mit Enterprise-Lizenz
- Kostenloser Cloud-Tarif mit 250 Antworten pro Monat schnell ausgereizt
Wofür es eingesetzt wird
Kundenfeedback sammeln · NPS-Abfragen durchführen · In-App-Umfragen einbetten · Website-Besucher befragen · Nutzerforschung betreiben