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Verda
im Test.
Verda ist eine finnische GPU-Cloud, die im November 2025 aus DataCrunch hervorgegangen ist. Aus 3 Rechenzentren in Helsinki vermietet Verda 12 NVIDIA-Kartentypen stundenweise, von der älteren Tesla V100 bis zur GB300 aus der Blackwell-Ultra-Reihe. Neben klassischen GPU-Instanzen gibt es Container, die bei Leerlauf auf null herunterskalieren, und vertraulich rechnende Instanzen mit verschlüsseltem GPU-Speicher.
| Preismodell | Kostenpflichtig, Auf Abruf pro GPU-Stunde, H100 ab 3,86 Euro (4,34 US-Dollar), H200 ab 5,03 Euro, B200 ab 7,17 Euro. Spot-Kapazität zum halben Preis, reservierte Kapazität bis 25 % günstiger |
|---|---|
| Betriebsort | Cloud |
| DSGVO | ohne weitere Auflagen einsetzbar |
| Quelloffen | nein |
Wer ein Sprachmodell selbst betreiben will, braucht GPU-Rechenzeit, und Anbieter wie CoreWeave oder Lambda liefern sie aus den USA. Die Hardware von Verda steht in Helsinki. Hinter dem Markennamen steckt die finnische DataCrunch Oy, gegründet 2020, seit November 2025 unter dem Namen Verda und weiterhin von ihren Gründern geführt. Im April 2026 hat das Unternehmen 100 Mio. Euro (117 Mio. US-Dollar) eingesammelt, im Juli 2026 kam ein Darlehen der Nordischen Investitionsbank über 22 Mio. Euro dazu, zweckgebunden für GPUs, Netzwerk und Speicher. Am 22.09.2026 folgte eine weitere Runde über 189 Mio. US-Dollar.
Wichtigste Funktionen
- 12 Kartentypen auf Abruf: Von der Tesla V100 für kleine Aufgaben über H100 und H200 bis zur GB300 mit 288 GB Speicher stehen 12 NVIDIA-Modelle stundenweise bereit, die meisten in Konfigurationen mit 1-8 Karten, die GB300 mit bis zu 4. Dazu kommen 3 Varianten für vertrauliches Rechnen. Ein Modell mit 70 Mrd. Parametern läuft auf einer einzelnen H200, für die großen Open-Weight-Modelle brauchst du den 8er-Verbund.
- Spot-Kapazität zum halben Preis: Unterbrechbare Instanzen kosten 50 % des Listenpreises, eine H100 also 1,93 statt 3,86 Euro pro Stunde. Für Trainingsläufe mit regelmäßiger Zwischenspeicherung und für Stapelverarbeitung über Nacht halbiert das die Rechnung. Für einen produktiven Endpunkt ist Spot-Kapazität ungeeignet, weil Verda die Instanz jederzeit zurückholen kann.
- Container mit Skalierung auf null: Serverless Containers holt dein eigenes Container-Abbild aus einer beliebigen Registry, also aus jedem gängigen Ablageort für solche Abbilder, startet es auf GPU-Hardware und fährt es bei Leerlauf komplett herunter. Verda rechnet je laufender Kopie in 10-Minuten-Schritten ab, sodass ein selten genutzter Endpunkt nachts keine Kosten erzeugt.
- Vertrauliches Rechnen: Auf der RTX PRO 6000, der B200 und der B300 verschlüsselt Verda den GPU-Speicher, prüft beim Hochfahren die gesamte Software-Kette des Servers und liefert darüber einen signierten Nachweis. Bei Gesundheitsdaten und bei den technischen Schutzmaßnahmen nach Artikel 32 DSGVO hilft, dass Modellgewichte und Eingaben auch während der Verarbeitung verschlüsselt bleiben. Seit August 2026 ist die Funktion allgemein verfügbar, die RTX PRO 6000 als einzelne Karte, B200 und B300 nur im Verbund mehrerer Karten.
- 3 Rechenzentren in Helsinki: Die Standorte FIN-01 und FIN-02 laufen je zur Hälfte mit Wasserkraft und Windstrom, FIN-03 nach Angabe von Verda vollständig mit erneuerbarer Energie. Ihr PUE-Wert von 1,2-1,3 bedeutet 20-30 % Zusatzverbrauch für Kühlung und Technik neben der reinen Rechenleistung. Das kalte Klima im Norden hält diesen Aufwand niedrig.
- Cluster ohne Angebotsprozess: Instant Clusters koppelt mehrere Knoten über InfiniBand, ein sehr schnelles Verbindungsnetz zwischen Servern, und du buchst das ohne Vertriebsgespräch selbst. Bare-Metal-Server, also ganze Maschinen ohne Virtualisierung, gibt es auf Anfrage. Objektspeicher steht seit Oktober 2026 in der Dokumentation, dazu CPU-Instanzen ab rund 0,04 Euro je Stunde.
Preise und Tarife
Verda rechnet auf Abruf pro GPU-Stunde ab, ohne Mindestbindung. Die Listenpreise stehen offen auf der Preisseite, geführt in US-Dollar und auf Euro umstellbar. Gegenüber September 2026 sind die Preise deutlich gestiegen. Umgerechnet kostet eine H100 SXM5 mit 80 GB 3,86 Euro (4,34 US-Dollar) pro Stunde, eine H200 mit 141 GB 5,03 Euro und eine B200 7,17 Euro. Nach oben schließen die B300 mit 9,14 Euro und die GB300 mit 10,51 Euro an. Dazwischen liegen die L40S mit 1,58 Euro, die A100 mit 80 GB für 1,84 Euro und die RTX PRO 6000 für 2,13 Euro, nach unten reicht der Katalog bis zur betagten Tesla V100 für 20 Cent.
Unterbrechbare Spot-Kapazität kostet die Hälfte, bei der H100 also 1,93 Euro. Reservierte Kapazität senkt den Satz um 2 % bei einem Monat Laufzeit, um 3 % bei 3 und um 4 % bei 6 Monaten, um 8 % bei einem Jahr und um 25 % bei 2 Jahren. Speicher kostet laut Preisliste 0,1744 Euro je GiB und Monat.
Die Container-Variante liegt leicht über den Instanzpreisen, dort steht die H100 bei 4,24 Euro pro Stunde. Sämtliche Beträge sind Nettopreise, die Umsatzsteuer kommt hinzu, und weil die Liste in US-Dollar geführt wird, verschiebt der Wechselkurs die Euro-Summe von Monat zu Monat.
Für wen ist Verda geeignet?
- Unternehmen, die ein Open-Weight-Modell selbst betreiben: Wer ein Modell wie GLM, Qwen oder Llama unter eigener Kontrolle laufen lassen will und dafür mehr als einen einzelnen Server braucht, bekommt hier aktuelle Karten in Finnland. Ein 8er-Verbund H200 reicht auch für die großen Modelle.
- Entwicklungsteams, die Modelle trainieren und feinjustieren: Für einzelne Trainingsläufe zählt der Spot-Preis, unterbrechbar kostet eine H100 1,93 Euro pro Stunde. Bei regelmäßiger Zwischenspeicherung bleibt es bei einem Bruchteil der Listenkosten.
- Kanzleien, Kliniken und Behörden mit technischem Team: Das vertrauliche Rechnen auf der RTX PRO 6000 hält Eingaben und Modellgewichte auch im Arbeitsspeicher verschlüsselt. Eine gewöhnliche Cloud-Instanz erreicht dieses Schutzniveau nicht. Bei Mandanten- und Patientendaten ist das der Grund, hier statt bei einem US-Anbieter zu buchen.
DSGVO und Datenschutz
Die Betriebsdokumentation der finnischen DataCrunch Oy, zuletzt am 04.08.2026 geändert, führt 3 Rechenzentren, alle in Helsinki, und nennt keinen Standort außerhalb Finnlands. Der Auftragsverarbeitungsvertrag steckt als Abschnitt 10 in den Nutzungsbedingungen und ist ohne Konto und ohne Anfrageformular abrufbar, die Liste der weiteren Auftragsverarbeiter liegt offen im Trust Center. Der Vertrag verpflichtet Verda darauf, personenbezogene Daten vorrangig im Europäischen Wirtschaftsraum zu verarbeiten, und erlaubt eine Verarbeitung außerhalb nur mit Standardvertragsklauseln und deiner Zustimmung. Das Wort “vorrangig” ist schwächer als eine feste Bindung an den EWR, wie sie etwa STACKIT vertraglich zusagt.
Datenschutzverletzungen meldet Verda binnen 48 Stunden. SOC 2 Type II, einen Prüfbericht über die Sicherheitsprozesse eines Anbieters, weist das Unternehmen als abgeschlossen aus. Nach eigener Angabe ist Verda außerdem nach ISO 27001 zertifiziert, dazu nach den Ergänzungen 27017, 27018 und 27701 für Cloud-Sicherheit, personenbezogene Daten in der Cloud und Datenschutz-Management. Inzwischen führt das Trust Center auch einen Bericht nach BSI C5 Typ 2. Den Stand der Prüfungen veröffentlicht Verda dort.
Verda vermietet reine GPU-Rechenzeit, deshalb bestimmst du selbst, welches Modell läuft und was es verarbeitet. Für den Eigenbetrieb von Modellen nach der DSGVO ist das eine belastbare Grundlage, solange du bei jeder Buchung den Standort prüfst. Mit der Finanzierung vom September 2026 kündigt Verda Rechenzentren in Großbritannien, den USA und Asien an, in Betrieb sind bisher nur die in Helsinki.
Alternativen zu Verda
- Hetzner: Deutscher Anbieter mit GPU-Servern zum Monatspreis ohne Mindestlaufzeit. Auch dort stecken Karten der Blackwell-Generation, allerdings nur eine RTX PRO je Server und keine Rechenzentrumskarten wie H100 oder B200.
- Scaleway: Französischer Anbieter mit GPU-Instanzen und zusätzlich einer fertigen Schnittstelle für Modellanfragen. Das passt, wenn du Anfragen einfach an einen laufenden Endpunkt schicken willst.
- STACKIT: Cloud der Schwarz-Gruppe mit GPU-Servern in Deutschland und Österreich. Der Auftragsverarbeitungsvertrag bindet die Verarbeitung fest an den EWR, dafür ist die Kartenauswahl kleiner.
Was Verda gut kann
- 3 Rechenzentren in Helsinki, dokumentierter Standort in der EU, Strom nach eigener Angabe zu 100 % erneuerbar
- 12 NVIDIA-Kartentypen von der V100 bis zur GB300, bei den meisten 1-8 Karten je Instanz
- Auftragsverarbeitungsvertrag ohne Anmeldung als Teil der Nutzungsbedingungen abrufbar
- Vertrauliches Rechnen mit verschlüsseltem GPU-Speicher und signiertem Nachweis
Wo es hakt
- Keine fertige Modell-API, das Modell muss selbst aufgesetzt werden
- Betrieb komplett in Eigenregie, Grundwissen in Servern und Docker nötig
- Keine Verfügbarkeitszusage, die Nutzungsbedingungen schließen sie ausdrücklich aus
- Rechenzentren in Großbritannien, den USA und Asien sind angekündigt, der Standort muss bei jeder Buchung geprüft werden
Wofür es eingesetzt wird
Open-Source-Sprachmodelle auf eigener GPU betreiben · Modelle auf Spot-Kapazität trainieren und feinjustieren · GPU-Rechenzeit ohne Mindestbindung mieten · Vertrauliche Verarbeitung mit verschlüsseltem GPU-Speicher