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Hosting & Cloud

Infercom
im Test.

Infercom ist eine Inferenz-Plattform aus Luxemburg, die offene Modelle auf eigenen Chips von SambaNova in einem Rechenzentrum in München betreibt. In der EU laufen derzeit GPT-OSS 120B, Gemma 4 31B, Whisper Large v3 und ein Einbettungsmodell. Weitere Modelle im Katalog laufen ausdrücklich außerhalb der EU.

3,5 von 5

Stand 20. Oktober 2026

Zum Anbieter
Preismodell Kostenpflichtig, Sprachmodelle je Million Token ab 0,20 Euro Eingabe und 0,35 Euro Ausgabe, ohne Grundgebühr und Mindestabnahme
Betriebsort Cloud
DSGVO ohne weitere Auflagen einsetzbar
Quelloffen nein

Die meisten Hoster rechnen auf Grafikkarten von NVIDIA. Infercom setzt auf Chips von SambaNova, die nur für die Ausführung von Modellen gebaut sind. Gekauft hat Infercom sie selbst. Sie stehen in einem Rechenzentrum in München, Vertragspartner ist eine Gesellschaft in Luxemburg.

Wichtigste Funktionen

  • In der EU laufen GPT-OSS 120B und Gemma 4 31B, das auch Bilder versteht, beide mit 128.000 Token Kontext. Dazu kommen Whisper Large v3 für Spracherkennung und E5-Mistral 7B für Einbettungen, also für die Suche in eigenen Dokumenten.
  • Der Katalog kennzeichnet je Modell, wo es läuft. MiniMax M3, Llama 3.3 70B sowie DeepSeek V3.1 und V3.2 stehen dort als “Global, outside EU”. Wer personenbezogene Daten verarbeitet, wählt nur die Modelle mit der Kennzeichnung “EU sovereign”.
  • Die Schnittstelle folgt dem Format von OpenAI. Ein Konto legt man über cloud.infercom.ai selbst an und kann sofort loslegen.
  • Für größere Lasten bietet Infercom eigene Kapazität oder den Betrieb im Haus des Kunden an, beides nach Angebot.

Preise und Tarife

Abgerechnet wird je Million Token in Euro, ohne Grundgebühr und ohne Mindestabnahme. Gemma 4 31B kostet 0,20 Euro Eingabe und 0,35 Euro Ausgabe, GPT-OSS 120B 0,22 und 0,59 Euro. Spracherkennung mit Whisper und Einbettungen kosten 0,10 und 0,13 Euro je Million Token, berechnet wird nur die Eingabe.

Für feste Abnahmemengen gibt es Rabatte, eigene Kapazität und der Betrieb vor Ort werden je Auftrag kalkuliert. Die Beträge sind netto, die Umsatzsteuer kommt hinzu.

Für wen ist Infercom geeignet?

Firmen, die das Rechenzentrum in Deutschland brauchen und mit GPT-OSS 120B oder Gemma 4 auskommen, bekommen hier einen der günstigsten Preise unter den EU-Hostern. Für Zusammenfassungen, Mailentwürfe und Auswertungen von Dokumenten reichen beide Modelle.

Wer Gespräche, Diktate oder Besprechungen transkribieren lässt, schickt die Aufnahmen mit Whisper Large v3 nach München statt in die USA.

DSGVO und Datenschutz

Vertragspartner ist die Infercom SCS, eingetragen im Handelsregister Luxemburg unter B298727. Die Modelle mit der Kennzeichnung “EU sovereign” verarbeitet Infercom nach eigener Angabe im Rechenzentrum in München auf eigener Hardware. Der Vertrag zur Auftragsverarbeitung liegt in der Fassung 1.4 als PDF im Fuß der Seite.

Infercom sagt zu, Eingaben und Antworten nicht dauerhaft zu speichern. Eigene Modelle trainiert Infercom nicht. Das Zertifikat nach ISO 27001 ist auf der Startseite verlinkt.

Für eine DSGVO-Anwendung reicht der Stand, solange nur die Modelle in der EU genutzt werden. Wer im selben Konto auch DeepSeek oder MiniMax aufruft, schickt diese Anfragen aus der EU hinaus.

Alternativen zu Infercom

  • AKI.IO bietet aus deutschen Rechenzentren eine größere Auswahl offener Modelle, darunter DeepSeek V4.1 Flash und GLM 5.3.
  • IONOS AI Model Hub rechnet in Berlin und ist nach BSI C5 testiert.
  • STACKIT verarbeitet nur in Deutschland und hat BSI C5 Typ 2.

Was Infercom gut kann

  • Eigene Hardware in einem Rechenzentrum in München
  • ISO 27001, das Zertifikat ist auf der Seite verlinkt
  • Vertrag zur Auftragsverarbeitung in der Fassung 1.4 öffentlich
  • Eingaben und Antworten werden nicht dauerhaft gespeichert und nicht fürs Training verwendet

Wo es hakt

  • In der EU nur 2 Sprachmodelle, GPT-OSS 120B und Gemma 4 31B
  • MiniMax M3, Llama 3.3 70B und DeepSeek V3.1 und V3.2 laufen außerhalb der EU, für personenbezogene Daten wäre das eine Übermittlung in ein Drittland
  • Junges Unternehmen, Start Ende 2025

Wofür es eingesetzt wird

Offene Modelle mit Verarbeitung in Deutschland per API nutzen · Gesprächsaufnahmen in der EU transkribieren · Eine OpenAI-Anbindung auf einen EU-Anbieter umstellen