Zum Inhalt springen

Hosting & Cloud

Lyceum
im Test.

Lyceum ist eine GPU-Cloud der Lyceum Technology Germany GmbH in Berlin und einer Schwestergesellschaft in Zürich. Über eine Schnittstelle im Format von OpenAI oder Anthropic stehen 14 offene Modelle bereit, darunter DeepSeek V4.1 Flash, Kimi K3 und GLM 5.3, abgerechnet je Million Token. Wer Modelle selbst betreiben oder trainieren will, mietet dort auch Server mit 1 bis 8 Grafikkarten oder ganze Cluster.

3,5 von 5

Stand 20. Oktober 2026

Zum Anbieter
Preismodell Kostenpflichtig, Je Million Token in US-Dollar, etwa DeepSeek V4.1 Flash 0,50 Eingabe und 1,50 Ausgabe. Server mit Grafikkarte ab 1,99 US-Dollar je Stunde, als Spot-Instanz ab 1,19
Betriebsort Cloud
DSGVO ohne weitere Auflagen einsetzbar
Quelloffen nein

Viele offene Modelle aus China bekommt man in Europa nur über die API des Herstellers oder auf eigener Hardware. Lyceum führt einige davon in europäischen Rechenzentren, etwa DeepSeek V4.1 Flash und Kimi K3. Daneben vermietet es die Grafikkarten, auf denen ein Team eigene Modelle betreibt oder trainiert. Das Berliner Unternehmen wurde 2025 gegründet und hat nach Angaben von tech.eu zum Start 10,3 Mio. Euro eingesammelt.

Wichtigste Funktionen

  • Die Schnittstelle für Inferenz spricht das Format von OpenAI und seit Oktober 2026 auch das von Anthropic. Eine Anwendung, die schon gegen einen der beiden gebaut ist, wechselt mit neuer Basis-Adresse und neuem Schlüssel zu Lyceum.
  • 14 Modelle stehen zur Auswahl, für Text, Programmierung, Bilder als Eingabe und Einbettungen. Darunter sind DeepSeek V4.1 Flash, DeepSeek V4 Pro, Kimi K3 und Kimi K2.7 Code, GLM 5.3, GLM 5.3 Flash und GLM 5.2, 3 Modelle der Reihe Qwen 3.8, MiniMax M3 sowie Qwen3 Embedding 8B für die Suche in eigenen Dokumenten. Für einige gibt es eine schnellere Instant-Variante, dazu einen Router, der je Anfrage ein Modell wählt. GPT-OSS 120B, Qwen 3.5 397B, Llama 3.3 70B und Gemma 3 hat Lyceum ausgemustert.
  • Wiederholte Eingaben kosten weniger. Bei DeepSeek V4.1 Flash zahlt ein Cache-Treffer 0,13 statt 0,50 US-Dollar je Million Token, das lohnt sich bei langen Anweisungen, die bei jeder Anfrage mitgehen.
  • Server mit 1 bis 8 Grafikkarten stehen nach Anbieterangabe in Sekunden bereit, mit vollem Zugriff per SSH. Abgerechnet wird sekundengenau.
  • Für das Training größerer Modelle vermietet Lyceum Cluster von 8 bis 8.000 Grafikkarten mit InfiniBand-Vernetzung, dazu ein Training ohne eigenen Server, das nur die Laufzeit abrechnet.

Preise und Tarife

Lyceum rechnet die Schnittstelle je Million Token in US-Dollar ab, ohne Grundgebühr. Die Spanne reicht von GLM 5.3 Flash ab 0,20 US-Dollar Eingabe bis Kimi K3 mit 3,00 US-Dollar Eingabe und 15,00 US-Dollar Ausgabe. DeepSeek V4.1 Flash kostet 0,50 US-Dollar Eingabe und 1,50 US-Dollar Ausgabe, DeepSeek V4 Pro 1,75 und 3,50 US-Dollar.

Server mit Grafikkarte beginnen bei 1,99 US-Dollar je Stunde für eine NVIDIA L40S, eine H100 mit 80 GB kostet 4,69 US-Dollar und eine B200 8,79 US-Dollar je Stunde. Als Spot-Instanz, die Lyceum bei Bedarf zurückholen kann, kostet dieselbe Hardware etwa die Hälfte, eine A100 dann 1,19 US-Dollar. Das Training ohne eigenen Server auf einer B200 liegt bei 6,29 US-Dollar je Stunde, Speicherplatz bei 0,10 US-Dollar je GB und Monat. Cluster ab 8 Grafikkarten gibt es nur auf Anfrage. Alle Beträge nennt Lyceum ohne Umsatzsteuer, beim Kauf aus Deutschland kommt sie hinzu.

Für wen ist Lyceum geeignet?

Entwicklungsteams, die ein bestimmtes chinesisches Modell brauchen, finden hier in der EU Modelle, die viele europäische Hoster nicht führen, etwa Kimi K3 oder DeepSeek V4 Pro. Die Verarbeitung bleibt damit in europäischen Rechenzentren statt bei der API des Herstellers in China.

Firmen, die ein Modell erst über die Schnittstelle testen und später auf eigene Server umziehen wollen, bleiben beim selben Anbieter. Der Weg vom Aufruf je Token zur gemieteten Grafikkarte führt nicht über einen neuen Vertrag.

Teams mit Trainingsvorhaben mieten Grafikkarten sekundengenau und ohne Mindestlaufzeit. Für einen Versuch über ein Wochenende ist das günstiger als ein Monatsvertrag.

DSGVO und Datenschutz

Hinter Lyceum steht die Lyceum Technology Germany GmbH in Berlin, eingetragen beim Amtsgericht Charlottenburg unter HRB 274593 B. Dazu kommt die Lyceum Switzerland GmbH in Zürich. Die Modelle der Schnittstelle laufen nach Angabe des Anbieters in Paris und Finnland, die Standorte für dedizierte Server und VMs legt der jeweilige Vertrag fest. Davon getrennt bietet Lyceum größere Kontingente an Grafikkarten von Lieferanten an, deren Standorte zum Teil außerhalb der EU liegen, etwa in Texas, Kanada, Vietnam und Israel.

Anfragen und Antworten werden nach Anbieterangabe weder aufbewahrt noch für das Training verwendet. Der Vertrag zur Auftragsverarbeitung ist als Anhang der Geschäftsbedingungen im Trust Center öffentlich lesbar. Die Liste der Unterauftragnehmer schickt Lyceum per Mail, die technischen und organisatorischen Maßnahmen auf Anfrage.

Zertifikate hat Lyceum selbst noch keine. Das Audit nach ISO 27001 läuft, die Beauftragung der Prüfstelle ist im Trust Center veröffentlicht. Bis dahin sind nur die Betreiber der Rechenzentren auf ihrer Ebene zertifiziert. Wer den Verarbeitungsort im Verzeichnis eintragen muss, lässt sich vor dem Vertragsschluss die Liste der Unterauftragnehmer schicken. Verlangt eine Ausschreibung ein Zertifikat, passt ein anderer Anbieter besser.

Alternativen zu Lyceum

  • TensorX führt ebenfalls Kimi K3 und DeepSeek V4.1 Flash, nennt Dublin und Helsinki als Standorte und legt den Vertrag zur Auftragsverarbeitung offen ins Netz.
  • AKI.IO rechnet in Euro und in deutschen Rechenzentren, mit einem kleineren Modellangebot ohne Kimi.
  • Verda vermietet ebenfalls Grafikkarten für den eigenen Betrieb, in Rechenzentren in Finnland.

Was Lyceum gut kann

  • Schnittstelle in Paris und Finnland, Server mit Grafikkarte beim selben Anbieter mit Standort laut Vertrag
  • Anfragen und Antworten werden nach Anbieterangabe nicht gespeichert und nicht fürs Training genutzt
  • 14 Modelle, darunter DeepSeek V4.1 Flash, Kimi K3 und GLM 5.3, die bei vielen EU-Hostern fehlen
  • Sekundengenaue Abrechnung der Server ohne Mindestlaufzeit, zum Ausprobieren ist keine Kreditkarte nötig

Wo es hakt

  • ISO 27001 erst in der Prüfung, SOC 2 und BSI C5 fehlen
  • Die Liste der Unterauftragnehmer gibt es nur per Mail, die technischen Maßnahmen nur auf Anfrage
  • Standorte für dedizierte Server und VMs legt erst der Vertrag fest
  • Junges Unternehmen, 2025 gegründet

Wofür es eingesetzt wird

Offene Sprachmodelle per API in der EU nutzen · Server mit Grafikkarte sekundengenau mieten · Modelle auf gemieteten Clustern trainieren · Eine OpenAI-Anbindung in die EU verlagern