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Business-Tools

Budibase
im Test.

Budibase ist eine quelloffene Low-Code-Plattform für interne Anwendungen, von Dashboards über Formulare bis zu Genehmigungsabläufen. Der Drag-and-drop-Builder greift direkt auf PostgreSQL, MySQL, MongoDB, Google Sheets oder REST-Schnittstellen zu, ohne dass Daten in ein neues System kopiert werden müssen. Seit März 2026 kommen KI-Agenten hinzu, die dieselben Tabellen und Automatisierungen als Werkzeuge nutzen.

4,0 von 5

Stand 3. August 2026

Zum Anbieter
Preismodell Freemium, Free (Betrieb auf dem eigenen Server, quelloffen, 1 Workspace) / Pro rund 16 Euro, Premium rund 42 Euro, Business rund 257 Euro pro Monat
Betriebsort beides möglich
DSGVO im Einzelfall zu prüfen
Quelloffen ja, GPL-3.0, Bezahlfunktionen BSL 1.1

Ein internes Werkzeug entsteht entweder als Eigenentwicklung, die Wochen dauert, oder als Fertiglösung, an der am Ende doch die Hälfte nicht passt. Budibase legt einen visuellen Builder über die Datenbanken, die im Unternehmen ohnehin im Einsatz sind, und bündelt Apps, Automatisierungen, Datenquellen und Agenten in einem gemeinsamen Workspace. Das Projekt kommt aus Belfast und hat über 28.000 GitHub-Sterne. Seit Anfang 2026 richtet Budibase die Plattform auf KI-Agenten aus.

Wichtigste Funktionen

  • Drag-and-drop-App-Builder: Du ziehst Komponenten wie Tabellen, Formulare, Schaltflächen und Diagramme auf die Oberfläche. Budibase generiert daraus automatisch CRUD-Oberflächen (Erstellen, Lesen, Aktualisieren, Löschen), sobald eine Datenquelle verbunden ist.
  • KI-Agenten: Seit dem 12. März 2026 legst du in jedem Workspace Agenten an, die Tabellen, API-Aufrufe, Automatisierungen und angebundene Apps als Werkzeuge nutzen. Sie nehmen Anfragen aus Slack, Microsoft Teams und Discord entgegen, legen Datensätze an, leiten Freigaben weiter und benachrichtigen Kollegen. Als Modell hinterlegst du Budibase AI, OpenAI, Anthropic, Google, Mistral, OpenRouter, Groq oder jede andere OpenAI-kompatible Schnittstelle, also auch ein lokales Modell aus dem eigenen Unternehmen.
  • Breite Datenquellenanbindung: Budibase verbindet sich mit PostgreSQL, MySQL, Microsoft SQL Server, Oracle, MongoDB, CouchDB, DynamoDB, Elasticsearch, Redis, Snowflake, Airtable, Google Sheets, Amazon S3 und beliebigen REST-Schnittstellen. Interne Daten legst du zusätzlich in der eingebauten Budibase-Datenbank ab.
  • Automatisierte Abläufe: Regeln lösen automatisch Aktionen aus, etwa eine E-Mail-Benachrichtigung nach einer Formular-Einreichung oder eine Statusänderung nach einer Genehmigung. Webhooks, also automatische Meldungen an andere Programme, verbinden Budibase mit externen Diensten.
  • KI-Spalten: Eine Spalte verarbeitet die Inhalte ihrer Nachbarspalten automatisch, wahlweise als Zusammenfassung, Übersetzung, Kategorisierung, Stimmungsanalyse, Datenbereinigung, Websuche oder freien Prompt. Kundenfeedback landet so bereits sortiert in der Tabelle, ohne dass ein zweites KI-Werkzeug dazukommt. Die Funktion arbeitet bislang nur mit Tabellen der eingebauten Budibase-Datenbank, nicht mit angebundenen Fremddatenbanken.
  • Rollen und Berechtigungen: Budibase unterstützt rollenbasierte Zugriffskontrolle (RBAC). Unterschiedliche Nutzergruppen sehen nur die Daten und Funktionen, die für sie freigegeben sind. Die Agenten hängen am selben Rechtemodell und greifen nur auf die Werkzeuge zu, die ihnen ausdrücklich zugewiesen wurden. Die Anmeldung über das zentrale Firmenkonto (SSO) gibt es ab dem Premium-Plan.

Preise und Tarife

Budibase rechnet im Cloud-Betrieb aktionsbasiert ab. Als Aktion zählen Werkzeugaufrufe eines Agenten, ausgeführte Schritte einer Automatisierung und jedes Speichern oder Löschen einer Zeile. Eigene SQL-Abfragen und API-Aufrufe zählen nicht mit.

Der Free-Plan umfasst den quelloffenen Betrieb auf dem eigenen Server mit unbegrenzten Aktionen, Apps, Automatisierungen, Agenten und Nutzern, seit November 2025 allerdings nur noch mit einem einzigen Workspace. Der Pro-Plan kostet rund 16 Euro pro Monat (19 USD bei jährlicher Zahlung) und enthält 5.000 Aktionen, 2.000 KI-Credits, einen Creator, einen Workspace und einen Tag Protokoll-Aufbewahrung. Premium liegt bei rund 42 Euro (49 USD) mit 20.000 Aktionen, 10.000 KI-Credits, 10 Workspaces, 7 Tagen Protokollen, eigenem Erscheinungsbild, Firmenkonto-Anmeldung und Backups. Der Business-Plan kostet rund 257 Euro (299 USD) und bringt 250.000 Aktionen, 50.000 KI-Credits, 3 Creator, unbegrenzte Workspaces und 30 Tage Protokolle.

Weitere Creator kosten rund 43 Euro (50 USD), Endnutzer einer veröffentlichten App rund 4 Euro (5 USD) pro Person und Monat. Bei monatlicher statt jährlicher Zahlung schlägt Budibase 20 % auf. Die Aktionslimits sind harte Monatsgrenzen ohne Nachbuchung. Ist das Limit erreicht, musst du in den nächsthöheren Tarif wechseln.

Für Enterprise gibt es individuelle Limits, Active Directory, den automatischen Nutzerabgleich per SCIM und 365 Tage Protokoll-Aufbewahrung. Auf dem eigenen Server fallen keine Tarifkosten an. Es bleiben der Server und die Tokenkosten des KI-Anbieters, den du hinterlegst. Wer einen eigenen Anbieter oder ein lokales Modell einträgt, verbraucht keine Budibase-Credits. Alle genannten Beträge sind Nettopreise ohne Umsatzsteuer.

Für wen ist Budibase geeignet?

  • Behörden und öffentliche Stellen in Europa: Die Bezahlfunktionen liegen seit April 2026 offen im Quellcode, unter der Business Source License. Deren Lizenztext nimmt Organisationen des öffentlichen Sektors in Europa ausdrücklich aus. Sie dürfen die Bezahlfunktionen auch dann produktiv einsetzen, wenn die Lizenzprüfung im Code verändert wurde. Vier Jahre nach Veröffentlichung fällt jede Version ohnehin auf GPLv3.
  • Operations- und IT-Teams: Wer regelmäßig interne Werkzeuge baut, etwa Inventarverwaltungen, Ticket-Systeme oder Genehmigungsabläufe, spart mit dem visuellen Builder erheblich Zeit gegenüber einer Eigenentwicklung.
  • Unternehmen, die KI an interne Daten lassen wollen: Die Agenten laufen mit jedem OpenAI-kompatiblen Modell, auch mit einem lokalen Modell, das du im eigenen Unternehmen betreibst. Zusammen mit dem rollenbasierten Rechtemodell entsteht ein Assistent, der nur die Tabellen und Automatisierungen kennt, die für ihn freigegeben wurden.

DSGVO und Datenschutz

Hinter Budibase steht die Budibase Ltd aus Belfast, also ein britisches Unternehmen. Die EU-Kommission hat den Angemessenheitsbeschluss für das Vereinigte Königreich am 19. Dezember 2025 erneuert. Er gilt bis zum 27. Dezember 2031.

Die Server der Budibase Cloud stehen laut Sicherheitsdokumentation ausschließlich in Irland, in Rechenzentren mit SOC-1/2- und ISO-27001-Zertifikat. Budibase selbst ist nach ISO 27001:2022 zertifiziert, geprüft durch den unabhängigen Auditor NQA. Die Übertragung läuft über TLS 1.3, die Ablage ist mit AES-256 verschlüsselt, und ein externer Dienstleister führt jährlich Penetrationstests durch, also simulierte Angriffe auf das System.

Die Nutzungsbedingungen sind zugleich der Auftragsverarbeitungsvertrag nach Artikel 28 DSGVO, ein separates Dokument gibt es also nicht. Die Datenschutzerklärung ist an einer Stelle weiter gefasst als die Sicherheitsseite, weil sie sich eine Übertragung in Länder ohne angemessenes Schutzniveau vorbehält. Diesen Punkt solltest du vor dem Cloud-Einsatz schriftlich klären.

Ob der verwaltete Dienst Budibase AI Eingaben zum Training verwendet, beantwortet weder die Sicherheitsseite noch die Datenschutzerklärung. Die Frage erübrigt sich, sobald du unter Connections einen eigenen KI-Anbieter oder ein lokales Modell hinterlegst, denn dann verarbeitet ausschließlich dieser Anbieter die Daten. Für den strengsten Fall bleibt der eigene Server per Docker oder Kubernetes, das Budibase auch in vom Internet abgeschotteten Netzen unterstützt. Für interne Anwendungen mit Personenbezug ist Budibase damit tauglich, in der Cloud nach geklärtem Auftragsverarbeitungsvertrag und auf eigenen europäischen Servern.

Alternativen zu Budibase

  • NocoBase: Ebenfalls quelloffen und auf interne Business-Anwendungen ausgerichtet, aber datenmodellgetrieben statt seitenorientiert und unter Apache-2.0. Interessant, wenn du viele Ansichten auf dieselbe Tabelle brauchst oder eine Einmalkauf-Lizenz einer Monatsgebühr vorziehst.
  • Activepieces: Open-Source-Automatisierungsplattform zum Betrieb auf dem eigenen Server. Stärker auf automatisierte Abläufe ausgerichtet als auf visuelle App-Erstellung.
  • bolt.new: Wenn du eine vollständige Web-App per KI generieren lassen möchtest, statt sie visuell zusammenzubauen. Für erfahrene Nutzer, die mehr Flexibilität im Code benötigen.

Wofür Budibase taugt

  • Betrieb auf dem eigenen Server kostenlos möglich, volle Datenkontrolle
  • Cloud-Server ausschließlich in Irland, ISO 27001:2022 zertifiziert
  • Erzeugt aus bestehenden Datenquellen automatisch fertige Bearbeitungsoberflächen
  • KI-Agenten laufen mit jedem OpenAI-kompatiblen Modell, auch mit einem lokalen
  • Bezahlfunktionen quelloffen unter Business Source License, mit Ausnahmeregel für europäische Behörden

Wo es hakt

  • Auf interne Anwendungen ausgelegt, für öffentliche Kundenportale kaum gedacht
  • Aktionsbasiertes Preismodell ist schwerer vorherzuplanen als nutzerbasierte Preise
  • Quelloffene Fassung seit November 2025 auf einen Workspace begrenzt
  • Bei komplexen Layouts und Oberflächen im eigenen Erscheinungsbild stößt der Builder an Grenzen

Wofür es eingesetzt wird

Interne Dashboards und Verwaltungsoberflächen · Genehmigungsabläufe · Formulare und Datenerfassung · Inventar- und Ticketverwaltung · KI-Agenten für interne Anfragen in Slack oder Teams