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Mistral AI
im Test.

Mistral AI stellt über Mistral Studio, das frühere La Plateforme, seine eigenen Sprachmodelle bereit, dazu Texterkennung, Transkription und seit August 2026 die offenen GLM-Modelle von Z.ai. Die großen Sprachmodelle sind mit offenen Gewichten veröffentlicht, ein Anwendungsfall kann also später auf eigene Hardware umziehen. Abgerechnet wird nach Token, Stapelaufträge kosten die Hälfte und wiederverwendete Eingaben 90 % weniger.

4,0 von 5

Stand 20. Oktober 2026

Zum Anbieter
Preismodell Freemium, Je Mio. Token ab 0,085 €, Mistral Small 4 0,13 € Eingabe und 0,51 € Ausgabe, EU-Endpunkt 10 % teurer, kostenloser Einstieg
Betriebsort Cloud
DSGVO im Einzelfall zu prüfen
Quelloffen nein

Wer die Schnittstelle von Mistral mit Kunden- oder Personaldaten nutzen will, legt zuerst die Adresse fest. Am Standardendpunkt api.mistral.ai sagt Mistral keinen Ort für die Verarbeitung zu. Erst über api.eu.mistral.ai laufen die Anfragen nach der Dokumentation in Rechenzentren der EU und der EFTA, zu der etwa Norwegen gehört. Dafür zahlst du 10 % mehr und verzichtest auf einige Funktionen. Um den Assistenten Mistral Vibe geht es hier nicht, dieser Eintrag behandelt die Schnittstelle für eigene Anwendungen.

Wichtigste Funktionen

  • Mistral Large 4 steht seit dem 06.10.2026 als Vorschau bereit, mit 1,05 Bio. Parametern und 1 Mio. Token Kontext. Je Token sind 52 Mrd. Parameter aktiv. Die offenen Gewichte hat Mistral angekündigt, veröffentlicht sind sie noch nicht. Allgemein freigegeben ist als neuestes großes Modell Mistral Medium 3.5 vom 28.04.2026, ausgelegt auf Agenten und Programmieraufgaben. Mistral Small 4 vereint Anweisungen, Schlussfolgern und Code in einem Modell mit 119 Mrd. Parametern, von denen je Token 6,5 Mrd. aktiv sind. Mistral Large 3 aus dem Dezember 2025 hat 675 Mrd. Parameter, davon 41 Mrd. aktiv. Die 3 Modelle verarbeiten 256.000 Token Kontext und sind mit offenen Gewichten veröffentlicht, Small 4 und Large 3 unter Apache 2.0, Medium 3.5 unter einer angepassten MIT-Lizenz.
  • Seit dem 06.08.2026 betreibt Mistral mit GLM 5.2 von Z.ai erstmals ein fremdes offenes Modell auf der eigenen Infrastruktur, am 15.09.2026 kam GLM 5.3 dazu, allgemein freigegeben seit dem 28.09.2026. Beide sind auf Programmieraufgaben und lange Agentenläufe ausgelegt, verarbeiten 1 Mio. Token Kontext mit bis zu 128.000 Token Ausgabe und stehen auch am EU-Endpunkt bereit. GLM 5.2 hat Mistral am 29.09.2026 abgekündigt und schaltet es am 31.10.2026 ab. Für Modelle fremder Hersteller gilt eine Frist von 1 Monat, für die eigenen allgemein freigegebenen Modelle sind es 6 Monate.
  • OCR 4.1, allgemein freigegeben seit dem 31.08.2026, liest Scans und PDF-Dateien aus und liefert zu jedem Absatz die Position auf der Seite, die Art des Blocks und einen Wert für die Sicherheit der Erkennung. Damit legst du fest, welche Stellen ein Mensch nachprüft. Voxtral Mini Transcribe 2 schreibt Audiodateien mit, Voxtral TTS erzeugt Sprache aus Text. Für die Suche in eigenen Dokumenten erzeugt Mistral Embed die Vektoren.
  • Über den EU-Endpunkt api.eu.mistral.ai legst du fest, dass die Anfragen in der EU und der EFTA verarbeitet werden. Die Zusage gilt nur, solange die Anwendung keine Funktion nutzt, die es dort nicht gibt. Als Werkzeug steht am EU-Endpunkt allein Function Calling bereit, Agents, Stapelverarbeitung und die Dateiablage fehlen. Welche Modelle dort laufen, zeigt die Modellliste des Endpunkts.
  • Die Chat-Schnittstelle folgt dem Aufbau der OpenAI-API. Bestehender Code mit der OpenAI-Bibliothek läuft weiter, wenn du Basis-URL, Schlüssel und Modellnamen austauschst. Dasselbe gilt für Bibliotheken wie LangChain oder LlamaIndex, die eine OpenAI-kompatible Schnittstelle ansprechen.
  • Über die Agents-Schnittstelle bekommt ein Modell eingebaute Werkzeuge dazu, etwa Websuche, Codeausführung und Bildgenerierung. Die Websuche läuft über Brave, die Bilder entstehen bei Black Forest Labs, beide mit Verarbeitung in den USA. Am EU-Endpunkt gibt es die Agents nicht.
  • Das Priority Tier stellt deine Anfragen bei hoher Last vor den übrigen Verkehr und sagt 99,5 % Verfügbarkeit zu. Die Grenzen je Modell vereinbarst du mit dem Vertrieb von Mistral. Im Standardtarif gibt es keine Verfügbarkeitszusage.

Preise und Tarife

Mistral rechnet nach Token ab und führt die Preise in US-Dollar und Euro. Je Million Token kostet Mistral Small 4 rund 0,13 € Eingabe und 0,51 € Ausgabe, Mistral Large 3 trotz des Namens nur 0,43 € und 1,28 €, das neuere Mistral Medium 3.5 dagegen 1,28 € und 6,38 €. Die Vorschau Mistral Large 4 kostet regulär 1,16 € und 3,55 €, zum Start gilt ein Aktionspreis zur Hälfte. Die kleinen Ministral-3-Modelle kosten je nach Größe 0,085 € bis 0,17 €, für Eingabe und Ausgabe gleich viel. Codestral liegt bei 0,26 € und 0,77 €, GLM 5.3 bei 1,19 € und 3,74 €. Die Euro-Preise rechnet Mistral aus den Dollar-Preisen um, derzeit zum Kurs 0,85.

Die Texterkennung mit OCR 4.1 kostet 3,40 € je 1.000 Seiten. Für die Transkription mit Voxtral Mini Transcribe 2 zahlst du rund 0,0026 € je Minute. Die Werkzeuge der Agents rechnet Mistral je Aufruf ab.

Wiederverwendete Eingaben aus dem Zwischenspeicher kosten 90 % weniger, bei GLM 5.3 also 0,119 € statt 1,19 €. Die Stapelverarbeitung halbiert den Preis, arbeitet die Aufträge aber erst innerhalb von 24 Stunden ab und steht nur am Standardendpunkt bereit. Der EU-Endpunkt kostet 10 % mehr, bei Mistral Medium 3.5 also rund 1,40 € statt 1,28 € für die Eingabe und 7,01 € statt 6,38 € für die Ausgabe. Das Priority Tier kostet das 1,75-Fache des Listenpreises.

Jedes neue Konto startet im kostenlosen Modus, ein API-Guthaben nennt die Preisseite dafür nicht mehr. Der Pro-Tarif für 14,99 US-Dollar im Monat enthält ein monatliches API-Guthaben, darüber hinaus zahlst du nach Verbrauch. Ein monatliches Ausgabenlimit setzt du im Admin-Bereich für die ganze Organisation oder für einzelne Arbeitsbereiche. Die API-Preisseite selbst nennt keinen Steuerhinweis. Nach Abschnitt 10.3 der Geschäftsbedingungen verstehen sich alle Gebühren ohne Steuern, die Umsatzsteuer kommt also zu den genannten Beträgen hinzu.

Für wen ist Mistral AI geeignet?

Entwicklungsteams, die eine OpenAI-Anwendung zu einem Vertragspartner in der EU umziehen, brauchen dafür eine neue Basis-URL, einen Schlüssel und einen anderen Modellnamen. Vorher lohnt der Blick, ob die Anwendung Agents, Dateien oder Stapelaufträge nutzt. Diese Funktionen gibt es am EU-Endpunkt nicht. Ohne den EU-Endpunkt fehlt aber die Zusage zum Verarbeitungsort.

Firmen mit vielen Papierbelegen, etwa Versicherer, Hausverwaltungen oder Buchhaltungen, lesen Formulare und Scans mit OCR 4.1 aus und bekommen zu jedem Absatz einen Wert für die Sicherheit der Erkennung. Unsichere Stellen legst du damit gezielt einem Menschen vor. Für 1.000 Seiten zahlst du 3,50 €.

Unternehmen, die mit einer API anfangen und später auf eigene Server wechseln wollen, bleiben mit Mistral Small 4 oder Mistral Large 3 beim selben Modell. Beide stehen unter Apache 2.0 und laufen auf eigenen GPU-Servern etwa mit vLLM. Prompts und Tests aus der API-Phase lassen sich dann weiter verwenden.

DSGVO und Datenschutz

Vertragspartner ist die Mistral AI SAS, 15 rue des Halles, 75001 Paris, im Handelsregister Paris unter 952 418 325 eingetragen. Für Kunden in Europa gelten nach den Geschäftsbedingungen vom 25.09.2026 französisches Recht und der Gerichtsstand Paris. Der Auftragsverarbeitungsvertrag in der Fassung vom 27.07.2026 steht frei lesbar unter legal.mistral.ai. Er wird mit den Geschäftsbedingungen wirksam, eine gesondert unterschriebene Fassung bietet Mistral nach Angabe des Hilfecenters nicht an.

Wo die Anfragen verarbeitet werden, hängt vom Endpunkt ab. Für den Standardendpunkt api.mistral.ai schließt die Dokumentation eine Zusage zum Ort ausdrücklich aus, auch wenn das Hilfecenter und eine andere Seite der Dokumentation schreiben, die Schnittstelle laufe standardmäßig in Rechenzentren der EU. Der EU-Endpunkt verarbeitet die Anfragen in der EU und der EFTA. Als Infrastruktur für die Schnittstelle nennt die Liste der Unterauftragsverarbeiter im Trust Center Mistral Compute in Frankreich, Microsoft Azure in Schweden und Norwegen sowie CoreWeave im EWR, Google Cloud nur für den US-Endpunkt. Konto, Schlüssel, Abrechnung und Nutzungsstatistik verwaltet Mistral zentral, auch außerhalb der gewählten Region.

Microsoft und CoreWeave sind US-Konzerne. Nach dem CLOUD Act können US-Behörden von solchen Anbietern Daten verlangen, auch wenn sie in Europa liegen. Eine Auswahl des Betreibers sieht die Dokumentation nicht vor. In den USA sitzen außerdem Stripe für die Zahlung, Twilio für die Prüfung der Telefonnummer sowie Brave und Black Forest Labs für Websuche und Bilder der Agents. Der Auftragsverarbeitungsvertrag erlaubt solche Übermittlungen auf Grundlage geeigneter Garantien wie der EU-Standardvertragsklauseln.

Ein- und Ausgaben der Schnittstelle bewahrt Mistral nach der Datenschutzerklärung vom 03.09.2026 für 30 Tage zur Missbrauchserkennung auf. Mit Zero Data Retention entfällt das für die zustandslosen Endpunkte wie Chat, Einbettungen, OCR und Transkription. Mistral gewährt sie nur bei Abrechnung nach Verbrauch und auf begründeten Antrag, über den es nach eigenem Ermessen entscheidet. Im kostenlosen Modus darf Mistral die Eingaben zum Training nutzen, bis du im Admin-Bereich unter Privacy widersprichst. Für Konten mit Abrechnung nach Verbrauch nennt das Hilfecenter denselben Schalter, ohne zu sagen, wie er ab Werk steht. Leg ihn vor dem ersten Einsatz selbst um.

Für Labs- und Vorschaumodelle erlauben die Geschäftsbedingungen in Abschnitt 4.3 das Training mit deinen Daten, ein Widerspruch und Zero Data Retention gelten dort nicht. Das betrifft derzeit Mistral Large 4. GLM 5.3 ist allgemein freigegeben und damit kein Vorschaumodell. Die Dokumentation nennt den fehlenden Widerspruch ohnehin nur für Labs-Modelle.

Mistral ist nach ISO/IEC 27001:2022 und ISO/IEC 27701:2019 zertifiziert und hat einen Bericht nach SOC 2 Typ II, die Unterlagen gibt das Trust Center auf Anfrage heraus. Ein Testat nach BSI C5 oder die französische Sicherheitsqualifizierung SecNumCloud führt es nicht auf. Wer sich im Trust Center einträgt, bekommt neue Unterauftragsverarbeiter per Mail angekündigt und kann binnen 10 Tagen widersprechen. Die Modelle mit offenen Gewichten kannst du auf eigener Hardware betreiben, Studio selbst bietet Mistral Enterprise-Kunden auch zur Installation im eigenen Rechenzentrum an.

Mit dem EU-Endpunkt, dem Widerspruch gegen das Training und dem offen lesbaren Vertragswerk lässt sich Mistral für eine Auftragsverarbeitung nach der DSGVO einrichten. Für das grüne Abzeichen reicht das nicht, weil sich die Angaben zum Standardendpunkt widersprechen und der Vertrag Übermittlungen außerhalb der EU zulässt. Den Standardendpunkt und die Agents setzt du für personenbezogene Daten nicht ein. Muss die Kette ganz ohne US-Konzerne auskommen, passt ein Anbieter mit eigener Infrastruktur besser.

Alternativen zu Mistral AI

  • Scaleway führt GLM 5.3 und Modelle von Mistral ebenfalls im Katalog. Die Anfragen laufen dort in einem einzigen Pariser Rechenzentrum. Der Vertrag schließt die Speicherung der Inhalte aus.
  • IONOS AI Model Hub verarbeitet die Anfragen im Berliner Rechenzentrum eines deutschen Anbieters, ebenfalls über eine OpenAI-kompatible Schnittstelle. Der Katalog ist kleiner und enthält von Mistral nur ältere Modelle wie Mistral Small 24B.
  • EUrouter reicht Anfragen über eine Schnittstelle an 17 Anbieter weiter, darunter Mistral, Scaleway und IONOS. Laut Auftragsverarbeitungsvertrag sind alle nur in Konfigurationen in der EU oder im EWR angebunden. Auf die Tokenpreise kommt ein Aufschlag, dessen Höhe vom Paket abhängt.

Was Mistral AI gut kann

  • Vertragspartner ist die Mistral AI SAS in Paris, für Kunden in Europa gelten französisches Recht und Gerichtsstand Paris
  • Auftragsverarbeitungsvertrag und Liste der Unterauftragsverarbeiter mit Standorten ohne Anmeldung lesbar
  • Eigene Modelle mit offenen Gewichten, Mistral Small 4 und Mistral Large 3 unter Apache 2.0
  • Zertifiziert nach ISO 27001 und ISO 27701, dazu ein Bericht nach SOC 2 Typ II
  • OpenAI-kompatibler Aufruf, Stapelverarbeitung zum halben Preis und 90 % Nachlass auf zwischengespeicherte Eingaben

Wo es hakt

  • Am Standardendpunkt sagt Mistral keinen Verarbeitungsort zu, die EU-Zusage gibt es nur über den EU-Endpunkt mit 10 % Aufschlag
  • Am EU-Endpunkt fehlen Agents, Stapelverarbeitung und Dateiablage, als Werkzeug steht nur Function Calling bereit
  • Einen Teil der Infrastruktur betreiben Microsoft und CoreWeave, beides Konzerne aus den USA, in Rechenzentren im EWR
  • Im kostenlosen Modus dürfen Eingaben ins Training fließen, bis du im Admin-Bereich widersprichst
  • Eine Verfügbarkeitszusage von 99,5 % gibt es nur mit dem Priority Tier zum 1,75-fachen Preis

Wofür es eingesetzt wird

Eigene Anwendungen an Mistral Medium 3.5, Small 4 oder Large 3 anbinden · KI-Schnittstelle mit Verarbeitung in der EU über den EU-Endpunkt · Scans und PDF-Dateien mit OCR 4.1 auslesen · Gespräche und Diktate mit Voxtral transkribieren · Große Auswertungen über die Stapelverarbeitung zum halben Preis