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Business-Tools

Listmonk
im Test.

Listmonk ist eine selbst gehostete Newsletter- und Mailing-Listen-Plattform, die mit einem einzigen Go-Prozess und wenig Arbeitsspeicher auch große Verteiler verarbeitet. Anders als Mailchimp, Brevo oder Mailjet rechnet Listmonk nicht nach Abonnentenzahl ab. Du brauchst dafür einen eigenen Server mit PostgreSQL ab Version 12 und einen SMTP-Dienst deiner Wahl.

4,0 von 5

Stand 4. August 2026

Preismodell Kostenlos, AGPL-3.0, Kosten entstehen nur für Server und Versanddienst
Betriebsort auf eigener Hardware
DSGVO ohne weitere Auflagen einsetzbar
Quelloffen ja, AGPL-3.0

Bei Mailchimp und Brevo wächst die Rechnung mit der Abonnentenzahl, auch wenn ihr nur einmal im Quartal versendet. Listmonk kennt keine solche Staffel. Laut Projektdokumentation hat das Go-Programm über 7 Millionen E-Mails ausgeliefert und dabei im Spitzenwert einen Bruchteil eines CPU-Kerns und 57 MB Arbeitsspeicher gebraucht. Die Rechnung beschränkt sich auf den eigenen Server und den Versanddienst.

Die Fassung 6.2.0 vom 26.06.2026 korrigiert mehrere Fehler in der Rechteprüfung von Installationen mit mehreren Benutzern und eine Lücke beim Einlesen von CSV-Dateien, über die sich Dateien außerhalb des vorgesehenen Verzeichnisses schreiben ließen. Ältere Installationen brauchen deshalb ein Update. Das Projekt gibt es seit 2019, es hat über 22.000 Sterne auf GitHub und der letzte Codestand ist vom 03.08.2026.

Wichtigste Funktionen

  • Visueller Editor mit Outlook-Modus: Der Editor setzt E-Mails seit Version 5.0.0 per Maus aus Blöcken zusammen. Version 6.2.0 ergänzt einen Outlook-Modus, der die Darstellung in Microsoft Outlook stabil hält. Daneben stehen HTML-Vorlagen mit Go-Syntax, Markdown und ein Richtext-Editor.
  • Segmentierung über SQL-Abfragen: Empfänger filterst du über beliebige eigene Attribute, etwa Kundennummer, Branche oder Datum des letzten Auftrags. Das setzt SQL-Kenntnisse voraus, spart dafür ein zusätzliches Werkzeug und den Umweg über Exportdateien.
  • Transaktionale E-Mails über die API: Passwort-Rücksetzungen, Bestellbestätigungen und Benachrichtigungen aus eigenen Anwendungen laufen über dieselbe Installation, seit Version 6.0.0 auch an Empfänger, die in keiner Liste stehen.
  • SMTP-Routing je Absenderdomain: Seit 6.2.0 wählt Listmonk den Versandserver anhand der Absenderadresse. Firmen mit mehreren Marken oder Mandanten trennen damit Zustellwege und Absenderreputation, ohne mehrere Installationen zu betreiben.
  • Datenschutz-Schalter in den Einstellungen: Abonnenten dürfen ihre gespeicherten Daten exportieren, ändern und vollständig löschen, jeweils einzeln freischaltbar. Die Öffnungs- und Klickmessung schaltest du ganz ab oder betreibst sie so, dass die Zahlen keiner einzelnen Person zugeordnet werden.
  • Bounce-Verarbeitung: Unzustellbare Adressen erkennt Listmonk über ein POP3-Postfach oder über Webhooks von Amazon SES, Azure ACS, SendGrid, Postmark, Forward Email und Lettermint. Der Weg über das POP3-Postfach funktioniert mit jedem Mailanbieter.

Preise und Tarife

Die Software kostet nichts, weder nach Abonnentenzahl noch nach Benutzern oder Versandvolumen, und die AGPL-3.0-Lizenz erlaubt den kommerziellen Einsatz. Ihr zahlt den Server und den Versand. Ein kleiner VPS mit PostgreSQL ab Version 12 reicht, ein einzelner Prozess und eine Datenbank sind die ganze Installation.

Beim Versand rechnet Amazon SES nutzungsabhängig rund 0,09 Euro je 1.000 E-Mails ab (0,10 USD). Neue Konten starten seit dem 21.07.2026 im Essentials-Tarif mit rund 0,14 Euro je 1.000 E-Mails (0,16 USD), auf die nutzungsabhängige Abrechnung stellst du jederzeit um. Für Versand innerhalb Europas kommt ein europäischer Dienst wie Brevo aus Paris in Frage, der seine Datenbanken nach eigener Auskunft in der EU betreibt, oder gleich der eigene Mailserver. Die genannten Versandpreise sind Nettobeträge, auf der Rechnung kommt die Umsatzsteuer noch dazu.

Für wen ist Listmonk geeignet?

  • Firmen mit wachsender Verteilerliste: Wer bei einem Cloud-Dienst mit jeder neuen Tausenderstufe in den nächsten Tarif rutscht, zahlt bei Listmonk weiterhin nur Server und Versand. Der Vorteil wird umso größer, je seltener ihr versendet, denn ruhende Abonnenten kosten hier nichts.
  • Entwicklungsteams mit eigenen Anwendungen: Die REST-API deckt den vollen Funktionsumfang ab, Webhooks melden Zustellprobleme zurück, und transaktionale Mails aus dem eigenen Shop oder Portal laufen über dieselbe Installation wie der Newsletter. Seit 6.2.0 änderst du Listenzuordnungen auch per SQL über die API.
  • Behörden, Kanzleien und Vereine mit strenger Datenschutzprüfung: Die Abonnentenliste liegt in der eigenen PostgreSQL-Datenbank, Auskunft und Löschung erledigen Abonnenten über eingebaute Selbstbedienungsseiten. Ein Verarbeitungsverzeichnis, also die nach Artikel 30 vorgeschriebene Übersicht aller Verarbeitungen, ist damit leichter zu führen als bei einem Cloud-Dienst mit langer Kette von Unterauftragnehmern.

DSGVO und Datenschutz

Listmonk läuft auf eurer eigenen Hardware. Einen Serverstandort gibt der Hersteller nicht vor, denn er betreibt keine eigene Cloud und verkauft keine gehostete Fassung. Abonnentendaten, Kampagneninhalte und Tracking-Zahlen liegen in eurer PostgreSQL-Datenbank, ein Training von KI-Modellen mit diesen Daten gibt es nicht.

Den Versand übernimmt ein SMTP-Dienst, an den Listmonk die fertigen E-Mails übergibt. Steht dort Amazon SES oder Postmark, gehen Empfängeradressen und Kampagneninhalte an einen US-Anbieter, und du brauchst den passenden Auftragsverarbeitungsvertrag nach Artikel 28 DSGVO. Mit einem europäischen Dienst oder einem eigenen Mailserver bleibt die Kette in der EU.

Ab Werk fragt die Installation außerdem einmal täglich bei update.listmonk.app nach neuen Versionen und gibt dabei die Adresse eures Servers preis, Abonnentendaten gehen dorthin nicht. In den allgemeinen Einstellungen schaltest du die Abfrage ab.

Abonnenten können ihre Daten exportieren (Artikel 15), über eine Einstellungsseite ändern (Artikel 16) und samt Anmeldungen, Aufrufen und Klicks löschen (Artikel 17). Beim Double-Opt-in speichert Listmonk auf Wunsch die IP-Adresse der Bestätigung als Nachweis der Einwilligung nach Artikel 7. Der Kopfzeileneintrag List-Unsubscribe für die Abmeldung mit einem Klick ist ebenso schaltbar wie eine Erlaubnis- oder Sperrliste für E-Mail-Domänen. Die Verantwortung für den rechtskonformen Betrieb bleibt beim Betreiber, technisch steht dem nichts im Weg.

Alternativen zu Listmonk

  • Mautic: Die quelloffene Marketing-Automatisierung beherrscht mehrstufige Kampagnen mit Bedingungen und Verzweigungen, die Listmonk fehlen. Die Entwicklung läuft aktiv, aktuell ist Version 7.1.3 vom 07.07.2026. Mautic braucht dafür mehr Server und eine längere Einarbeitung.
  • Brevo: Der Pariser Anbieter übernimmt Versand und Zustellbarkeit komplett und rechnet nach versendeten E-Mails statt nach Kontakten ab, seine Datenbanken stehen nach eigener Auskunft in der EU. Dafür liegen die Abonnentendaten bei einem Dritten und du brauchst einen Auftragsverarbeitungsvertrag.
  • n8n: Verbindet Listmonk mit den übrigen Systemen im Unternehmen. Über die API ziehst du Abonnenten aus einem CRM nach, starten Kampagnen zeitgesteuert oder melden unzustellbare Adressen an ein Ticketsystem.

Wofür Listmonk taugt

  • Rechnet nicht nach Abonnentenzahl ab und hat keine monatliche Grundgebühr
  • Über 7 Millionen E-Mails mit einem Bruchteil eines CPU-Kerns und 57 MB Arbeitsspeicher
  • Visueller Editor mit Outlook-Modus, dazu HTML-Vorlagen, Markdown und Richtext
  • Transaktionale E-Mail-API für Bestellbestätigungen und Passwort-Mails
  • Abonnenten können ihre Daten selbst einsehen, ändern und löschen

Wo es hakt

  • Nur Betrieb auf eurer eigenen Hardware, der Hersteller betreibt keine Cloud
  • Kein eigener Versand, ein SMTP-Dienst oder Mailserver muss dazukommen
  • Automatisierte E-Mail-Strecken und Autoresponder fehlen

Wofür es eingesetzt wird

Newsletter an eigene Abonnentenlisten versenden · Mailing-Listen verwalten und segmentieren · Transaktionale E-Mails über API auslösen · E-Mail-Kampagnen erstellen und analysieren