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Hosting & Cloud

EUrouter
im Test.

EUrouter reicht Anfragen über eine OpenAI-kompatible Schnittstelle an 17 Anbieter weiter, darunter Scaleway, OVHcloud, IONOS und Mistral. Alle Anbieter sind laut Auftragsverarbeitungsvertrag nur mit Konfigurationen in der EU oder im EWR angebunden. Abgerechnet wird ein Guthaben zu den Tokenpreisen der Anbieter, dazu eine Monatsgebühr, die den Aufschlag senkt.

3,5 von 5

Stand 20. Oktober 2026

Zum Anbieter
Preismodell Freemium, Free ohne Grundgebühr mit 15 % Aufschlag, Plus 39 € im Monat mit 9 %, Pro 99 € im Monat mit 3 %, jeweils zuzüglich der Tokenkosten
Betriebsort Cloud
DSGVO im Einzelfall zu prüfen
Quelloffen nein

Wer mehrere europäische Anbieter nutzen will, schließt mit jedem einen eigenen Vertrag, verwaltet eigene Schlüssel und baut bei jedem Wechsel die Anbindung um. EUrouter schiebt sich als Vermittler dazwischen: ein Vertrag, ein Schlüssel und eine Adresse. Welche Rechenzentren eine Anfrage erreicht, hängt dann an den Regeln, die du für das Weiterleiten festlegst.

Wichtigste Funktionen

  • Über eine OpenAI-kompatible Schnittstelle erreichst du 152 Modelle bei 17 Anbietern (Stand 20.10.2026), darunter auch Regolo und Infercom. Neben offenen Modellen wie GLM 5.3, Kimi K3, DeepSeek V4 Pro und V4.1 Flash und den Modellen der Reihe Qwen3.8 stehen dort auch Claude Opus 5 und die GPT-Modelle, die EUrouter über AWS Bedrock und Microsoft Foundry in europäischen Regionen anbindet.
  • Ohne weitere Angabe wählt EUrouter den Anbieter nach Verfügbarkeit und Preis, der Preis zählt dabei stärker. Mit einer Liste im Aufruf legst du eine Reihenfolge fest, erlaubst nur bestimmte Anbieter oder schließt einzelne aus. Die Filter eu_owned und max_retention_days lassen nur Anbieter mit europäischem Eigentümer oder mit einer bestimmten Aufbewahrungsdauer zu.
  • Solche Regeln speicherst du auch dauerhaft je Schlüssel, Arbeitsbereich oder Organisation. Dann muss nicht jede Anwendung sie selbst mitschicken.
  • Fällt ein Anbieter aus oder lehnt er wegen Überlastung ab, versucht EUrouter dasselbe Modell bei einem anderen Anbieter. Wer einen festen Anbieter braucht, schaltet das Ausweichen ab.
  • Hast du schon Verträge mit einzelnen Anbietern, hinterlegst du deren Schlüssel und nutzt sie über EUrouter weiter.
  • Im Dashboard siehst du Anfragen, Tokenverbrauch und die Entscheidungen beim Weiterleiten. Monatliche Ausgabegrenzen deckeln die Kosten.

Preise und Tarife

EUrouter trennt die Monatsgebühr vom Verbrauch. Die Tokens zahlst du aus einem vorher aufgeladenen Guthaben zu den Preisen der Anbieter. Mistral Medium 3.5 kostet über EUrouter 1,50 Euro je Million Eingabe-Token und 7,50 Euro je Million Ausgabe-Token, genauso viel wie direkt bei Scaleway. Auf diese Kosten schlägt EUrouter einen Anteil auf, dessen Höhe vom Paket abhängt.

Das Paket Free kostet keine Grundgebühr, der Aufschlag beträgt 15 %, erlaubt sind 10.000 Anfragen im Monat und 60 je Minute. Plus kostet 39 Euro im Monat mit 9 % Aufschlag, 1 Million Anfragen im Monat und 100 je Minute. Pro kostet 99 Euro im Monat mit 3 % Aufschlag, 10 Millionen Anfragen und 500 je Minute. Als Anfrage zählt jeder Aufruf der Schnittstelle, also auch jeder Zwischenschritt eines Agenten. Solange die Anfragegrenzen reichen, ist bis zu Tokenkosten von 650 Euro im Monat Free am günstigsten, zwischen 650 und 1.000 Euro Plus und darüber Pro. Für größere Mengen gibt es Enterprise-Tarife mit eigenem Preis.

Bezahlt wird per Karte oder SEPA-Lastschrift, Enterprise-Kunden bekommen eine Rechnung. Kündigen kannst du jederzeit, ein Wechsel in ein kleineres Paket gilt ab dem nächsten Abrechnungsmonat. Ob die Beträge der Preisseite netto gemeint sind, sagt EUrouter dort nicht. Die AGB richten sich ausschließlich an Geschäftskunden.

Für wen ist EUrouter geeignet?

Entwicklungsteams, die offene Modelle bei mehreren europäischen Anbietern vergleichen wollen, sparen sich damit die einzelnen Verträge und Anbindungen. Dieselbe Anfrage geht mit einer anderen Modellangabe an ein anderes Modell, die Abrechnung bleibt an einer Stelle.

Unternehmen, bei denen eine KI-Anwendung im Tagesgeschäft läuft, etwa in der Auftragserfassung, gewinnen Verfügbarkeit. Nimmt ein Anbieter ein Modell vom Netz oder fällt er aus, übernimmt ein anderer mit demselben Modell.

Firmen, die neben offenen Modellen auch Claude oder GPT brauchen und dafür einen Vertrag mit einem europäischen Unternehmen wollen, bekommen beides über einen Zugang. Dass diese Modelle bei AWS und Microsoft laufen, bleibt dabei bestehen, nur eben in europäischen Regionen.

DSGVO und Datenschutz

Vertragspartner ist die EUrouter B.V. in Amsterdam, im niederländischen Handelsregister unter 42054357 eingetragen. Der Auftragsverarbeitungsvertrag (Stand Mai 2026) ist öffentlich abrufbar, unterliegt niederländischem Recht und nennt das Amsterdamer Bezirksgericht als Gerichtsstand. Er führt jeden Modellanbieter mit dem Zusatz, dass nur Konfigurationen in der EU oder im EWR genutzt werden, ohne Aufbewahrung der Anfragen und ohne Training. Die eigene Plattform betreibt EUrouter nach der Liste im Auftragsverarbeitungsvertrag bei Scaleway in Amsterdam.

Den Inhalt von Anfragen und Antworten speichert EUrouter ab Werk nicht, außer du schaltest die Protokollierung selbst ein. Metadaten wie Zeitpunkt und Tokenzahl bleiben laut Datenschutzerklärung vom 09.10.2026 bis zu 12 Monate, Fehler- und Überwachungsdaten bis zu 90 Tage. Für Fehlerprotokolle setzt EUrouter Better Stack in einer EU-Region ein, eine Übermittlung in die USA sichert die Erklärung dort über das Datenschutzrahmenabkommen und Standardvertragsklauseln ab. Für die Fehlerdiagnose nennt die Liste im Auftragsverarbeitungsvertrag zusätzlich PostHog Cloud EU.

Zwei Einschränkungen solltest du kennen. Unter den 17 Anbietern sind mit AWS Bedrock und Microsoft Foundry zwei US-Konzerne. Sie verarbeiten in europäischen Regionen, unterliegen als US-Unternehmen aber weiter dem US-Recht. Ohne Einstellung kann eine Anfrage auch dort landen, erst der Filter eu_owned schließt sie aus. Außerdem ist der Dienst laut Auftragsverarbeitungsvertrag nicht für besondere Kategorien personenbezogener Daten gedacht, etwa Gesundheitsdaten oder Daten zu Straftaten, es sei denn, du vereinbarst das schriftlich.

Für Anwendungen mit gewöhnlichen Geschäftsdaten eignet sich EUrouter, wenn du das Weiterleiten auf Anbieter mit europäischem Eigentümer beschränkst. Wer Gesundheitsdaten oder Daten zu Straftaten verarbeitet, etwa in einer Arztpraxis oder Kanzlei, braucht dafür die schriftliche Vereinbarung oder geht direkt zu einem einzelnen Anbieter.

Alternativen zu EUrouter

  • Melious vermittelt ebenso an europäische Anbieter, kommt aus Saarbrücken und verlangt keine Grundgebühr. Die Liste der Unterauftragsverarbeiter vom Juli 2026 nennt nur europäische Anbieter.
  • OpenRouter bietet mit über 400 Modellen die größte Auswahl, ist aber ein US-Unternehmen und verarbeitet ab Werk in US-Regionen.
  • Scaleway betreibt die Modelle selbst in Paris. Wer mit einem Anbieter auskommt, spart sich den Aufschlag und eine Partei in der Kette.

Was EUrouter gut kann

  • Ein Vertrag und eine Schnittstelle für 152 Modelle bei 17 Anbietern
  • Filter für Anbieter mit europäischem Eigentümer und für die Aufbewahrungsdauer
  • Auftragsverarbeitungsvertrag öffentlich, niederländisches Recht
  • Tokenpreise wie beim Anbieter, der Aufschlag sinkt mit dem Paket

Wo es hakt

  • AWS Bedrock und Microsoft Foundry gehören zu den Anbietern, Claude und GPT gibt es nur über sie
  • Aufschlag von 3 bis 15 % auf die Tokenkosten, in Plus und Pro dazu die Monatsgebühr
  • Laut Auftragsverarbeitungsvertrag nicht für Gesundheitsdaten und andere besondere Kategorien gedacht
  • Verfügbarkeitszusage nur im Enterprise-Tarif

Wofür es eingesetzt wird

Offene und kommerzielle Modelle über eine Schnittstelle nutzen · Ausweichen auf einen zweiten Anbieter bei Ausfall · Anbieter nach Eigentümer und Aufbewahrung einschränken · Kosten je Schlüssel begrenzen